Klima

Aufnahme vom 20. Februar 2014. Im linken mittleren Teil des Bilds liegt Peking, dazwischen Korea und am rechten Rand befindet sich Japan. Bild: Nasa

Aufnahme vom 25. Februar 2014. Im linken mittleren Teil des Bilds liegt Peking, dazwischen Korea und am rechten Rand befindet sich Japan. Bild: Nasa

Grenzenloser Dreck

China exportiert sein Smogproblem in die Nachbarländer

Aktuelle Bilder eines US-Satelliten belegen, dass sich Chinas Smog auf die Nachbarländer verteilt – vor allem Japan und Korea sind betroffen. In Indonesien allerdings hat die Luftverschmutzung einen anderen Grund. 

02.03.14, 10:43 02.03.14, 13:12

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Der Genosse Nordwestwind brachte schliesslich die Wende. Nach langanhaltendem Extremsmog hat eine Kaltfront mit Wind und leichtem Regen zuletzt dafür gesorgt, dass die Bevölkerung in Chinas Hauptstadt Peking wieder etwas sauberere Luft atmen kann. Doch in den Tagen zuvor war die Lage dramatisch: Der Schadstoff-Index war am Mittwoch über die kritische Marke von 500 gestiegen – wo die Skala normalerweise aufhört. Die gemessenen Werte lagen beim 23-Fachen des Grenzwertes der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Bereits im Dezember 2013 hatte Peking mit heftigen Smog-Entwicklungen zu kämpfen. Hier als weisse Fläche erkennbar. Peking befindet sich direkt oberhalb der weissen Spitze. Shanghai liegt in der rechten unteren Ecke. Bild: Nasa

In einem Gebiet mit rund 400 Millionen Menschen galt seit Montag die Alarmstufe Orange der chinesischen Meteorologiebehörde. Es war das erste Mal überhaupt, dass die zweithöchste Stufe in der Hauptstadt ausgerufen worden war – mit Warnungen vor Sichtweiten unter 2000 Metern und dem dringenden Rat an die Menschen, im Haus zu bleiben oder wenigstens eine Atemmaske zu benutzen.

Warnungen auch in Südkorea

Aktuelle Bilder des Wetter- und Umweltsatelliten «Suomi NPP», der gemeinsam von der Nasa und der US-Wetterbehörde NOAA betrieben wird, zeigen, wie sich der Smog längst über die chinesischen Grenzen ausgebreitet hat. Aus rund 820 Kilometern Höhe erspähte das «Viirs»-Instrument auf dem Satelliten in dieser Woche den Weg der Dreckluft über die Nordchinesische Ebene hinaus – zum Beispiel nach Korea und Japan.

In der südkoreanischen Hauptstadt wurden daher am Mittwoch ebenfalls bedenkliche Feinstaubwerte gemessen, die um das Vier- bis Fünffache über den normalen Werten lagen, wie der Rundfunksender KBS berichtete. In Seoul und der umliegenden Provinz Kyonggi wurde körperlich Schwachen und Kindern von Aktivitäten im Freien abgeraten.

Auch Teile der indonesischen Insel Sumatra haben in diesen Tagen mit dichtem Rauch und Smog zu kämpfen. Doch dieser hat seinen Ursprung zur Abwechslung mal nicht in China. Schuld sind stattdessen – oft absichtlich gelegte – Waldbrände. Die Behörden der Provinz Riau haben den Notstand ausgerufen und die Zentralregierung in Jakarta um Hilfe gebeten. Der Rauch aus Indonesien kann wiederum die Nachbarländer Malaysia, Singapur und Thailand beeinträchtigen. (chs/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Romeo 02.03.2014 14:42
    Highlight Die sollen etwas machen. Immer mehr Chinesen fahren Auto und essen Fleisch. Das wird auf die Länge nicht gut gehen.
    2 1 Melden
    • Taeb Neged 02.03.2014 16:09
      Highlight Bei uns fährt jeder zwei Autos und wir essen jeden Tag bis zu dreimal Fleisch. Wir sind keine Übermenschen!
      Ausserdem produzieren die Chinesen unseren Wohlstand. Und der darf auf keinen Fall teuer sein!
      Fangen wir doch bei uns an...
      2 0 Melden

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