Israel
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A picture taken from the southern Israeli border with the Gaza Strip shows Israeli flares illuminating the Palestinian coastal enclave, on July 7, 2014. Israeli air strikes on Gaza, that killed at least seven Palestinian militants overnight, came after a day in which armed groups fired at least 25 rockets and mortar rounds at southern Israel. The Gaza violence came as violence raged across annexed east Jerusalem and Arab towns in Israel following the kidnap and murder of a Palestinian teenager in a suspected revenge attack by Jewish extremists who burned him alive. AFP PHOTO / JACK GUEZ

Das israelische Militär flog in der Nacht auf Dienstag Dutzende Luftangriffe. Bild: AFP

Angst vor neuem Krieg wächst

Israel bereitet sich auf Einsatz von Bodentruppen vor – Kreuzfahrtschiff von Rakete getroffen

08.07.14, 05:06 08.07.14, 16:30

Nach dem Beginn einer Luftoffensive im Gazastreifen stellt sich die israelische Armee auch auf den Einsatz von Bodentruppen in dem Palästinensergebiet ein. Das kündigte der israelische Militärsprecher Peter Lerner am Dienstag an. Die Regierung hat der Armee grünes Licht für die Mobilisierung von bis zu 40'000 Reservesoldaten gegeben. 

Nach Aussagen des Militärsprechers hat die Offensive zwei Ziele: «Wir wollen der Hamas im Gazastreifen einen Schlag versetzen und die Raketenangriffe auf Israel verringern», sagte Lerner. Am Montag seien rund 80 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert worden. «Wir werden dem ein Ende setzen», sagte er. Es gebe keine zeitliche Beschränkung der Operation. «Wir stellen uns auf den möglichen Einsatz von Bodentruppen ein», sagte Lerner. «Aber ich denke nicht, dass das sofort passieren wird.»

Der Flughafen von Gaza wird bombardiert.

Nach Dutzenden Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israel eine neue Offensive gestartet. Vertretern der radikalislamischen Hamas zufolge flogen israelische Kampfjets am Dienstagmorgen etwa 50 Angriffe. Auch Wohnhäuser seien beschossen und zerstört worden. 

Zwölf Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der lokalen Notfalldienste. Eine Sprecherin des israelischen Militärs bestätigte die Luftschläge. Zu Berichten über Angriffe auf Wohnhäuser konnte sie sich zunächst nicht äussern. 

Arabische Liga fordert Krisensitzung des UNO-Sicherheitsrates

Angesichts der Eskalation im israelisch-palästinensischen Konflikt hat die Arabische Liga eine Krisensitzung des UNO-Sicherheitsrates gefordert. Das höchste UNO-Gremium solle sich mit der Lage im Gazastreifen befassen, hiess es in einer am Dienstag in Kairo veröffentlichten Erklärung des Staatenbundes. (sda)

Nach Angaben des israelischen Militärs trägt die nun gestartete Offensive den Namen «Operation Protective Edge» (hebräisch: «Zuk Eitan»). Ihr Ziel sei es, den Terror zu beenden, der die Israelis täglich bedrohe, schrieb ein Sprecher auf Twitter. Vorbereitungen der Armee auf einen grösseren Einsatz liefen bereits. Zuletzt wurden nach Angaben eines Sprechers 1500 Reservisten mobilisiert.

REFILE - ADDING ADDITIONAL INFORMATION

An Israeli soldier salutes atop an armoured personnel carrier (APC) near the border with the southern Gaza Strip July 7, 2014. Israeli air strikes killed seven Hamas militants in the Gaza Strip on Monday, the Islamist group said, in the deadliest attacks in a surge of violence exacerbated by the kidnapping and killing of three Israeli youths and a Palestinian teen. The Israeli military said its aircraft targeted

Bereit zum Einsatz: Israel hat 1500 Reservisten mobilisiert. Bild: BAZ RATNER/REUTERS

Warnanrufe vor Beschuss 

Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen zerstörten israelische Kampfflugzeuge am frühen Dienstagmorgen im Süden des Gazastreifens drei Häuser von Hamas-Mitgliedern. Die dort lebenden Familien hätten zuvor einen Warnanruf der israelischen Armee erhalten. 

Der bewaffnete Arm der Hamas warnte umgehend vor weiteren solchen Attacken. Angriffe auf Wohnhäuser seien eine rote Linie, schrieben die al-Kassam-Brigaden in einer per E-Mail verbreiteten Mitteilung. Sollte dies nicht gestoppt werden, «werden wir darauf mit einer überraschenden Ausweitung unserer Attacken reagieren». 

