Kobane
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Kampf um Kobane

Türkei will nicht alleine Bodenoffensive in Kobane starten

Trotz des drohenden Falls der syrisch-kurdischen Stadt Kobane ist die Türkei nicht dazu bereit, alleine mit Bodentruppen gegen die Terrormiliz IS im Nachbarland vorzugehen. Das sei kein realistischer Ansatz, sagte Aussenminister Mevlüt Cavusoglu.

Das internationale Bündnis gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) müsse sich erst auf eine gemeinsame umfassende Strategie einigen, sagte Cavusoglu nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Ankara. 

Stoltenberg sagte am Donnerstag, die Türkei sei ein wichtiger NATO-Partner. Der IS sei nicht nur eine Bedrohung für Syrien und den Irak, sondern für die Region und für NATO-Staaten.

«Die NATO steht bereit, alle Alliierten dabei zu unterstützen, ihre Sicherheit zu verteidigen.»

Jens Stoltenberg

«Die NATO steht bereit, alle Alliierten dabei zu unterstützen, ihre Sicherheit zu verteidigen.» Er verwies dabei auf die Patriot-Raketen der deutschen Armee in der Türkei zum Schutz gegen Angriffe aus Syrien. «Die NATO spielt ihre Rolle.»

Cavusoglu wies Vorwürfe zurück, die Türkei engagiere sich nicht ausreichend im Kampf gegen den IS. «Wir sind nie zurückhaltend gewesen», sagte er. Er erneuerte die türkische Forderung nach einer Schutz- und einer Flugverbotszone in Syrien.

Ausserdem müsse der Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Teil der Strategie gegen den IS sein, betonte Cavusoglu. Solange das Assad-Regime an der Macht sei, würden Blutvergiessen und Massaker in Syrien andauern.

Kurden kontrollieren Kobane

Die US-Armee bestätigte derweil Angaben der Kurden im Norden Syriens, nach denen die umkämpfte Stadt Kobane weiterhin in der Kontrolle der kurdischen Einheiten ist. Die kurdischen Kampfgruppen kontrollierten «den grössten Teil» von Kobane und leisteten dem IS Widerstand.

Das US-Militär habe gemeinsam mit Jordanien am Mittwoch acht Luftangriffe auf mutmassliche Stellungen der IS nahe der Grenze zur Türkei geflogen, teilte das US-Militärkommando Centcom in der Nacht zum Donnerstag mit. Unter anderem wurden gepanzerte Fahrzeuge, ein Nachschubdepot sowie ein Kommandozentrum und Baracken der IS zerstört.

Das australische Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, dass erstmals auch ein australisches Kampfflugzeug einen Luftangriff auf eine IS-Stellung geflogen habe. Der Angriff eines Kampfjets vom Typ F/A-18 habe einem Ziel im Irak gegolten, erklärte das Ministerium.

Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich auf ein Netzwerk von Beobachtern in Syrien stützt, verliess der IS wegen der Luftangriffe mehrere Stadtviertel im Osten und am Südwestrand Kobanes. (pma/sda/afp/dpa)



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