Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Du musst nicht alles wissen, um in einer Beziehung glücklich zu sein

Blind vertrauen. Bild: public domain

Mehr Information ist nicht gleich mehr Vertrauen ist nicht gleich mehr Liebe. Doch hat eine Beziehung mit Geheimnissen überhaupt eine Zukunft?



Wir leben im Zeitalter der Kommunikation. Im Zeitalter des Datenaustauschs. Des Datensammelns und -Hortens.

«Die wertvollste Ware, die ich kenne, ist Information.»

Gordon Gekko aus dem film «wall street»

Die Privatwirtschaft sucht ihren Kunden

In der Unternehmenskommunikation wird auf Transparenz geschworen. Nur auf Basis glaubwürdiger und ausreichender Informationen könne eine Vertrauensbeziehung mit Stakeholdern und Mitarbeitern zugleich aufgebaut werden. 

Die Politik sucht ihre Wähler

Wie die Politik mit dem Gleichgewicht aus Vertrauen und Information kämpft, wird nach jeder Abstimmung deutlich, wenn das Volk mal wieder der Elite das Vertrauen entzogen haben soll, weil sie entweder nicht genügend oder genügend glaubwürdige Informationen erhielt. 

Zwei Menschen bleiben immer ZWEI Menschen. Bild: public domain

Die Welt als Supermarkt

Im Supermarkt lernen wir, dass nur, wer brav seine Kundenkarte über den Scanner zieht auch darauf vertrauen darf, dass der Waren-Algorhythmus ihn auch wirklich treffend einschätzt. Und in der Folge nicht mit unpassender Werbung bombardiert. 

«Es gibt keine Daten, die bestätigen, dass vertrauensvolle Menschen häufiger ausgenutzt werden.»

Julian Rotter,  the social learning theory

Von der Utopie transparenter Beziehungen

Und nun hat Big Data auch in unsere Beziehungen Einzug gehalten. Und die Beweislast hat sich längst umgekehrt. Von Vertrauen wird nicht unausgesprochen ausgegangen. Das muss sich durch potentiell offene Social-Media-Kommunikation erstmal verdient werden.  Wir kennen alle Freunde des Partners, haben seinen Kalender mit unserem Telefon synchronisiert. Schon ein unbekanntes Like in der Timeline sorgt für Verunsicherung.

Der Spruch zum über Jahre aufgebauten aber in Sekunden verlorenen Vertrauen geistert durch die Tagebücher unlängst enttäuschter Ex- und noch Liebender. 

Weisst du alles über deinen Partner? Oder vertraust du ihm? Bild: public domain

Doch hat die Redundanz der Informationen zu einem rationaleren Entscheidungsverhalten beigetragen? Sind wir dermassen durchinformiert, dass jeglicher Fehler ausgeschlossen werden kann? Kaum. Noch immer entscheiden wir aus dem Bauch, geben irrationalen Lastern nach und tun was uns schlecht tut wider besseren Wissens. 

Also hilft uns das Wissen der Welt nicht mal bei den alltäglichsten Entscheidungen. Wir sind nicht in der Lage, das beste Waschmittel zu finden. Aber natürlich soll das bei den emotional unmöglich je vollständig zu überblickenden Dynamiken unserer Beziehungen funktionieren. 

«Vertrauen ist Mut.»

Marie von Ebner-Eschenbach

Vertrauen in den Anderen jedoch gebiert aus Vertrauen in uns selbst. Wer nicht an seine eigenen Stärken und Fähigkeiten glaubt, und aus psychologisch unsicherer Position auf seine Umwelt zugeht, wird sich immer unterlegen fühlen. Aus dieser Perspektive latenten Misstrauens kann nur Angst wachsen. 

Wer sich hingegen sicher ist darin, den täglichen kleinen und grossen Herausforderungen gewachsen zu sein, der steht morgens vertrauensvoll auf. 

Vertrauen wird nicht verdient und verloren. Vertrauen wächst nicht an den Bäumen, wird nicht von einer Institution in Folge guten Betragens vergeben wie Sternchen im Hausaufgabenheft. Vertrauen finden wir in uns und geben wir weiter. Aber eben nur, wenn wir selber darüber verfügen. 

Verzweiflung ist fehl am Platz. Bild: public domain

Ein Beispiel

Mary Eagen fällt aus allen Wolken, als der Mann, den sie am Vortag geheiratet hat, ihr beiläufig von seiner Verhaftung, nur Stunden vor der Hochzeit erzählt. Er berichtete, als wäre doch nichts dabei, dass die gesamte Hochzeitgesellschaft von der Schlägerei in der Nacht davor gewusst hätte, die Braut aber nicht beunruhigen wollte – und ihr darum niemand etwas gesagt hätte. Alles ging schliesslich gut: Der Richter gewährte Kaution, der Bräutigam schaffte es zum Altar, die Braut heiratete den Mann, den sie liebt. 

