Israel

Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel. Bild: Sebastian Scheiner/AP/KEYSTONE

Netanjahu vergleicht Iran mit NS-Regime

16.04.15, 01:42

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zieht einen drastischen Vergleich: Aus Sicht des Regierungschefs ähnelt der derzeitige Iran-Kurs des Westens dem Umgang mit dem NS-Regime vor dem Zweiten Weltkrieg. Hintergrund ist das geplante Atom-Abkommen.

«Die Westmächte haben einen fatalen Fehler vor dem Zweiten Weltkrieg gemacht, und wir sind überzeugt, dass sie auch jetzt einen bitteren Fehler machen», sagte Netanjahu am Mittwochabend in einer TV-Ansprache zum Tag des Gedenkens an den Holocaust. Der Westen verschliesse die Augen vor der aggressiven Politik des Irans wie einst gegenüber Nazi-Deutschland.

Damals habe die freie Welt versucht, das NS-Regime zu beschwichtigen und seinen guten Willen zu kaufen. Warnungen seien ignoriert worden. Und auch heute sei die Blindheit gross. Dabei finde die Aggression des Irans und dessen Unterstützung radikaler islamistischer Gruppen etwa im Jemen, in Syrien oder Gaza vor aller Augen statt, sagte er.

Mit Blick auf die Atomverhandlungen warnte Netanjahu vor einer Aufhebung der Sanktionen. Irans nukleare Infrastruktur könnte nach den Vorgaben von Lausanne bestehen bleiben und gar ausgeweitet werden.

In diesem Lausanner Edel-Hotel fanden die Atom-Verhandlungen statt. Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Der Iran und die UNO-Vetomächte sowie Deutschland hatten sich in Lausanne in einem Rahmenabkommen auf Begrenzungen sowie Überwachungsmechanismen des Atomprogramms geeinigt. Im Gegenzug sollen Sanktionen aufgehoben werden. Der Westen will sicherstellen, dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Israel ist ein entschiedener Gegner des Abkommens. (feb/sda/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • roger.schmid 16.04.2015 07:41
    Highlight Wie oft möchten Israels Politiker die Nazi Karte wohl noch spielen und Sie allen pausenlos unter die Nase halten? Irgendwann ziehts einfach nicht mehr.
    17 1 Melden
  • saukaibli 16.04.2015 07:19
    Highlight Dieser Typ ist an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten. Einen dümmerern Vergleich hat er wohl nicht mehr gefunden. Nur mal so: Iran hat keine Anstalten gemacht sein Terretorium zu vergrössern, im Iran werden Minderheiten vielleicht nicht gerade gefördert, verfolgt werdn sie aber ganz sicher nicht, im Gegensatz zu Israel. Es gibt weltweit wenige Regierungschefs die weiter rechts politisieren als Netanjahu. Merkt dieser Irre denn gar nicht was für einen Stuss sein Maul absondert? Ohne Amis wäre sein Land dasjenige, das wegen Menschenrechtsverletzungen mit krassen Sanktionen belegt würde.
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  • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 07:17
    Highlight Dieser Netanjahu soll sich selber mal überlegen wie er in der Sache Palästina umgeht, dann kann er wieder von Neonationalismus sprechen.
    16 1 Melden
    • thompson 16.04.2015 20:50
      Highlight Warst du schon Israel? Geh dorthin und lerne
      0 3 Melden
  • Asmodeus 16.04.2015 06:48
    Highlight Netanjahu sollte anstatt mit dem Säbel zu rasseln lieber mal versuchen die Zweistaatenlösung voran zu treiben.
    Sonst steht irgendwann nichtmal mehr die USA hinter Israel. Und DANN kann er sich das erste Mal ernsthaft Sorgen um den Iran machen.
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  • Mr. Kr 16.04.2015 02:10
    Highlight Wer im Glaushaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
    14 0 Melden

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