Islamischer Staat (IS)
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A militant Islamist fighter uses a mobile to film his fellow fighters taking part in a military parade along the streets of Syria's northern Raqqa province June 30, 2014. The fighters held the parade to celebrate their declaration of an Islamic

Kämpfer des Islamischen Staates: Eigene PR-Abteilung mit TV-Sender. Bild: STRINGER/REUTERS

Islamischer Staat (IS)

Islamisten gründen TV-Sender «Kalifat Live»

Der Islamische Staat baut ein eigenes Fernsehimperium auf. Im Internet machen die Radikalen schon länger für sich Werbung – jetzt sollen zehn TV-Kanäle folgen. In Kürze startet «Kalifat Live».

16.01.15, 22:28 17.01.15, 08:29

Raniah Salloum / Spiegel online

Ein Artikel von

Eine Webseite gibt es schon und ein Fernsehstandbild: Schon bald soll «Kalifat Live» auf Sendung gehen, der eigene Sender des Islamischen Staates (IS). Die Radikalen wollen sich ein eigenes Medienimperium aufbauen. Zehn Fernsehkanäle sollen es werden und drei Radiosender. Auf der Webseite prangt das IS-Logo.

Der IS beschäftigt schon länger Leute, die sich Journalisten nennen. Diese dürfen aber nicht unabhängig berichten, sondern ausschliesslich Werbung für den IS machen. In Ländern mit freier Presse bezeichnet man diese Tätigkeit nicht als Journalismus sondern als Öffentlichkeitsarbeit (PR). Möglich, dass vielen der IS-Anhänger der Unterschied überhaupt nicht geläufig ist: Unabhängige, freie Medien gibt es in Staaten wie Syrien und Irak seit Jahrzehnten nicht. Aufgabe der Staatskanäle ist es dort, die Botschaften der jeweiligen Machthaber zu verbreiten.

Vor kurzem gab der IS sogar Verhaltensregeln für freie Journalisten heraus, die in dem von den Radikalen kontrollierten Gebiet arbeiten wollen. Auch für sie gilt: Sie müssen dem IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi Treue schwören.

Noch gibt es bei «Kalifat Live» keine Echtzeit-Berichterstattung mit Reportern oder aktuelle Nachrichtensendungen. Doch es können bereits mehrere Videos gestreamt werden. Wer sich durch die Kanäle klickt, bekommt verschiedene Programme geboten – aber immer ist es offizielle IS-Propaganda, die die Radikalen bisher auf anderen Wegen im Internet verbreiteten.

IS-Propaganda fürs internationale Publikum

In einem Video stöbern Radikale im syrischen Rakka angebliche Verbrecher auf und führen sie ihrer Strafe zu (sie werden geköpft). In einem anderen Film werden vermeintliche russische Spione enttarnt und vor der Kamera interviewt. Diese Aufnahmen sind eine Produktion von al-Hayat – dem Medienzweig des IS, der englischsprachige Propaganda fürs internationale Publikum herstellt.

Ein Video sticht heraus: Es werden Massaker in Afrika gezeigt. Bewaffnete Afrikaner in Tarnflecken-Uniform fallen in ein Dorf ein und bringen die Männer dort um. Sie hissen die Fahne des Islamischen Staates und marschieren ans Meer.

Es ist nicht klar, was die Bilder zeigen. Möglich ist, dass es sich um Aufnahmen handelt, die aus Nigeria stammen und Verbrechen der Radikalislamisten von Boko Haram zeigen. Es wäre jedoch überraschend, wenn sich diese Annahme bestätigen sollte. Bisher agierten beide Terrorgruppen jeweils einzeln für sich.

Wer genau hinter der Webseite steckt, wurde absichtlich getarnt. Sie ist über eine Zwischenfirma angemeldet. Die Identität und der Aufenthaltsort des eigentlichen Seitenbetreibers blieben im Verborgenen.



Abonniere unseren Daily Newsletter

3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 17.01.2015 08:47
    Highlight Einige Staaten stehen im Krieg mit IS und werden die Propaganda (gezielte Manipulation) nicht tolerieren und stören versuchen.
    0 0 Melden
  • koala 17.01.2015 02:01
    Highlight An die #JESUISCHARLIE Gemeinde, sollte man diese Sender gewähren lassen? Ihr liebt doch die Meinungsfreiheit!
    5 2 Melden
    • smoe 17.01.2015 07:56
      Highlight Ja.
      6 0 Melden

«Pöbel-Sina» scheitert bei «Wer wird Millionär» an dieser super einfachen Frage – und du?

In Österreich wird gerade ein Kandidat gefeiert, der bei «Wer wird Millionär» tatsächlich die Million abgeräumt hat.

In Deutschland sah die Situation am Montagabend etwas anders aus. Dort hat nämlich Kandidatin Sina Gerisch (27) einen Moment erlebt, der sie wohl noch lange Zeit beschäftigen wird. Im Special zur Fussball-WM durften Personen auf dem begehrten Stuhl platz nehmen, deren grösste Leidenschaft der Sport mit dem runden Leder ist.

Die junge Frau war dann auch gleich als erste an der Reihe. …

Artikel lesen