Doch jetzt sitzt sie im Auto, unterwegs in die Flitterwochen und heult. Davon überzeugt, dass ihre gesamte Beziehung auf einer Lüge basiert. 

«Es war natürlich keine Lüge, nicht wirklich. Es war ein Mangel an Information. Da besteht ein wichtiger Unterschied.»

Mary Eagen Modern love

Diese Anekdote liegt Jahrzehnte zurück. Als Mary Eagen im Podcast Modern Love davon berichtet, hat ihre Ehe unterdessen noch ganz andere Klippen umschifft. Sie selbst ist heute Seelsorgerin in einem Sterbehospiz und erfährt von Menschen auf dem Sterbebett Geschichten, die diese noch nie mit irgendjemandem geteilt haben. 

Sie erfährt von Untreue, Unsicherheit, kleinen und grossen Geheimnissen. Informationen, die nie mit dem Partner geteilt worden waren. Und die die Beziehung nicht im geringsten beeinträchtigten. 

Wir mögen hart daran arbeiten mit der Informations-Taschenlampe jeden noch so dunklen Winkel auszuleuchten. Doch werden wir immer wieder sogar von uns selbst überrascht. Wie können wir erwarten, jemals alle Informationen über den Anderen zu haben? Und wieso ist das überhaupt wichtig? 

Wir werden andere Menschen niemals komplett verstehen können. Das ist allerdings auch überhaupt nicht nötig. Denn eine liebevolle Beziehung beruht auf Vertrauen, nicht Wissen. 

Nicht Big Data sondern Vertrauen: True Love of Old People

Tinder-Tipp: Lass die Finger von diesen 11 Tinder-Typen!

abspielen

Video: watson/Lya Saxer, Knackeboul, Madeleine Sigrist

Mehr mint gibt's hier:

Das Netz dreht wegen «Aladdin» durch – aber wohl nicht so, wie Disney das gerne hätte

Link zum Artikel

20 Jahre nach «Emergency Room» spielt George Clooney wieder in einer Serie mit

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel

«Eine Menge Bullshit»: Grammy-Siegerin Cardi B löscht ihren Instagram-Account

Link zum Artikel

In Japan gibt es jetzt Chips, die man trinken kann

Link zum Artikel

Darum spielen Schweizer Radios den aktuell erfolgreichsten Song nicht

Link zum Artikel

Darum ist es wichtig, Schmerzen von Frauen ernster zu nehmen

Link zum Artikel

Woran erkennt man eigentlich, dass eine Frau einen Orgasmus hat?

Link zum Artikel

«Meine Fernbeziehung verheimlicht mir ihre Vergangenheit»

Link zum Artikel

Sex ohne Spermien: Die Angst des Mannes vor der Vasektomie

Link zum Artikel

Stimmen diese 9 Koch-Mythen wirklich?

Link zum Artikel

Mary Quant – die Mutter des Minirocks wird 85

Link zum Artikel

Das kommt dabei heraus, wenn Kinder einen Schweizer Hollywood-Veteranen mit Fragen löchern

Link zum Artikel

200'000 Euro für einen Abnehm-Post? Arzt empfiehlt, diese Promis auf Instagram zu sperren

Link zum Artikel

Das gab's seit 30 Jahren nicht mehr: Die Oscar-Verleihung 2019 findet ohne Moderator statt

Link zum Artikel

Faszination statt Furcht:  Warum Menschen Serienmördern verfallen

Link zum Artikel

«Drachenzähmen leicht gemacht 3» ist besser als gedacht – aber nichts für kleine Kinder

Link zum Artikel

«Beverly Hills, 90210» kommt zurück – warum und in welcher Form weiss man nicht

Link zum Artikel

Basmania! Für die richtige Rolle würde Joel sogar Beerdigungen verpassen

Link zum Artikel

Aus «Big Lebowski»-Comeback wird nichts – der «Dude» trinkt nur ein Bier

Link zum Artikel

Hat Michael Jackson doch Kinder missbraucht? Neue Doku schockiert die Zuschauer

Link zum Artikel

Leute, spart euch eure Diät! Und euer Detox erst recht

Link zum Artikel

Viel nackte Haut bei den SAG-Awards – aber es reden alle über dieses Kleid

Link zum Artikel

«Ironic Street Art» nennt sich sowas – und es ist genial

Link zum Artikel

6 Leute erzählen, was von ihrer alten Liebe übrig geblieben ist

Link zum Artikel

Hamburg, Köln oder Wien? Welcher «Tatort» bist du?

Link zum Artikel

Vor einem Jahr wurde sein Vater erschossen – so geht es dem Sohn von Staranwalt Wagner

Link zum Artikel

Ein Attest für den Alligator – das Phänomen «Emotional Support Animals»

Link zum Artikel

8 Comics, die unsere komischen Gewohnheiten perfekt aufzeigen – welche hast du?

Link zum Artikel

Süchtig nach dem Klick – wie die Onlinesucht Timon in die Klinik trieb

Link zum Artikel

Du liebst Müesli? Dann solltest du unbedingt diese 7 Rezepte ausprobieren!

