Italien
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Rettungsaktion im Mittelmeer am 2. September 2014. Bild: EPA/ANSA

Drama auf dem Mittelmeer

«Mare Nostrum» rettete 91'000 Bootsflüchtlinge, doch die Zukunft der Mission ist ungewiss

25.09.14, 12:06 25.09.14, 14:48

Die Flotte aus sieben Schiffen der italienischen Marine, die unter dem Namen «Mare Nostrum» täglich im Mittelmeer zur Rettung der Flüchtlinge patrouilliert, hat bisher 91'000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Die Mission «Mare Nostrum» hatte am 18. Oktober 2013 nach zwei Schiffsunglücken vor Lampedusa mit mehr als 360 Toten begonnen. Sie kostet den italienischen Staat neun Millionen Euro pro Monat. Italien verlangte immer wieder mehr Unterstützung durch die EU, doch da hapert es.

Rettungsaktion für Flüchtlingsboot mit 300 Menschen gestartet

Die Behörden auf der Mittelmeerinsel Zypern haben am Donnerstag eine Rettungsaktion für ein in Seenot geratenes Flüchtlingsboot gestartet. An Bord seien rund 300 Menschen, darunter vor allem Frauen und Kinder, teilte das zyprische Verteidigungsministerium mit. Demnach könnte es sich um Flüchtlinge aus Syrien handeln. Durch die Behörden veröffentlichte Luftbilder zeigten ein vollkommen überladenes Fischerboot bei heftigem Seegang etwa 90 Kilometer südwestlich der Küstenstadt Paphos. Das Boot drohte zu sinken. (whr/sda)

Zur Unterstützung Italiens beim Umgang mit den Mittelmeer-Flüchtlingen hat die EU zwar eine neue Grenzschutzmission in die Wege geleitet. Die Operation «Frontex Plus» unter dem Dach der EU-Grenzschutzagentur Frontex soll die italienische Kontroll- und Rettungsmission «Mare Nostrum» ablösen. Allerdings sind sowohl die Finanzierung als auch der Umfang der Mission noch unklar. Damit Frontex-Missionen zustande kommen, müssen die EU-Staaten Material und Personal stellen.

Dramatische Zunahme der Flüchtlinge aus Syrien

Italien rechnet, dass in diesem Jahr 150'000 Flüchtlinge nach Seefahrten über das Mittelmeer die süditalienische Küste erreichen werden. Seit dem 1. Januar 2014 seien über 130'000 Flüchtlinge eingetroffen, berichtete der römische Bürgermeister Ignazio Marino nach Gesprächen mit Politikern des Innenministeriums am gestrigen Mittwoch.

Die Flüchtlingswelle, mit der Italien zurzeit konfrontiert ist, sei wesentlich grösser als jene zur Zeit des Arabischen Frühlings 2011. Im Jahr 2011 waren 60'000 Menschen in Italien eingetroffen, berichtete Marino. Vor allem die Zahl der Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien hat in den vergangenen Monaten dramatisch zugenommen. (whr/sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 25.09.2014 12:39
    Highlight Wir müssen den heillos überforderten italienischen Behörden danken. Sie versuchen diese Flüchtlingswelle fast im Alleingang zu stemmen, während die EU-Mitgliedstaaten sich bürokratisch ausbremsen und niemand sich die Hände schmutzig machen möchte. Hier kann sich niemand politisch profilieren und deshalb sind auf weiter Flur keine Politiker zu sehen. Hier zeigt sich ein Gesicht der EU, das nicht ruhmreich ist.
    3 1 Melden

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