Israel
Israeli forces' flares light up the night sky of Gaza City on early Tuesday, July 29, 2014. A truce between Israel and Hamas militants in Gaza remained elusive as diplomats sought to end the fighting at the start of the Eid al-Fitr holiday, marking the end of the Muslim holy month of Ramadan. (AP Photo/Khalil Hamra)

Bomben regnen auf Gaza Stadt nieder. Bild: Khalil Hamra/AP/KEYSTONE

Nächtliche Bombardements

Heftige Angriffe auf Gaza – Haus von Ministerpräsident Hanija bombardiert

29.07.14, 04:28 29.07.14, 08:34

Israel und die Hamas haben ihre gegenseitigen Angriffe in der Nacht zum Dienstag wieder ausgeweitet, es gab Tote auf beiden Seiten. Israel griff das Haus von Hamas-Anführer Ismail Hanija an, verletzt wurde dort aber niemand. 

Das Gebäude eines TV- und Radiosenders der Hamas wurde bei den Bombardements getroffen. Bild: /AP/KEYSTONE

Die israelische Armee hatte die Einwohner in Teilen des Gazastreifens zur sofortigen Räumung ihrer Häuser aufgerufen. Die Warnungen seien an Palästinenser in Sadschaija, Saitun und dem östlichen Teil von Dschebalia sowie in Beit Lahia und Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen geschickt worden, teilte die Armee mit. 

Die Zivilisten sollten sich ins Zentrum der Stadt Gaza begeben, hiess es in den Botschaften, die per Telefon oder SMS übermittelt wurden. Die Armee sendet solche Mitteilungen für gewöhnlich vor massiven Angriffen. 

Israel griff laut Medienberichten in der Nacht von See, aus der Luft und mit Artillerie etwa 150 Ziele im Gazastreifen an. Einwohner der Stadt Gaza berichteten von den bisher schlimmsten Angriffen seit Beginn der Offensive vor drei Wochen. Drohnen seien über die Häuser geflogen, schwere Explosionen hätten die Stadt im Minutentakt erschüttert. 

Raketen auf Haus von Hamas-Anführer

Das Haus des Ministerpräsidenten Ismail Hanija soll bei den Bombardements getroffen worden sein. Bild: ISMAIL ZAYDAH/REUTERS

Tweet eines britischen Journalisten.

Die palästinensischen Rettungsdienste verzeichneten am Morgen bereits 26 getötete Palästinenser, darunter 9 Frauen und 4 Kinder. Die radikale Organisation Islamischer Dschihad teilte mit, in Rafah sei ein ranghoher Kommandant der Gruppierung getötet worden. 

Die israelische Luftwaffe bombardierte in der Nacht zum Dienstag auch das Haus des Hamas-Anführers Hanija. Das Haus im Palästinenserlager Schati im Nordwesten des Gazastreifens sei zweimal angegriffen worden, sagte Hanijas Sohn Abdel Salam Hanija. 

Die israelische Armee gab bekannt, dass binnen 24 Stunden 10 israelische Soldaten getötet worden seien. Fünf israelische Soldaten wurden in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen bei einem Feuergefecht mit einem palästinensischen Kommando getötet. Die Palästinenser hatten dort versucht, durch einen Tunnel bei Nahal Os israelisches Staatsgebiet zu erreichen. 

Die Zahl der Palästinenser, die seit dem Beginn der Konfrontation am 8. Juli getötet wurden, erhöhte sich auf 1113. Die Zahl der getöteten israelischen Soldaten stieg auf 53. Zudem wurden drei israelische Zivilisten tödlich verletzt. 

Keine Waffenruhe in Sicht

Die internationalen Appelle für eine Waffenruhe blieben zunächst fruchtlos. US-Aussenminister John Kerry erklärte, seine Bemühungen um eine Waffenruhe fortsetzen zu wollen. Letztlich könne die Krise in der Region aber nur beigelegt werden, wenn die «Hamas und alle anderen Terrorgruppen entwaffnet» würden. 

Das französische Präsidialamt hatte am Montagabend erklärt, die politischen Führungen der USA, Deutschlands, Frankreichs, Grossbritanniens und Italiens hätten sich darauf geeinigt, ihre «Anstrengungen zu verdoppeln», um eine Waffenruhe zu erreichen. 

Am Dienstag solle eine hochrangige palästinensische Delegation in Ägypten über eine Waffenruhe zwischen Israel und den militanten Palästinensern diskutieren, erklärte ein hochrangiger palästinensischer Funktionär, der namentlich nicht genannt werden wollte. Angeblich soll auch ein Vertreter der Hamas dabei sein. (aegsda/afp/dpa) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 29.07.2014 10:45
    Highlight Die Hamas hat Gaza in der Zeit ihrer Herrschaft in ein korruptes, autoritäres und aggressives Gebilde verwandelt. Hamas bedrohte nicht nur Israel, sondern auch Ägypten und die Fatah. Das Einzige, was die Palästinenser mit Hamas verliert, ist ein militanter Störfaktor im Nahen Osten. Also kein wirklicher Verlust.
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