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Alle Bilder aus «Toy».  Bild: youtube/eurovision song contest

Aus Leak wird Liebe – und Bodyshaming. Die 25-jährige Netta ist ESC-Favoritin 2018

Eigentlich meinte es ein deutscher Journalist doch so gut mit der israelischen Sängerin ... Leider hat er nicht mit Stefanie Sargnagel gerechnet.



In der zweiten Maiwoche wird in Lissabon gesungen. Oder sowas Ähnliches. In der zweiten Maiwoche? Sind es bis da nicht noch ziemlich genau zwei laaaange Monate? Sind es. Aber nicht mehr seit vergangenem Samstag. Da wurde nämlich dieser Song – zwei Tage vor der offiziellen Veröffentlichung – geleakt, und seither wetten alle wie verrückt auf Netta und machen das Warten enorm kurzweilig und turbulent.

Netta mit «Toy»

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Video: YouTube/Eurovision Song Contest

Netta ist 25 und singt am Eurovision Song Contest für Israel. «Toy» macht Lust zum Tanzen und ist eine aufgekratzte Mischung aus Rap und mediterranem «Gangnam Style», aber auch die gewaltigen Stimmdemonstrationen, die es am ESC braucht, fehlen nicht.

Vor allem aber ist «Toy» der mit Abstand vitalste Beitrag zur Metoo-Debatte. Als solchen haben ihn die Macher (die für ungefähr alle israelischen ESC-Beiträge der letzten Jahre verantwortlich sind) nämlich konzipiert. Mit Opferkult hat Nettas Empowerment-Hymne aber nichts zu tun, sie erinnert vielmehr an eine rotzigere Einfrau-Fassung des alten Spice-Girls-Hit «Wannabe».

Bild: youtube/eurovision song contest

«Wonderwoman don't you ever forget, you're divine and he's about to regret.»

Aus «Toy»

Kaum war «Toy» da, ging auch schon ein Streit los, in den sich so prominente Stimmen wie die österreichische Facebookerin und Künstlerin Stefanie Sargnagel mischten. Der deutsche ESC-Fachmann Jan Feddersen versuchte nämlich, in der «taz» irgendwie konstruktiv darauf hinzuweisen, dass Netta Barzilai kein Hungerhaken ist. Ein Unterfangen, bei dem er natürlich nur verlieren konnte. Er schrieb:

«Barzilai sieht nicht aus wie eine Frau, die sich an einem weiblichen Schönheitsideal aus der Schule Heide Klums orientiert. Die junge Frau sieht aus wie eine warmherzige und absolut selbstbewusste Mischung aus Tracy Turnblad (die göttliche Hauptrolle in John Waters' «Hairspray» aus dem Jahre 1988), Alison Moyet in einer cool-entgrenzten Variante und Beth Ditto. Sie ist eine junge, alle Stylesheets mit dünnkörprigen Vorschriften ignorierende Israelin, die mit größter Selbstverständlichkeit auf der Bühne ihre Frau steht.»

Bild: youtube/eurovision song contest

Unsere Lieblingswienerin Stefanie Sargnagel meldete sich unter ihrem bürgerlichen Namen Sprengnagel auf Facebook sofort («blad» ist übrigens österreichisch für dick): 

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bild: via facebook/stefanie Sprengnagel

Sie schlug vor jeden Journalisten, der sowas schreibt, umgehend in einer nationalen Tageszeitung einer Figurenanalyse zu unterziehen. Was sie dann mit Jan Feddersen auch umgehend machte:

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bild: via facebook/stefanie sprengnagel

Hier noch alle Details im Detail

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bild: via facebook/stefanie sprengnagel

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bild: via facebook/stefanie sprengnagel

Was gibt es da noch zu sagen? Genial frech. Wie Nettas ESC-Nummer.