Die Hamas hatte am Montagabend Dutzende von Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, es seien Ortschaften im Umkreis von 40 Kilometern vom Gazastreifen angegriffen worden. Zahlreiche Raketen seien vom Abwehrsystem «Iron Dome» abgefangen worden. Dem Militär zufolge erfolgten am Morgen weitere Raketenangriffe aus dem Gazastreifen. 

Israeli soldiers ride atop a tank outside the southern Gaza Strip July 7, 2014. Israel launched a series of air strikes on Gaza early on Monday to quell Hamas rocket fire, and the Islamist group's armed wing said seven of its gunmen were killed, making it the deadliest day for Hamas since a 2012 cross-border war with the Jewish state. Israeli military authorities confirmed the strikes, saying they

Bild: BAZ RATNER/REUTERS

Sorge vor neuem Krieg 

Die Gewalt zwischen Israelis und militanten Palästinensern eskaliert zusehends. Beide Seiten beschiessen sich seit Tagen mit Raketen und Granaten. In mehreren Städten kam es zu Krawallen. Auslöser waren die Entführung und die Ermordung von drei jüdischen Religionsschülern sowie der mutmassliche Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen. In der Region wächst die Sorge vor einem neuen Gaza-Krieg sowie einem neuen Palästinenser-Aufstand. 

Israel's Foreign Minister Avigdor Lieberman speaks during a news conference at the Knesset, Israel's parliament, in Jerusalem July 7, 2014. Lieberman announced on Monday his party was ending its merger with Prime Minister Benjamin Netanyahu's Likud, saying differences over how to confront the Palestinian Hamas group had contributed to the break. REUTERS/Ronen Zvulun (JERUSALEM - Tags: POLITICS)

Aussenminister Avigdor Lieberman brach das Bündnis seiner Partei mit dem regierenden Lukid.  Bild: RONEN ZVULUN/REUTERS

Im Streit um das richtige Vorgehen angesichts der Eskalation der Gewalt brach Aussenminister Avigdor Lieberman das Bündnis seiner Partei mit dem regierenden Likud. Seine Fraktion wolle aber in der von Regierungschef Benjamin Netanjahu geführten Koalition bleiben. 

Trümmer auf Kreuzfahrtschiff 

Unfreiwillig hineingezogen in die Auseinandersetzungen wurden die Passagiere und die Besatzung eines Kreuzfahrtschiffes. Wie ein Korrespondent der ARD-«Tagesthemen» unter Berufung auf einen Passagier berichtete, fielen Trümmerteile mehrerer abgefeuerter Raketen am Montagabend auf das Schiff Aida Diva

זהבה זועבי/YouTube

Das Unternehmen Aida Cruises teilte mit, bei dem Vorfall seien keine der 2700 Gäste und Crew-Mitglieder verletzt worden. Die auf dem Passagierdeck entdeckten «Kleinstpartikel» hätten keinen Schaden am Schiff angerichtet. Sie könnten nach ersten Einschätzungen von Abwehrraketen stammen. 

Auf dem Kreuzfahrtschiff Aida Diva wurden Raketenteile gefunden. Bild: www.kreuzfahrtguide.com

Eine Archivaufnahme der Aida Diva. Bild: www.kreuzfahrtguide.com

Der Vorfall habe sich beim planmässigen Auslaufen aus dem israelischen Hafen Aschdod, etwa 30 Kilometer nördlich des Gazastreifens, ereignet. Das Schiff habe ohne Verzögerung den Hafen verlassen und befinde sich auf dem Weg nach Kreta. Der Zwischenfall wurde weder von der israelischen Armee noch von Hamas-Vertretern bestätigt. (rey/sda/reu) 



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    Alle Leser-Kommentare
  • Stratosurfer 08.07.2014 13:06
    Highlight Absurde Stellungnahme: Für die Hamas ist der Beschuss von Wohnhäuser eine rote Linie. Auf welche Israelischen Ziele hat die Hamas denn in den letzten Jahren tausende von Raketen abgeschossen?
    3 3 Melden
  • zombie1969 08.07.2014 10:12
    Highlight Auch der fragile innerisraelische Zustand wird durch die Gewaltausbrüche der arabischen Bürger gefährdet. Aufgerufen durch die Fatah, wie Palestinian Media Watch dokumentierte, schürt Abu Mazens Fatah gezielt die Ausschreitungen gegen den Staat Israel und darf somit als verantwortlich für die Unruhen bezeichnet werden. Fatahs Annäherung an Hamas besteht darin, den bewaffneten Terror gezielt durch die Aufwiegelung der arabischen Bevölkerung Israels zu unterstützen, um damit eine zweite Front zu schaffen.
    4 4 Melden

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