Israel
MODI'IN, ISRAEL - JULY 01:  (EDITORS NOTE: Image was created using a variable planed lens.) People attend the funeral ceremony held for the three Israeli teenagers found dead, on July 1, 2014 in Modiin, Israel. The bodies of Eyal Yifrah, 19, Gilad Shaar, 16, and Naftali Fraenkel, 16, were found on Monday, north of the Palestinian town Halhul, near Hebron. The teenagers were reported missing since June 12.  (Photo by Ilia Yefimovich/Getty Images)

Begräbnis der drei ermordeten Israelis. Bild: Getty Images Europe

UNO mahnt zur Zurückhaltung

Nach dem Mord an drei Teenagern: Berichte über Rachemord an Palästinenser  

Nach dem Mord an drei israelischen Teenagern ist es offenbar zu einem Racheakt gekommen: Ein arabischer Jugendlicher ist tot in einem Wald nahe Jerusalem aufgefunden worden. Es besteht der Verdacht, dass rechte Israelis ihn entführt und ermordet haben. 

02.07.14, 07:11 02.07.14, 12:38

Ein Artikel von

Jerusalem – Die Leiche eines arabischen Jugendlichen ist nach israelischen Medienberichten am Mittwoch in einem Wald bei Jerusalem gefunden worden. Es bestehe der Verdacht, dass er zuvor von rechtsgerichteten Israelis entführt worden sei, meldete das Fernsehen. 

Am Dienstag hatten Hunderte Demonstranten in Jerusalem Rache für den Mord an drei jüdischen Jugendlichen gefordert, deren Leichen im Westjordanland gefunden worden waren. Augenzeugen berichteten, der Jugendliche sei im Stadtteil Shoafat in ein Auto gezerrt worden. 

Der Mord an den drei Israelis hatte die Öffentlichkeit tief entsetzt, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte die radikalislamische Hamas für die Tat verantwortlich und drohte mit Vergeltung. 

Das Verschwinden der zwei 16-Jährigen und eines 19-Jährigen, die am 12. Juni entführt worden waren, als sie per Anhalter zwischen Bethlehem und Hebron unterwegs waren, hatte die israelische Öffentlichkeit wochenlang in Atem gehalten. Am Montag wurden dann ihre Leichen auf einem Feld beim Dorf Halhul nordwestlich von Hebron entdeckt – unweit der Stelle, wo sie zuletzt gesehen worden waren. 

Netanjahu droht 

Die drei Jugendlichen wurden am Dienstag unter grosser Anteilnahme beigesetzt. Zehntausende kamen zu der Trauerfeier für die Talmudschüler in Modiin, unter ihnen Netanjahu und Präsident Schimon Peres. 

Netanjahu drohte am Abend vor einer erneuten Sitzung des Sicherheitskabinetts mit einer Verstärkung der Bombenangriffe auf Stellungen der Hamas im Gazastreifen. Der Einsatz im Westjordanland werde parallel fortgesetzt. Laut dem Fernsehen schloss er aber eine Bodenoffensive im Gazastreifen oder die erneute Besetzung des Gebiets aus. 

Uno mahnt 

Bei der wochenlangen Suchaktion nach den Jugendlichen im Westjordanland hatten die israelischen Sicherheitskräfte 420 Palästinenser festgenommen, die meisten von ihnen Mitglieder der Hamas. Mehrere Palästinenser wurden bei dem Einsatz bisher getötet. 

Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte den Mord an den drei israelischen Jugendlichen scharf. Die 15 Mitglieder des mächtigsten Uno-Gremiums seien zutiefst empört, hiess es in einer am Mitteilung, die in der Nacht zum Mittwoch in New York veröffentlicht wurde. Es handele sich um eine «abscheuliche Tat». 

Den Familien der Opfer sprach der Rat sein Beileid aus. Die Verantwortlichen für die Tat müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte das Gremium weiter. Dafür müssten Israel und die Palästinenser weiter zusammenarbeiten. Zudem rief der Rat beide Seiten zur Zurückhaltung auf. 

Nur wenige Stunden später wurde der Tod des palästinensischen Jugendlichen gemeldet. (fab/AFP/dpa/Reuters)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 02.07.2014 14:48
    Highlight duerfen/sollen nun palaestinaensische elitetruppen auch den israelischen parlamentspraesidenten nebst einigen gewaehlten parlamentarierer festnehmen bis die tat aufgeklaert oder wuerde das ............
    1 2 Melden
  • zombie1969 02.07.2014 10:40
    Highlight Die Palästinenser tun weiterhin alles, was sie können, um Israelis zu töten. Man sollte sich von der Idee lösen, man könne eine Bevölkerung befrieden, die keinen Frieden mit Israel will, sondern seine totale Vernichtung. Einen solchen Feind kann man nur bekämpfen und in Schach halten und das ist genau das, was Israel unter Netanjahu tut. Die Komplizen der Mörder an drei vollkommen unbeteiligten Teenager sind die, die dieses Verhalten immer noch goutieren und die nicht sehen, worum es sich bei der Hamas und der palästinensischen Politik dreht. Dass man das in Israel besser versteht als in Europa, ist der Fehler der Europäer, nicht der Israelis. Es muss ein Ende haben, den Mord an Israelis auch noch zu subventionieren. Sämtliche internationale Finanzhilfen an die Palästinenser müssen umgehend eingestellt werden.
    2 3 Melden

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