Link zum Artikel

16 Bilder, die zeigen, wie lustig die #10YearsChallenge eigentlich sein könnte

Link zum Artikel

Wie dich «The Crown» dazu bringen wird, Margaret Thatcher zu lieben

Link zum Artikel

5 Spiele, die auch Leute mit Wurstfingern spielen können

Link zum Artikel

Künstler verwandelt Figuren aus Horrorfilmen in süsse Tiercomics – erkennst du alle?

Link zum Artikel

«Bestatter»-Fabio über sehr morbide Details, den grossen Mike und süsse Aargauer

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 25.09.2017 21:24
    Highlight Highlight Es gibt Informationen, welche die Beziehung betreffen, und solche, welche sie nicht tangieren.

    Es ist nicht notwendig, jede 'Leiche im Keller' aus der Vergangenheit des Partners zu kennen.

    Aber Dinge, welche einen Einfluss auf die Beziehung haben, sollte man schon offen kommunizieren.
    • Schmirinskis 26.09.2017 05:32
      Highlight Highlight Silent Speaker: Wow, so unglaublich gefrustet kann man ja kaum sein. Ich kann verstehen, wie unterschiedliche Vorstellungen zu Beziehungen existieren. Du willst uns allen diese jedoch Madig machen. Traurig. Silent Speaker? Ernsthaft? Du klingts mehr wie ein Beziehubgshassprediger, der verwirrt an der Bahnhofstrasse auf einem Podest steht und den Menschen das Leben schlecht schreien möchte.
    • lilie 26.09.2017 07:27
      Highlight Highlight @Silent speaker: Für mich ist eine Beziehung kein Konsumgut, das sich einfach ersetzen lässt. Mit meinem Partner gehe ich eine einzigartige Verbindung ein, da wir beide Individuen sind, also nicht austauschbar.

      Beim Informationsaustausch denkst du offenbar nur an Sex. Es gibt aber viel mehr, was eine Beziehung tangiert.

      Berufliche Entscheidungen etwa. Ferienwünsche. Wunsch nach Kindern (oder gerade nicht). Aber auch Banales, wie etwa wenn man sich verspätet.

      Und sicher ist es auch individuell, was Paare als wesentlich betrachten in der Kommunikation. Das wäre auch ein wichtiger Punkt. ;)
    • Tartaruga 26.09.2017 07:37
      Highlight Highlight Konsumgut? Irgendwie hab ich Mitleid
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schmirinskis 25.09.2017 18:20
    Highlight Highlight Ich finde das Thema zu sehr vereinfacht. Wegschauen ist einfach und sich Informationen vorenthalten. Ist wahres Vertrauen nicht, über die Fehler bescheid zu wissen und trotzdem zu lieben und zu vertauen? Ich möchte keinen Partner der nicht auch verzeihen kann.
  • Nordurljos 25.09.2017 15:17
    Highlight Highlight Mir wurde von meinen Eltern 16 Jahre lang verschwiegen dass ich nicht mit meinem Vater verwandt bin, sondern von einem Seitensprung komme. Erst nach Nachfrage von mir rückten sie mit der Wahrheit heraus. So ein Vertrauensbruch zieht aber weite Kreise, denn die Grosseltern sind ja dann plötzlich auch nicht mehr die "richtigen", gleichzeitig wird man zum Mitverschwörer... Ich denke eine Beziehung, egal mit wem, kann nur bei einer gewissen Grundehrlichkeit funktionieren.
  • Wehrli 25.09.2017 14:16
    Highlight Highlight Meine Worte. Vertrauen und sich auch mal anlügen lassen, wenn der Partner der Meinung ist, dass das der beste Weg ist. Eben, dem Anderen Vertrauen.

Es begann, als er Raumschiffe in der Bibel fand: Erich von Däniken und die Ausserirdischen

Erich von Däniken (84) ist einer der weltweit bekanntesten Schweizer. Er hat über 75 Millionen Bücher zum Thema «Ausserirdische» verkauft. Im Interview spricht er unter anderem über den Glauben an Gott, das Leben nach dem Tod, er erzählt über seinen Werdegang vom Hoteldirektor zum Bestseller-Autor und was beim Mystery Park schief gelaufen ist.

Feiern Sie auch Weihnachten?Erich von Däniken: Ja, ganz traditionell zusammen mit meiner Familie.

Sie erahnen, warum wir diese Frage stellen?Nein.

Mit ihren Theorien – die Götter waren ausserirdische Besucher, wir stammen von Ausserirdischen ab – kann der Eindruck entstehen, Engel seien bloss Astronauten.So ist es ganz und gar nicht. Ich bin in christlicher Tradition erzogen und nie ein gottloser Mensch geworden. Ich bin nach wie vor Mitglied der Katholischen Kirche und ich bete jeden Tag. …

Artikel lesen
Link zum Artikel