Justiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Das Hin und Her um «Carlos» geht weiter: Gestern galt er noch als gefährlich, heute ist er wieder frei

 Nachdem ein Gutachten der Staatsanwaltschaft Zürich ihn noch als rückfallgefährdet bezeichnet und das Bundesgericht gestern diese Einschätzung geteilt hatte, hat das Obergericht Zürich nun anders entschieden: Es entlässt den jungen Straftäter per sofort in die Freiheit.

21.04.15, 15:12 21.04.15, 16:18


Carlos

Carlos wurde heute aus der Sicherheitshaft entlassen. Bild: facebook

Das Obergerichtes entschied am Dienstag, der als «Carlos» bekannt gewordene Straftäter sei noch am gleichen Tag aus der Sicherheitshaft zu entlassen. Es hiess damit seine Beschwerde gut. Das Gefängnis Limmattal sei entsprechend instruiert worden, hiess es beim Obergericht auf Anfrage. 

Grundlage für diesen Entscheid ist ein Bericht des Gefängnisses Limmattal, der Auskunft gibt über das jüngste Verhalten von «Carlos». Dieser Bericht schreibt dem Straftäter «eine starke Verbesserung seines Sozialverhaltens und seiner Alltagsbewältigungsstrategien» zu. Damit würden die Rückfallwahrscheinlichkeit und das aktuelle Gewaltpotential deutlich abgeschwächt, zeigte sich das Obergericht in seinem Entscheid überzeugt.

Bundesgericht hält «Carlos» für rückfallgefährdet

Die Staatsanwaltschaft und auch das Bundesgericht sind da anderer Meinung: Sie beide halten «Carlos» für rückfallgefährdet. Das Bundesgericht hielt noch in seinem am Montag veröffentlichten Urteil fest, «Carlos» könne seine Aggressionen offenbar nicht im Zaum halten und sei bereit, aus nichtigem Anlass Gewalt anzuwenden.

Das Bundesgericht lehnte die Beschwerde von «Carlos» gegen die Untersuchungshaft deshalb ab. Über seine Sicherheitshaft entschieden die Lausanner Richter allerdings noch nicht. Dies könnte nun noch der Fall werden: Der Entscheid des Zürcher Obergerichtes kann innert 30 Tagen noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Mann mit Messer bedroht

«Carlos» wurde am 28. Oktober 2014 verhaftet, weil er an der Langstrasse in Zürich einen Mann mit einem Messer bedroht haben soll. Seither sass er im Gefängnis, zuerst in Untersuchungshaft und seit kurzem in Sicherheitshaft.

 Die Staatsanwaltschaft erhob Ende März Anklage. Sie beantragt eine Freiheitsstrafe von 11 Monaten. Diese sollen aber zugunsten einer ambulanten Therapie aufgeschoben werden. Absitzen muss «Carlos» die Strafe somit auch bei einem Schuldspruch nicht. 

Für das Obergericht ist deshalb klar, dass eine Fortsetzung der Sicherheitshaft nur schon deshalb nicht verhältnismässig wäre. Wann der Gerichtsprozess am Bezirksgericht Dietikon gegen «Carlos» stattfindet, ist noch unklar. (whr/sda/cma)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

11
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mxvds 21.04.2015 22:33
    Highlight finde diese riesigen Kosten die er verursacht auch nicht ok aber (liebe Presse -) bitte lasst den "Jungen" nun in ruhe sonst kostet er den Zürcher Steuerzahler nur noch mehr.
    2 1 Melden
  • Hugo Wottaupott 21.04.2015 19:55
    Highlight das leben des brian.
    3 3 Melden
  • dimitris muse 21.04.2015 19:09
    Highlight lasst den mal ihn ruhe. ihr medien habt ein junges leben zerstört
    5 14 Melden
    • Monachus 21.04.2015 22:39
      Highlight Könnte man auch einfach ausgleichende Gerechtigkeit nennen...
      2 1 Melden
  • Dario4Play 21.04.2015 17:27
    Highlight Ist mir eig. egal
    4 1 Melden
  • Squalli 21.04.2015 16:22
    Highlight Der Car ist wieder los...
    19 3 Melden
  • saukaibli 21.04.2015 16:03
    Highlight Ich nehme an, dass die verantwortlichen Richter persönlich für Spital- und Materialkosten aufkommen, wenn der Typ wieder ausrastet. Oder liege ich da falsch?
    29 9 Melden
    • decay 21.04.2015 17:09
      Highlight Na logo und ein weiteres sondersetting natürlich auch...und der kriegt bei jedem richter sein eigenes zimmer kann dann all 2 wochen wechseln...ein auto wird ihm ebenfalls zur verfügung gestellt und ein dojo mit lehrer fürs training..-.-'
      10 5 Melden
    • buco 21.04.2015 21:34
      Highlight Mich nimmt schon wunder, was dieser hart arbeitenden Mitbürgern künftig an Steuergeldern kosten wird.
      3 1 Melden
  • crowds 21.04.2015 15:40
    Highlight Das ist eine ausserordentlich gute Idee! Sehr gute Idee! Sehr, sehr gut!
    25 3 Melden
  • Schnufi 21.04.2015 15:22
    Highlight HÄ? Habe ich das RICHTIG gelesen und verstanden?
    Ich freue mich auf die nächsten Schlagzeilen...
    27 5 Melden

Die SVP taucht, die Grünen legen zu – das SRG-Wahlbarometer ein Jahr vor den Wahlen

Ein Jahr vor den Wahlen ist die Schweizer Parteienlandschaft in Bewegung. Bemerkenswert: Die SRG-Umfrage zeigt, dass der Nationalrat fast für die Hälfte der Wählenden zu rechts politisiert. Das wichtigste Thema für die Bevölkerung sind die Krankenkassenprämien.

Rund ein Jahr vor den eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober 2019 hat die Forschungsstelle sotomo für das Wahlbarometer der SRG den Puls der Bevölkerung gefühlt. 

Die wichtigsten Erkenntnisse: 

Das wird SVP-Präsident Albert Rösti nicht gefallen. Laut dem SRG-Wahlbarometer verliert die SVP aktuell zwei Prozentpunkte. «Damit käme sie mit 27,4 Prozent immer noch auf das drittbeste Ergebnis ihrer Geschichte», halten die Studienautoren fest. 

Die CVP büsst 1,5 Prozentpunkte ein. Der …

Artikel lesen