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Überraschender Entscheid

Nobelpreisträger Patrick Modiano: «Das ist bizarr»

Patrick Modiano erhält die wichtigste literarische Auszeichnung der Welt. Von seinem Glück weiss der Franzose allerdings noch nichts – er konnte bislang nicht kontaktiert werden

In this undated photo provided by publisher Gallimard, French novelist Patrick Modiano poses for a photograph. Patrick Modiano of France has won the 2014 Nobel Prize for Literature. (AP Photo/Gallimard)

Patrick Modiano. Bild: AP/Gallimard

Als der Verleger Antoine Gallimard seinem Autor Patrick Modiano telefonisch zum Literaturnobelpreis gratulierte, sei der Autor «sehr glücklich» gewesen, habe aber «mit seiner üblichen Bescheidenheit» geantwortet: «Das ist bizarr.» 

Das sagte der Verleger am Donnerstag der französischen Nachrichtenagentur AFP. Die Entscheidung sei eine grosse Überraschung gewesen und habe dem Verlag einen wunderbaren Tag beschert.

Unterdessen sprach der französische Präsident François Holland Modiano «seine wärmsten Glückwünsche» aus und würdigte «sein namhaftes Werk». «Er führt seine Leser bis in die tiefen Wirren der dunklen Besatzungsperiode», erklärte Hollande laut einer Mitteilung des Élysée-Palastes. 

Überreicht werden alle Nobelpreise traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel. Im vergangenen Jahr hatte die Kanadierin Alice Munro die Auszeichnung für Literatur erhalten. 

Erst zwei Schweizer Literatur-Nobelpreisträger in 113 Jahren

Einzige Schweizer Preisträger seit der ersten Vergabe 1901 waren Carl Spitteler 1919 und Hermann Hesse 1946; letzterer hatte seit 1923 das Berner Bürgerrecht. Neben Spitteler und Hesse verbrachten auch die beiden Nobelpreisträger Thomas Mann und Elias Canetti einen grossen Teil ihres Lebens in der Schweiz. Doch Canetti behielt seine britische Staatsbürgerschaft und Mann bemühte sich vergeblich ums Schweizer Bürgerrecht.(sda/dpa) 



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    Alle Leser-Kommentare
  • Kastigator 09.10.2014 15:48
    Highlight Highlight Again what learned: Mann wollte Schweizer werden, aber die Schweiz wollte ihn nicht. Erst weil er von Deutschland ausgebürgert worden war (1938) und man sich wie so oft bei den Nazis anbiederte, dann 1952 - weil man ihm "kryptokommunistische Tätigkeiten" unterstellte. Ja, ja, wir und unsere "freiheitliche" Tradition ...
    Auch Canetti floh vor den Nazis - er wurde dann in London Brite.

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