Kinder
Relatives and friends carry the body of Saddam Moamer, 26-year-old Palestinian militant of the Hamas movement killed in an Israeli air strike along with his father and two other members of his family, during their funeral in southern Gaza Strip city of Rafah on July 14, 2014. Israel kept up its punishing raids on Gaza but held off from a threatened ground incursion as the world intensified efforts to broker a truce. AFP PHOTO / SAID KHATIB

Die Leiche eines Angehörigen der Hamas wird von Angehörigen zu Grabe getragen. Bild: AFP

Nahost-Konflikt

Hilfskräfte im Gazastreifen: «Es ist schwierig, sich alles zu besorgen, was zum Leben notwendig ist»

14.07.14, 14:09 14.07.14, 16:10

Seit Beginn der israelischen Militäroffensive sind 172 Palästinenser getötet worden – ein knappes Drittel davon Frauen und Kinder. Dies geht aus einer Liste der Opfer hervor. Sie wurde am Montag von Aschraf al-Kidra veröffentlicht, dem Leiter der Rettungskräfte in Gaza.

Unter den Toten sind demnach 22 Frauen und sieben minderjährige Mädchen. 24 Opfer seien Knaben unter 18 Jahren. Das jüngste Opfer sei ein 18 Monate altes Baby. Vier weitere Tote waren jünger als sechs Jahre alt.

Dieses Kind hatte Glück: Verletztes Mädchen in einem Spital im Gazastreifen. Bild: MOHAMMED SALEM/REUTERS

SMS-Warnungen wurden gestoppt

Das Kinderhilfswerk «Terre des Hommes» sprach am Montag von 30 getöteten Kindern im Gazastreifen. Es berief sich auf Angaben eines Arztes und Büroleiters in Gaza. Die überlebenden Kinder seien verängstigt und teilweise apathisch, hiess es weiter. An Gesundheitszentren und Schulen hätten die Angriffe Schäden angerichtet.

«In den ersten paar Tagen wurden die Menschen per SMS gewarnt, wenn ein Angriff auf ihre Häuser bevorstand. Aber jetzt scheint das nicht mehr immer der Fall zu sein», beklagt Nicolas Palarus, der Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen. 

Diese Familie trauert um einen Verwandten, der von einer israelischen Bombe getötet wurde. Bild: IBRAHEEM ABU MUSTAFA/REUTERS

Lebensmittel werden knapp

«Es gibt nur fünf bis acht Stunden pro Tag Strom, das Wasser ist knapp und es ist schwierig, sich alles zu besorgen, was zum Leben notwendig ist.»

Nicolas Palarus, Ärzte ohne Grenzen

Am siebten Tag der israelischen Offensive würden zudem Nahrung, Wasser und Treibstoff knapp, schrieb Terre des hommes in einer Mitteilung vom Montag. Das Hilfswerk appellierte an die Konfliktparteien, sich auf eine baldige Waffenruhe zu verständigen und «dauerhafte Lösungen» zu suchen.

«Es gibt nur fünf bis acht Stunden pro Tag Strom, das Wasser ist knapp und es ist schwierig, sich alles zu besorgen, was zum Leben notwendig ist», sagt Nicolas Palarus. «Der Alltag der Menschen ist wie ein Leben unter Belagerung.»

Wie viele der 119 getöteten Männer Zivilisten sind, lässt sich derzeit nicht zweifelsfrei klären. Zwei der Männer waren der Liste der Rettungskräfte zufolge bei ihrem Tod 75 und 80 Jahre alt.

Die Todeszahlen übersteigen mittlerweile die der letzten israelischen Offensive. Bei einem achttägigen Konflikt im November 2012 starben der Menschenrechtsorganisation Betselem zufolge 167 Menschen. (jas/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • street21 14.07.2014 19:47
    Highlight das ist schrecklich aber schreibt doch mal darüber von wo und wie die Hamas ihre Raken abfeuern. Inmitten von unschuldigen Palestinensern in Wohngebieten. Wenn Israel also diese Abfeuerrampen ausser gefächt setzten wollen sind tote Palestinenser unumgänglich da die Hamas die Befölkerung als Schutzschild nimmt. Katastrophe!!!
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  • street21 14.07.2014 16:43
    Highlight hier wird das so dargestellt als ob die Israelis die schlimmen und bösen sind. doch die Hamas schiessen mit ihren Raken inmitten von Wohngebieten von unschuldigen palestinensern aus. die israelis sind dann gezwungen diese raketenabschussrampen irgendwie zu eliminieren und treffen dabei unschuldige kinder. sehr tragisch aber da sind einzig und allein die Hamas verantwortlich. Die nehmen dozusagen ihr eigenes Volk als Schutz!!!
    2 0 Melden
  • zombie1969 14.07.2014 15:57
    Highlight Was sollen die Hamas-Raketen anrichten? Sie sind nur eine Belästigung für die Bevölkerung Israels, die aber seit Jahren damit lebt. Die Hamas will den Staat Israel nicht! Das ist angekommen, auch bis in die biederen Stuben in Europa.
    Aber diese Raketen werden Israel nicht beseitigen!
    Das Einzige, was die Hamas machen könnte, ist ein Versuch, die Wünsche des Abdel Nasser zu erfüllen und die Israelis ins Meer zu jagen. Dazu braucht es allerdings etwas anderes als diese schrecklichen Hamas-Raketen-Spielzeuge. Dann hätte man aber den Krieg, den sich einige gerne wünschen.
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