Justiz

Mitstreiterin von Badawi

Internet-Aktivistin in Saudi-Arabien aus Gefängnis entlassen

01.02.15, 21:01

Freigelassen: Suad al-Schammari.  Bild: Amnesty.nl

In Saudi-Arabien ist eine Menschenrechtlerin aus dem Gefängnis entlassen worden, die mit dem zu 1000 Stockschlägen verurteilten Blogger Raef Badawi zusammengearbeitet hatte. Suad al-Schammari sei nach 90 Tagen in einem Frauengefängnis in Dschidda wieder auf freiem Fuss. Dies sagte ihre Tochter Sarah al-Rimali am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

Al-Schammari gehörte mit Badawi zu den Gründern eines oppositionellen Internet-Diskussionsforums. Sie war nach Angaben von Aktivisten Ende Oktober wegen Beleidigung des Islams festgenommen worden, nachdem sie über den Kurznachrichtendienst Twitter Kommentare über religiöse Führer verbreitet hatte.

Amnestie für Gefangene

Nach Angaben ihrer Tochter kam al-Schammari vor drei Tagen frei. Zuvor habe ihre Mutter sich schriftlich verpflichtet, «ihre Aktivitäten zurückzufahren». Mit einer am Donnerstag vom neuen saudi-arabischen König Salman verkündeten Amnestie für Gefangene stand die Freilassung der Menschenrechtlerin nach Angaben ihrer Tochter nicht in Zusammenhang. Sie glaube auch nicht, dass Badawi von der Amnestie profitieren werde.

Badawi war wegen Beleidigung des Islams zu 1000 Stockhieben sowie zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. 50 Hiebe musste er am 9. Januar vor einer Moschee in Dschidda, einer Hafenstadt am Roten Meer, erdulden. Seitdem wurde die weitere Vollstreckung des Urteils drei Mal verschoben. Der Blogger hatte sich für eine Diskussion über das Verhältnis zwischen Staat und Religion in Saudi-Arabien eingesetzt. Sein Schicksal sorgte international für Bestürzung und Anteilnahme. (dhr/sda/afp) 

Fünfte Hinrichtung seit Thronwechsel

Die saudiarabische Justiz hat zum fünften Mal seit der Amtsübernahme von König Salman vor gut einer Woche ein Todesurteil vollstreckt. Nach offiziellen Angaben wurde am Sonntag ein verurteilter Mörder enthauptet. Die Hinrichtung erfolgte in der heiligen Stadt Medina im Westen des Landes. (sda/afp)

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