Israel

Juval Steinitz, Geheimdienstminister Israels. Bild: Remy de la Mauviniere/AP/KEYSTONE

Atomdeal mit Iran: Das fordert Israel

07.04.15, 01:51 07.04.15, 08:49

Im Atomkonflikt mit dem Iran hat Israel eigene Bedingungen für ein mögliches Abkommen präsentiert. Der Geheimdienstminister des Landes, Juval Steinitz, sagte am Montag vor Journalisten, er schätze die Unterstützung seitens der USA für sein Land.

Allerdings bleibe die Bedrohung durch den Iran trotzdem bestehen. Niemand könne sagen, dass die ausländische Unterstützung für Israel ausreichend sei, um «solch einer Bedrohung etwas entgegenzusetzen», sagte Steinitz.

Der Minister forderte daher, dass ein Abkommen mit dem Iran über dessen Atomprogramm unter anderem den vollständigen Stopp der Forschung und Entwicklung einer neuen Generation von Zentrifugen sowie die Schliessung der Urananreicherungsanlage Fordo beinhalten müsse. Zudem müsse der Iran dazu verpflichtet werden, seine gesamte Forschung aus der Vergangenheit offenzulegen und internationalen Inspekteuren «jederzeit und überall» Zugang zu allen Anlagen zu ermöglichen. Unter solchen Bedingungen sei ein Abkommen mit dem Iran noch immer nicht «gut, aber angemessener».

Republikaner kritisieren den Deal

Die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland hatten sich in der vergangenen Woche in Lausanne mit dem Iran auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das dem Land die friedliche Nutzung der Kernenergie ohne die Möglichkeit zur Herstellung von Atomwaffen erlauben soll. Israel hatte bereits auf die Einigung auf das Rahmenabkommen scharf reagiert und gefordert, dass der Iran in dem endgültigen Abkommen, das bis zum 30. Juni ausgehandelt werden soll, Israels Existenzrecht anerkennt.

US-Präsident Barack Obama lehnte dies am Montag ab. Diese beiden Dinge verknüpfen zu wollen, sei eine «fundamentale Fehleinschätzung», sagte er dem Radiosender NPR. Derlei Überlegungen gingen über das eigentliche Ziel des Abkommens hinaus. In den USA stehen unter anderem auch die Republikaner dem Atomdeal mit dem Iran skeptisch gegenüber. (feb/sda/afp)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 07.04.2015 08:43
    Highlight Israel ist nicht am Verhandlungstisch als Partei eingeladen und hat deshalb auch keine Forderungen zu stellen.!!
    5 0 Melden
  • Mr. Kr 07.04.2015 08:32
    Highlight Ich verstehe nicht wie dieses Land so viel Straftaten begehen kann ohne bestraft zu werden.. Israel hat selber den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben und lässt auch keine Inspektionen seiner Nuklearanlagen zu.
    9 0 Melden
  • frankyfourfingers 07.04.2015 08:21
    Highlight klar, als die israelis sich damals unter die hand die atombombe geholt hat, hätten sie sich bestimmt auch dreinreden lassen...
    4 0 Melden
  • amore 07.04.2015 07:02
    Highlight Israel hat nichts zu fordern. Nicht bevor es sich in seine ursprünglichen Staatsgrenzen zurückgezogen hat. Ein Land, das auf fremden Territorien Siedlungen baut und die dort heimische Bevölkerung unterdrückt, sollte per UN-Beschluss seine Atomwaffen abgeben.
    16 2 Melden

Tempelberg-Krise eskaliert: Palästina bricht Beziehungen zu Israel ab

Der Streit um den Tempelberg in Jerusalem ist am Freitag eskaliert und hat mindestens drei Menschenleben gefordert. Wegen der verschärften Kontrollen am Jerusalemer Tempelberg hat die Palästinensische Autonomiebehörde die diplomatischen Beziehungen zu Israel eingefroren. 

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte am Freitag, die Beziehungen würden erst dann wieder aufgenommen, wenn Israel die Sicherheitsmassnahmen wieder aufhebe. Zuvor war der Streit um die Massnahmen eskaliert.

Nach dem …

Artikel lesen