Israel
A mother trying to cure the fever of her 3 year old son Rami *, with the help of his brother, Shadi *, in a school shelter for the displaced civilians in Gaza Strip, after violence in Gaza city

Eine Mutter versucht das Fieber ihres drei Jahre alten Sohnes zu senken. Ihr anderer Sohn hilft ihr dabei. bild: Jozef Nateel/Save the Children 

Save the Children

Kinderhilfswerk schlägt Alarm: Krankenhäuser in Gaza bald ohne Strom

Den Gesundheitseinrichtungen in Gaza droht der Brennstoff auszugehen. In wenigen Tagen werden sie ohne Strom sein und ihre Arbeit zu einem grossen Teil einstellen müssen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Frühgeburten im Konfliktgebiet massiv zu.

31.07.14, 17:31 31.07.14, 17:57

In Gaza werden überlebenswichtige Güter knapp. Die Strom- und Wasserversorgung droht vollends zu versagen. Das berichtet das Kinderhilfswerk Save the Children. Gesundheitseinrichtungen sind besonders betroffen. Spitäler warnen, dass Sie nur noch genügend Brennstoff haben, um die Generatoren für weitere vier bis fünf Tage am Laufen zu halten. Fast eine Million Kinder sind in Gefahr, den Zugang zu medizinischer Versorgung zu verlieren.

Nach dem Angriff auf das einzige Kraftwerk in Gaza haben die Bewohner in den betroffenen Gebieten für maximal zwei Stunden täglich Strom – wenn überhaupt. Die Wasserversorgung stockt, Abwasserpumpen arbeiten nicht mehr – die sanitären Bedingungen werden dadurch zunehmend prekär. In den überfüllten Notunterkünften steigt die Gefahr von Epidemien.

Verdoppelung der Frühgeburten seit Ausbruch des Konflikts

Jérôme Strijbis, CEO von Save the Children Schweiz, sagt: «In Gaza versuchen Ärzte und Krankenpfleger verzweifelt, das Leben verletzter und kranker Kinder zu retten. Wir brauchen einen anhaltenden Waffenstillstand, damit humanitäre Organisationen lebensrettende Güter wie Nahrung, Wasser, Medizin und Kraftstoff liefern können.»

Save the Children arbeitet seit über 30 Jahren in Gaza und ist eine der grössten Nichtregierungsorganisationen vor Ort. Derzeit versorgen das Hilfswerk Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen mit Medikamenten und medizinischem Zubehör. Die Mitarbeiter verteilen Hygiene-Kits und Neugeborenen-Kits an notleidende Mütter und ihre Kinder.

Selbst Gesundheitseinrichtungen in Gaza sind angegriffen worden. Zusätzlich überfordern die hohe Anzahl Verletzter und die schwindende Menge an Medikamenten die Einrichtungen restlos. Ärzte berichten, dass sich die Zahl der Frühgeburten seit Ausbruch des Konflikts verdoppelt hat – eine Folge des Stresses, den die Frauen im Krisengebiet derzeit erleben.

Mitarbeitende von Save the Children beliefern lokale Partnerorganisationen mit lebensrettenden medizinischen Gütern und Medikamenten.  bild: Jozef Nateel/Save the Children 

«Kraftstoff reicht noch für maximal eine Woche»

Dr. Yousef al Sweiti, Direktor eines Krankenhauses, sagt: «Unser Kraftstoff reicht noch für maximal eine Woche. Wenn die Vorräte leer sind, werden wir aufhören müssen, zu arbeiten. Das wäre eine Katastrophe, denn wir sind eines der wenigen Krankenhäuser der Region. Wenn dieser Krieg weitergeht, stehen wir in Gaza vor einem kompletten Kollaps.»

Ein vollständiger Kollaps des Gesundheitssystems und der Infrastruktur in Gaza hätte verheerende Folgen für die Kinder. Schon jetzt stirbt im Durchschnitt alle zwei Stunden ein Kind an den Folgen des Konflikts.

Save the Children verurteilt jegliche Zerstörung ziviler Infrastruktur und fordert die internationale Gemeinschaft dazu auf, alle diplomatischen Mittel einzusetzen, um ein sofortiges Ende der Gewaltspirale zwischen den besetzten palästinensischen Gebieten und Israel zu erreichen. (viw)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nima Ofner 31.07.2014 18:04
    Highlight schrecklich wenn ich solche Nachrichten lese kommen mir als Mutter nur noch die Tränen
    3 1 Melden
    • mauchmark 31.07.2014 19:50
      Highlight Umso schrecklicher und abscheulicher, wenn man bedenkt, dass sich das gleiche leiden und sterben in Nigeria, Syrien, Libyen und Irak zur gleichen Zeit, im weit grösseren und schrecklicheren Umfang zuträgt.
      Aber sie finden bei uns - entgegen der Palästinenser - weit weniger Gehör und Unterstützung.
      1 1 Melden

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