Israel
A Palestinian firefighter works during efforts to extinguish a fire at Gaza's main power plant, which witnesses said was hit in Israeli shelling, in the central Gaza Strip July 29, 2014. Israel's military pounded targets in the Gaza Strip on Tuesday after Prime Minister Benjamin Netanyahu said his country should prepare for a long conflict in the Palestinian enclave, squashing any hopes of a swift end to 22 days of fighting. Witnesses said the fuel storage at Gaza's main power plant was struck, sending thick black plumes of smoke up into the air and leaving Gaza City and many other areas in the battered enclave without electricity. Israel launched its offensive on July 8 saying it wanted to halt rocket attacks by Hamas and its allies. REUTERS/Ahmed Zakot (GAZA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

Die Treibstofftanks des einzigen Kraftwerks im Gazastreifen brennen. Bild: AHMED ZAKOT/REUTERS

Eskalation im Nahen Osten

Schwere Explosionen im Minutentakt – einziges Kraftwerk im Gazastreifen lahm gelegt

Einwohner der Stadt Gaza berichteten von den bisher schlimmsten Angriffen der israelischen Armee seit Beginn der Offensive vor drei Wochen. Dabei ist auch das einzige Kraftwerk im Gazastreifen getroffen worden.

29.07.14, 12:53 29.07.14, 16:35

Bei nächtlichen Angriffen der israelischen Armee ist nach palästinensischen Angaben das einzige Kraftwerk im Gazastreifen getroffen worden. Die Anlage sei ausser Betrieb, sagte ein Vertreter der Energiebehörde des Gazastreifens. Laut seinen Angaben wurde bei den Angriffen der Dampfgenerator des Kraftwerks beschädigt. Die Treibstofftanks fingen Feuer.

Die Anlage versorgt etwa ein Drittel der Haushalte im Gazastreifen mit Strom. Es war in der Vergangenheit immer wieder gedrosselt oder ganz abgeschaltet worden, weil sich die Einfuhr von Treibstoff als schwierig gestaltete. Israel und die Hamas hatten ihre gegenseitigen Angriffe in der Nacht wieder ausgeweitet, es gab Tote auf beiden Seiten. Israel griff das Haus von Hamas-Anführer Ismail Hanija an, verletzt wurde dort aber niemand.

Die israelische Luftwaffe bombardierte in der Nacht zum Dienstag auch das Haus des Hamas-Anführers Hanija. Bild: OLIVER WEIKEN/EPA/KEYSTONE

Israel ruft Palästinenser zur sofortigen Räumung der Häuser auf

Die israelische Armee hatte die Einwohner in Teilen des Gazastreifens zur sofortigen Räumung ihrer Häuser aufgerufen. Die Warnungen seien an Palästinenser in Sadschaija, Saitun und dem östlichen Teil von Dschebalia sowie in Beit Lahia und Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen geschickt worden, teilte die Armee mit. 

Die Zivilisten sollten sich ins Zentrum der Stadt Gaza begeben, hiess es in den Botschaften, die per Telefon oder SMS übermittelt wurden. Die Armee sendet solche Mitteilungen für gewöhnlich vor massiven Angriffen. 

Bild: MOHAMMED SALEM/REUTERS

Schlimmste Nacht seit Beginn der Offensive

Israel griff laut Medienberichten in der Nacht von See, aus der Luft und mit Artillerie etwa 150 Ziele im Gazastreifen an. Einwohner der Stadt Gaza berichteten von den bisher schlimmsten Angriffen seit Beginn der Offensive vor drei Wochen. Drohnen seien über die Häuser geflogen, schwere Explosionen hätten die Stadt im Minutentakt erschüttert. 

Die palästinensischen Rettungsdienste verzeichneten am Morgen bereits 26 getötete Palästinenser, darunter 9 Frauen und 4 Kinder. Die radikale Organisation Islamischer Dschihad teilte mit, in Rafah sei ein ranghoher Kommandant der Gruppierung getötet worden. Die israelische Luftwaffe bombardierte in der Nacht zum Dienstag auch das Haus des Hamas-Anführers Hanija. Das Haus im Palästinenserlager Schati im Nordwesten des Gazastreifens sei zwei mal angegriffen worden, sagte Hanijas Sohn Abdel Salam Hanija.

Auch eine Moschee wurde von israelischen Raketen getroffen. Bild: SUHAIB SALEM/REUTERS

10 tote israelische Soldaten in 24 Stunden

Die israelische Armee gab bekannt, dass binnen 24 Stunden 10 israelische Soldaten getötet worden seien. Fünf israelische Soldaten wurden in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen bei einem Feuergefecht mit einem palästinensischen Kommando getötet. Die Palästinenser hatten dort versucht, durch einen Tunnel bei Nahal Os israelisches Staatsgebiet zu erreichen.

Die Zahl der Palästinenser, die seit dem Beginn der Konfrontation am 8. Juli getötet wurden, erhöhte sich auf 1113. Die Zahl der getöteten israelischen Soldaten stieg auf 53. Zudem wurden 3 israelische Zivilisten tödlich verwundet. (whr/sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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