Israel
ISRAEL/GAZA BORDER, ISRAEL - AUGUST 02 : (ISRAEL OUT) An Israeli soldier speaks at the phone on a tanks in a deployment area on August 02, 2014 on Israel's border with the Gaza Strip. The Israeli military on Friday cited indications that the officer, Second Lt. Hadar Goldin, 23, was taken captive in Rafah, a city in the Gaza Strip's south. Two other soldiers were killed in the attack, raising the number of Israeli military fatalities to 63. The announcement came not long after a 72-hour humanitarian cease-fire agreed upon by Israel and Hamas collapsed within two hours of being launched.   (Photo by Lior Mizrahi/Getty Images)

Israel sucht mit einem massiven Armeeeinsatz nach einem Soldaten, den vermutlich militante Palästinenser am Freitag entführt haben.  Bild: Getty Images Europe

Vermisster Leutnant

Israelische Soldaten suchen im südlichen Gaza-Streifen nach vermissten Leutnant

Mit einem Grosseinsatz sucht die israelische Armee ihren verschwundenen Leutnant. 200 Ziele im Gaza-Streifen wurden in 24 Stunden bombardiert. Die Waffenstillstandsgespräche sind geplatzt. 

02.08.14, 16:25

Ein Artikel von

Israel sucht mit einem massiven Armeeeinsatz nach einem Soldaten, den vermutlich militante Palästinenser am Freitag entführt haben. Ganze Truppenformationen durchkämmten im südlichen Gaza-Streifen Häuser und verdächtige Orte, unterstützt von massivem Artilleriefeuer, berichtete die israelische Tageszeitung «Haaretz» am Samstag online. Eine Militärsprecherin bestätigte, dass Israel in den vergangenen 24 Stunden 200 Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer angegriffen hat. 

Die meisten dieser Ziele lagen in der südlichen Stadt Rafah und ihrem Umland. Dort hatten militante Islamisten den israelischen Soldaten am Freitagmorgen entführt. Bei den Angriffen wurden in der Nacht mindestens 50 Palästinenser getötet, teilte Aschraf al-Kidra, der Sprecher des örtlichen Gesundheitsministeriums, mit. 

Israelische Flugzeuge bombardierten am Samstag auch die der Hamas nahestehende Islamische Universität in der Stadt Gaza. Die Armee habe dort ein Waffenlabor lokalisiert, sagte eine israelische Militärsprecherin. Die Hochschuleinrichtung war auch im Gaza-Konflikt zur Jahreswende 2008/09 mit einer ähnlichen Begründung bombardiert worden. 

Das Schicksal des vermissten 23 Jahre alten Leutnants Hadar Goldin ist unklar. Bild: AP/YNET News

Anwohner in Nord-Gaza dürfen in Häuser zurückkehren 

Am Samstagnachmittag gab die Armee bekannt, Anwohner der Stadt Beit Lahija im Norden des Gaza-Streifens könnten in ihre Häuser zurückkehren – möglicherweise ein Signal, dass die Offensive dort zurückgefahren werden könnte. «Haaretz» zitierte einen hochrangigen Armeevertreter mit den Worten, es seien «fast alle Tunnel der Hamas» im Gaza-Streifen zerstört. 

Am frühen Samstagmorgen setzte auch die palästinensische Seite ihre Angriffe auf Israel fort. In Tel Aviv heulten um 5 Uhr die Warnsirenen. Nach Angaben des israelischen Militärs schoss die Raketenabwehr zwei Raketen über Tel Aviv und eine über der südlichen Stadt Beerscheva ab. Am Tag zuvor hatten die Militanten rund 40 Geschosse aus dem Gaza-Streifen auf Israel abgefeuert. 

Schicksal des vermissten Soldaten ungewiss 

Das Schicksal des vermissten 23 Jahre alten Leutnants Hadar Goldin ist unklar. Der bewaffnete Arm der Hamas, die Kassam-Brigaden, bestritt am Samstagmorgen, den Soldaten in seine Gewalt gebracht zu haben. «Wir haben den Kontakt zu den an dem Überfall beteiligten Kämpfern verloren, und wir vermuten, dass sie alle bei dem (nachfolgenden israelischen) Bombardement getötet wurden», hiess es in einer Mitteilung. Dabei sei wohl auch der Soldat ums Leben gekommen. 

Nach einer Meldung der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan hatten die Kassam-Brigaden zuvor noch bestätigt, Goldin gefangen genommen zu haben. 

Die in Kairo geplanten Waffenstillstandsgespräche scheinen nach der Entführung geplatzt. Israel wird nach Regierungsangaben vorerst keine Delegation nach Kairo schicken. In Kairo werden am Samstag Vertreter verschiedener Palästinenserorganisationen zu Gesprächen erwartet. Ägyptens Präsident Abd al-Fattah al-Sisi hatte am Vormittag deutlich gemacht, dass er die Verhandlungen nicht verloren gibt. (pma/fab/AFP/dpa/Reuters)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Israelischer Soldat Asaria geht nach Tötung eines Palästinensers in Berufung

Der wegen der Tötung eines schwer verletzten Palästinensers verurteilte israelische Soldat Elor Asaria geht in Berufung. Sein Verteidiger Joram Scheftel legte am Mittwoch Einspruch beim zuständigen Militärgericht ein.

Drei weitere Verteidiger Asarias, die den Soldaten seit seiner Festnahme vertreten hatten, gaben den Fall hingegen ab. Sie seien der Auffassung, dass andere Vorgehensweisen als ein Berufungsverfahren besser für Asaria gewesen wären, hiess es in einer Erklärung.

Der Fall hatte in …

Artikel lesen