(sme)

«Hip Hop bringt uns sprachlich weiter»

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Video: watson/Leo Helfenberger, Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lisaleh 14.03.2018 21:20
    Highlight Highlight Netta ist so eine tolle Frau! Kenne sie aus einer Bar in Tel Aviv wo sie (noch relativ unbekannt) immer aufgetreten ist. Ihre Stimme ist gewaltig mit oder ohne Looper. Wenn ihr könnt hört euch ihre Version von Wannabe an. Dort kommt ihre Stimme richtig zur Geltung. Ich freue mich auf jedenfall auf den diesjährigen Eurovision. Yallah Israel!!
  • Watson=Propagandahuren 14.03.2018 19:04
    Highlight Highlight Was hat Israel im Eurovision Songcontest zu suchen?
    Andererseits, wer tut sich diese Propaganda/Heulsusenveranstaltung überhaupt noch an?
  • gianny1 14.03.2018 17:45
    Highlight Highlight 12 points to Israel 🇮🇱!!!!
  • who cares? 14.03.2018 17:43
    Highlight Highlight Ich finds eine lustige Reaktion. Besser als nur Gejammer und hält einen Spiegel vor.
  • Howard271 14.03.2018 17:29
    Highlight Highlight Puls ein bisschen runterfahren, bitte... Herr Feddersen hat ja nun wirklich nichts an der Sängerin bemängelt. Im Gegenteil: wenn man die anderen, eben in der Regel schon den Klum‘schen Schönheitsidealen entsprechenden Sängerinnen anschaut, dann hebt sich die Israelin davon ab. Das kann doch in positiv formulierter Manier erwähnt werden? Klar ist es ein normaler Frauenkörper - diese Art sieht man aber am ESC sonst eher nicht. Die Wortwahl Feddersens kann sicher besser sein, diejenige Sargnagels jedoch auch...
  • Roman Stanger 14.03.2018 17:24
    Highlight Highlight Ein Journalist findet eine ESC-Finalistin "warmherzig und selbstbewusst", und eine Facebookerin sagt, dass findet er nur, weil sie dick sei.

    Okay, danke für die News.
  • ThomasHiller 14.03.2018 16:09
    Highlight Highlight Augenscheinlich hat Frau Sargnagel den gleichen Mangel an Selbstbewusstsein wie die deutsche Gleichstellungsbeauftrgte Kristin Rose-Möhring (die will die dt. Nationalhymne umschreiben, weil sie sich an "Vater"land stößt ...).
    Zum Glück hat Herr Feddersen in der Künstlerin Nedda mehr entdecken können als die beiden bieten...
  • theSkywalker 14.03.2018 15:37
    Highlight Highlight Genial Frech... hm bin mir da nicht so sicher.

    Zum einen hat sie mit ihrer Kritik bezüglich der Projektionen natürlich recht. Das Ausmass und ihre Tonalität finde ich aber recht übertrieben. Indem man gerade solche Artikel/Aussagen/usw., die wie erwähnt zwar nicht ganz korrekt sind, aber überhaupt nicht böswillig und auch nicht völlig daneben sind, so basht, füttert man nur die Kanonen der radikalen Feminismus-Gegner und Patriarchie-Nostalgiker. Diese fühlen sich dann nähmlich in ihren Überzeugungen noch bestätigt.

    Ein Bisschen mehr Toleranz täte den Social-Justice-Warriors auch gut 😉

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In Zusammenarbeit mit: Jelena Gučanin, Nana Karlstetter, Mahret Kupka, Julia Pühringer, Theresia Reinhold, Hedwig Richter, Nicole Schöndorfer, Margarete Stokowski und Brigitte Theissl.

Je verwirrender die Welt scheint, um so stärker wird dem Menschen die Sehnsucht nach einer Ordnung. Nach einer Einordnung. Nach anderen Menschen, die ihm Ideen, Anregung und Halt geben. Die ihm Leuchtturm sein können, in der immer wiederkehrenden, scheinbar schrecklichsten aller Zeiten.

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