Islamischer Staat (IS)
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Ein Geschoss der IS-Terrormiliz trifft die Stadt Ain Al-Arab an der syrisch-türkischen Grenze am 29. September 2014. Bild: SEDAT SUNA/EPA/KEYSTONE

Drei Fronten eröffnet

Kurden starten Zangenangriff gegen IS-Terroristen – Türkei zieht Truppen zusammen

Kurdische Truppen haben nach eigenen Angaben eine Offensive gegen die Terrormiliz IS im Nordirak gestartet. Die Türkei hat angesichts des Vormarschs des IS auf die syrische Stadt Ain Al-Arab Truppen auf ihrer Seite der Grenze zusammengezogen.

30.09.14, 12:02 30.09.14, 12:31

Kurdische Kämpfer seien im Morgengrauen an drei Fronten vorgerückt, sagten mehrere Vertreter der Peschmerga-Miliz der Nachrichtenagentur AFP. Ins Visier genommen wurden IS-Stellungen nördlich der Hochburg Mossul, in einer Stadt an der Grenze zu Syrien sowie südlich der für das Ölgeschäft strategisch wichtigen Stadt Kirkuk.

Die Kurdenkämpfer werden von mehreren westlichen Staaten mit militärischer Ausrüstung und Waffen unterstützt. Auch die irakischen Streitkräfte bekommen im Kampf gegen den IS Hilfe vom Westen. Seit Anfang August fliegen die US-Streitkräfte zudem Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadisten im Irak. Vorige Woche wurde dieser Militäreinsatz mithilfe von Verbündeten auf Syrien ausgeweitet. 

Das von den USA geführte Bündnis griff zwei Dörfer westlich und östlich der vom IS eingekreisten Stadt Ain al-Arab (Kurdisch: Kobane) an, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mitteilte. Informationen über Opfer lagen zunächst nicht vor. Bei den Luftangriffen im Norden Syriens am Montag seien 13 IS-Kämpfer getötet worden, erklärten die oppositionsnahen Aktivisten weiter. 

Türkei zieht Truppen an der Grenze zu Syrien zusammen

Die Türkei hat angesichts des Vormarschs der Terrormiliz IS auf die syrische Stadt Ain Al-Arab Truppen auf ihrer Seite der Grenze zusammengezogen. Die Streitkräfte hätten 35 Panzer in der Region aufgefahren, berichtete die regierungsnahe Zeitung «Sabah» am Dienstag. 

Die Panzer hätten 400 Meter von der Grenze entfernt Stellung bezogen und ihre Kanonen auf Syrien gerichtet. Die Zeitung «Hürriyet» berichtete, Armeechef Necdet Özel warte nun mit den nächsten Schritten auf Resolutionen des Parlaments. Das Parlament in Ankara will am Donnerstag über Resolutionen entscheiden, mit denen die Regierung ermächtigt wird, militärisch gegen Terroristen in Syrien und im Irak vorzugehen. (whr/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 30.09.2014 12:33
    Highlight Ohne UN-Mandat an der Seite Amerikas gegen den IS zu kämpfen würde jedem Staat in der islamischen Welt den Ruf eines "Dieners Amerikas" einbringen.
    Daher dürfte es für Kerrys schwierig werden, arabische Verbündete für den Kampf gegen IS zu gewinnen. Um so richtiger ist die Entscheidung, keine US Bodentruppen zu entsenden. Hier müssen die arabischen Armeen eingreifen. Das gebietet die Erfahrung der Zeitgeschichte.
    Aus westlicher Sicht mag die schwer durchschaubare Haltung Erdogans im ganzen Nahostkonflikt ein Ärgernis sein. Doch man tut ihm damit Unrecht. Im orientalischen Politikverständnis gilt sie als Ausdruck von Klugheit, Erfahrung und Geschick.
    Ein Beleg dafür ist die seit Anfang des Jahres geschlossene wirtschaftliche und strategische Achse Ankara - Teheran. Diese Zusammenarbeit und der damit verbundene Wechsel in der türkischen Nahospolitik, ist hier im Westen noch immer nicht angekommen.
    1 0 Melden

Hören wir auf, dem Westen die Schuld an allen Problemen in Nahost zu geben

Zahlreiche Beobachter aber auch Orientalisten stellen sich auf den Standpunkt, dass die Würzel allen Übels im Nahen Osten in den Interventionen des Westens seit dem Ersten Weltkrieg liegen und sich letztlich immer alles ums Erdöl dreht. Das ist historisch falsch und für die aktuellen Probleme wenig zielführend.

Für den Flüchtlingsstrom aus Syrien und dem Irak gibt es laut dem deutschen Orientalisten Michael Lüders eine Erklärung: Der Westen ist selbst schuld. Indem er sich seit Jahrzehnten immer wieder politisch und militärisch einmischt, hat er die Region nachhaltig zerrüttet. Früher die europäischen Kolonialmächte, heute vor allem die USA. Stellvertretend für diese Haltung der Kommentar eines watson-Users:

Dazu sieben gängige Thesen, entsprechend sieben Gegenthesen und eine deprimierende Konklusion:

Mal …

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