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epa04334876 The parents of Israeli Staff Sgt. Adi Briga, 23, mourn on his flag draped coffin as soldiers stand by holding ropes in order to lower the coffin into his grave during his military funeral in Ashkelon, Israel, 29 July 2014. Briga was one of four Israeli soldiers who were killed in a motor attack 28 July carried out by Palestinian militants near the Gaza Strip border.  EPA/JIM HOLLANDER

Trauernde Eltern: Über 60 israelische Soldaten getötet. Bild: JIM HOLLANDER/EPA/KEYSTONE

Vermisster israelischer Soldat ist laut Armee im Kampf gestorben – Kämpfe dauern an

02.08.14, 20:59 03.08.14, 08:42

Der vermisste israelische Soldat ist tot. Der Leutnant sei am Freitag beim Kampf im Gazastreifen ums Leben gekommen, teilte das israelische Militär in der Nacht auf Sonntag mit. Israel hatte militante Palästinenser verdächtigt, den Soldaten verschleppt zu haben. 

This undated photo shows Israeli Army 2nd. Lt. Hadar Goldin, 23 from Kfar Saba, central Israel. Israeli army spokesman Lt. Col. Peter Lerner said Friday, Aug. 1, 2014 that Goldin was apparently captured by Hamas militants who came through a tunnel from the Gaza Strip and another two soldiers were killed. An hour after Friday's cease-fire started, gunmen emerged from one or more Gaza tunnels and opened fire at Israeli soldiers, with at least one of the militants detonating an explosives vest, said Lerner. Goldin was apparently captured during the ensuing mayhem and taken back into Gaza through a tunnel. (AP Photo/YNet News)

Bei Kampfeinsatz getötet: vermisster israelischer Soldat. Bild: AP/YNET News

Die Armee hatte mit einem grossen Armeeeinsatz nach dem Soldaten gesucht. Ganze Truppenformationen durchkämmten im südlichen Gazastreifen Häuser und verdächtige Orte, unterstützt von schwerem Artilleriefeuer. Die meisten dieser Ziele lagen in der südlichen Stadt Rafah und ihrem Umland. Dort sollen Militante den israelischen Soldaten am Freitagmorgen entführt haben. 

Nach palästinensischen Angaben kamen seither über 100 Menschen ums Leben. Der bewaffnete Arm der Hamas, die al-Kassam-Brigaden, bestritt am Samstagmorgen, den Soldaten in seine Gewalt gebracht zu haben. «Wir haben den Kontakt zu den an dem Überfall beteiligten Kämpfern verloren, und wir vermuten, dass sie alle bei dem (nachfolgenden israelischen) Bombardement getötet wurden», hiess es in einer Mitteilung. Dabei sei wohl auch der Soldat ums Leben gekommen. 

Angriff bei Tunnelzerstörung 

Nach Angaben des israelischen Militärs arbeitete die Einheit des Vermissten an der Zerstörung eines Tunnels der Hamas, als militante Palästinenser sie angriffen. Der unterirdische Gang reichte zwei Kilometer tief in israelisches Gebiet hinein. Die palästinensischen Kämpfer seien aus dem Tunnel heraus aufgetaucht und hätten den israelischen Trupp angegriffen, berichtete die «Jerusalem Post».

Demnach zündete einer von ihnen eine Sprengstoffweste, wie sie Selbstmordattentäter verwenden. Zwei israelische Soldaten wurden dabei getötet. Unklar ist, ob auch der vermisste Soldat dabei gestorben war.

Widersprüchliche Angaben

Der israelischen Armee zufolge ereignete sich der Angriff am Freitag anderthalb Stunden nach Beginn einer dreitägigen humanitären Waffenruhe, welche die UNO und die USA zwischen Israel und militanten Palästinensern vermittelt hatten. Israel erklärte daraufhin die Waffenruhe für gescheitert und verstärkte seine Angriffe. 

Seit Beginn der israelischen Offensive wurden mindestens 1650 Palästinenser getötet. Rund 8900 Menschen erlitten Verletzungen.

Palästinensisches Gesundheitsministerium 

Ein ranghohes Hamas-Mitglied widersprach dieser Darstellung. Der Vorfall sei vor Beginn der Waffenruhe passiert, sagte Mussa Abu Marsuk, der Vize-Auslandschef der radikal-islamischen Hamas, der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seit Beginn der israelischen Offensive mindestens 1650 Palästinenser getötet, darunter viele Zivilsten. Rund 8900 Menschen wurden demnach verletzt. 

Auf israelischer Seite wurden im Gaza-Krieg mindestens 63 Soldaten und drei Zivilisten getötet; am Freitag war angeblich ein israelischer Soldat gefangen genommen worden. 

Sieben Palästinenser bei Luftangriffen getötet 

Bei mehreren israelischen Luftangriffen wurden nach palästinensischen Angaben am frühen Sonntagmorgen sieben Menschen im Gazastreifen getötet. 15 Palästinenser seien verletzt worden, berichteten Sanitäter. Bewohner des Küstenstreifens am Mittelmeer berichteten, dass israelische Kampfjets mehrere Gebiete bombardiert hätten. (kad/sda/reu)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 03.08.2014 13:45
    Highlight Wenn die Nachricht vom Tod stimmt, ist das für den gesamten Konflikt "besser", als wenn die Vergeltung mehrere hundert Tote fordert. Für die Angehörigen ist es traurig. Dieser aus reiner Verzweiflung so asymetrisch geführte Krieg lässt sich nicht gewinnen. Diese Tunnels müssen aber weg, weil von da immer wieder Angriffe mit Raketen im nahen Grenzgebiet geführt wurden. Damit wird der tote Soldat zum Held, weil er seine Landsleute verteidigt hat und Leben beschützte (mit seinem Leben). Diese Menschen sind alle in den Konflikt hineingeboren worden und der gegenseitige Hass wird mit jeden Toten stärker und weitergegeben.
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