Japan
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Wegen 3D-Druckplan für «Vagina-Kajak»: Japanische Künstlerin verurteilt

Eine japanische Künstlerin muss knapp 3600 Franken Strafe zahlen, weil sie einen 3D-Druckplan für ein Kajak in Form ihrer Vagina verbreitet hat. Das sei keine Kunst, befand ein Gericht.

09.05.16, 13:00 09.05.16, 13:11


Ein Artikel von

Ein Gericht in Tokio hat die Künstlerin Megumi Igarashi zu einer Geldstrafe von umgerechnet 3600 Franken verurteilt. Igarashi wurde wegen der Verbreitung von «obszönem Material» schuldig gesprochen.

Megumi Igarashi sorgt in Japan für rote Köpfe.
Bild: TORU HANAI/REUTERS

Igarashi war vor zwei Jahren festgenommen worden, weil sie einen Bauplan für ein Kajak in Form ihrer Vagina als Datensatz für 3-D-Drucker verbreitet hatte. Nach heftigen Protesten und Widerspruch ihrer Anwälte kam sie wenige Tage später wieder frei, wurde dann aber nach wenigen Monaten erneut festgenommen, weil sie im Schaufenster ihres Tokioter Geschäfts kleine mit Pelz-Imitat oder Glitzer versehene Vaginen präsentiert hatte.

Das Gericht befand nun, das Ausstellen des Kajaks sei von der Kunstfreiheit gedeckt. Die Verbreitung des Druckplans in digitaler Form aber nicht. Das Kajak ist in leuchtenden Farben angemalt; die Oberfläche sieht deshalb nicht wie Haut aus und erinnere nicht unmittelbar an ein Geschlechtsorgan. Die Daten hingegen repräsentierten die Vagina sehr detailgetreu und seien möglicherweise geeignet, Menschen sexuell zu stimulieren.

Objekt der Begierde? Zumindest ein Streitobjekt! Bild: HANDOUT/REUTERS

Der Fall hatte eine scharfe Zensur-Debatte ausgelöst. Trotz einer florierenden Porno-Industrie ist die Zurschaustellung von Genitalien in Japan verboten. Diese werden normalerweise nur verpixelt oder mit schwarzem Balken gezeigt.

Dass Genitalien zum Gegenstand eines juristischen Verfahrens wurden, stösst nicht nur bei der Künstlerin, die sich auch Rokude Nashiko (Böses Mädchen) nennt, auf Spott.

Ein Kommentar auf Twitter lautete, was denn mit Nachbildungen von Geschlechtsorganen in Sex-Shops sei – sollten die auch verboten werden? «Ich bin unschuldig, denn weder die Daten für weibliche Genitalien noch meine Kunstwerke in Form von Vaginas sind obszön», hatte Igarashi dem Gericht bereits im vergangenen Jahr gesagt.

Zu dem Termin am Montag erschien sie mit einem Spruchband, auf dem stand: «Ein Körperteil ist nicht schuldig».

Trotz der Verurteilung sagte die Künstlerin, dass sie zu «20 Prozent glücklich» sei – immerhin sei die Ausstellung ihrer Skulpturen nicht beanstandet worden. Diesen Teil des Urteils bezeichneten ihre Anwälte als eine Entscheidung von «hohem historischen Wert».

ulz/AFP/Reuters/AP

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Howard271 09.05.2016 22:35
    Highlight "...und seien möglicherweise geeignet, Menschen sexuell zu stimulieren"

    Das wäre mir ja noch! So etwas gibt es sonst natürlich nirgends!
    10 0 Melden
  • fenxi 09.05.2016 21:21
    Highlight Dank der Verurteilung hat sie jetzt weltweit Promo und das fast gratis. Ist doch gut und die Welt heuchlerisch. Grad die Japaner, wo jeder der es sich leisten kann, eine Mätresse hat.
    8 2 Melden
  • azoui 09.05.2016 19:59
    Highlight Ziemlich grosse Muschi, dieses Kajak....
    5 1 Melden

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