Israel
A Palestinian woman reacts as a pool of blood from wounded and dead people is seen on the ground following what witnesses said was an Israeli air strike at a United Nations-run school, where displaced Palestinians take refuge, in Rafah in the southern Gaza Strip August 3, 2014. An Israeli air strike killed at least 10 people and wounded about 30 others on Sunday in a U.N.-run school in the southern Gaza Strip, witnesses and medics said, as dozens died in renewed Israeli shelling of the enclave.The Israeli military declined immediate comment on the attack, the second to hit a school in less than a week. Israel began its air and naval offensive against Gaza on July 8 following a surge of cross-border rocket salvoes by Hamas and other guerrillas, later escalating into ground incursions. REUTERS/Ibraheem Abu Mustafa (GAZA - Tags: CIVIL UNREST MILITARY POLITICS CONFLICT TPX IMAGES OF THE DAY)

Wieder wurde eine UNO-Schule Ziel israelischer Angriffe. Bild: IBRAHEEM ABU MUSTAFA/REUTERS

Nahost

Feuerpause nach Beschuss von UNO-Schule im Gazastreifen

03.08.14, 11:45 04.08.14, 00:41

Israel will am Montag in einem grossen Teil des Gazastreifens die Waffen ruhen lassen. Die Feuerpause aus humanitären Gründen soll sieben Stunden dauern und um 10 Uhr Ortszeit beginnen, wie das Verteidigungsministerium in der Nacht auf Montag mitteilte. Ausgenommen von der Waffenruhe seien Teile der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens, in der israelische Einsatzkräfte nach wie vor gegen die Hamas kämpften, hiess es weiter.

Bei Angriffen werde sich Israel zudem verteidigen. Mit dem Schritt solle unschuldigen Zivilisten eine Atempause verschafft und humanitäre Hilfe ermöglicht werden.

Am Sonntag waren bei einem erneuten Angriff auf eine UNO-Schule im Gazastreifen nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte mindestens sieben Menschen getötet worden. Bei dem Angriff in der Grenzstadt Rafah im Süden seien zudem 30 Menschen verletzt worden.

Eine aus der Luft abgefeuerte Rakete sei im Eingangsbereich der von den Vereinten Nationen (UNO) betriebenen Schule eingeschlagen, sagten Sanitäter und andere Zeugen. Hunderte Palästinenser hatten auf dem Gelände Zuflucht vor den seit Wochen andauernden israelischen Angriffen gesucht.

Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe den Vorfall. Bei den Angriffen der israelischen Streitkräfte in Rafah wurden gemäss Angaben von Spitälern mindestens 30 Menschen getötet. Neun der Opfer gehörten zu einer einzigen Familie.

Verletzte werden geborgen. Bild: IBRAHEEM ABU MUSTAFA/REUTERS

Israel: Rückzug von Bodentruppen

Israel begann unterdessen mit dem Rückzug von Bodentruppen aus dem Gazastreifen. Zudem würden andere Truppenteile innerhalb des palästinensischen Küstengebiets verlegt, sagte Armeesprecher Peter Lerner der Nachrichtenagentur AFP und bestätigte damit erstmals offiziell die Einleitung eines teilweisen Abzugs der Bodentruppen.

«Wir ziehen Truppenteile zurück, andere verändern ihre Position innerhalb des Gebiets, diese Operationen dauern derzeit an», sagte Lerner. Zugleich kündigte der Sprecher an, dass «schnelle Einsatzkommandos vor Ort bleiben werden, die bei Bedarf gegen die Hamas vorgehen können».

Innerhalb von 24 Stunden solle diese Umgruppierung abgeschlossen sein, sagte Lerner. «Dann wird es eine andere Art von Bodenoperation sein, aber wir werden dort weiter im Einsatz sein», ergänzte er. Die Armee sei nahe an der Erfüllung des Ziels, alle nach Israel führenden Angriffstunnel zu zerstören.

Israel hat Truppen zurückgezogen. Bild: SIEGFRIED MODOLA/REUTERS

Hamas-Delegation landet in Ägypten

Unterhändler der im Gazastreifen regierenden Hamas trafen derweil zu möglichen Verhandlungen über eine Waffenruhe in Kairo ein. Eine sechsköpfige Delegation sei mit einem Flugzeug aus dem Golfstaat Katar gekommen, sagte ein Flughafensprecher.

Die Hamas hat bislang ihre Zustimmung zu einer Waffenruhe davon abhängig gemacht, dass Ägypten seinen Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen wieder öffnet. Am Samstagabend waren bereits Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Kairo eingetroffen.

Israel will vorerst keine Delegation nach Kairo schicken. «Mit der Hamas über einen Waffenstillstand zu reden, hat keinen Sinn», sagte ein hoher israelischer Regierungsbeamter am Samstag. (aeg/sda/reu)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thomas Binder 04.08.2014 05:11
    Highlight Die letzte verbliebene Lobby der Palästinenser ist die Menschlichkeit.

    Der wunderbare Stephen Hawking boykottiert Israel für dessen unglaubliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit und wir alle, die ein Herz und ein Rückgrat haben, sollten dies auch tun, solange bis dort dasselbe geschieht wie es in Südafrika auch erst nach massivem internationalem öffentlichem Druck und Boykotts plötzlich problemlos möglich war: Ein friedliches Zusammenleben in einem Staat. Schliesslich unterscheiden sich, anders als dort, die eng verwandten Israeli und Palästinenser nicht einmal äusserlich.
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  • zombie1969 03.08.2014 12:32
    Highlight Man weiss nicht, was man mehr verachten soll. Die Dummheit oder die Gewalt der Hamas, sich hinter lebendigen Menschen zu verstecken und so immer grössere Teile ihres Volkes zu opfern in dem Glauben, sie könne dadurch die Weltöffentlichkeit zum Handeln aufrütteln. Alle werden soziale Anteilnahme bekunden, aber kein Mensch wird nach Palästina fahren, sich eine Waffe in die Hand drücken lassen, um für die Sache Palästinas zu kämpfen. Daran zu glauben, so dumm ist nur die Hamas.
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    • The Destiny 04.08.2014 09:31
      Highlight Zitat:
      Jürgen Todenhöfer hat bei "Anne Will" am Mittwochabend in deutlichen Worten gesagt, was er vom Krieg gegen Bevölkerung in Gaza hält. "Israel hat das Recht, sich gegen die Raketen der Hamas zu verteidigen. Israel hat nicht das Recht, sich in einer Bombardierungsorgie zu verteidigen. Und das was ich gesehen habe, war eine Bombardierungsorgie. Es war so unverhältnismässig, dass ich sage: Es war ein Kriegsverbrechen.

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Internationale Gemeinschaft erhöht Druck im Nahost-Konflikt 

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