Leben

Warum «Ready Player One» der einzige Film ist, den du 2018 sehen musst

Eine Konzeptzeichnung des Films. Bild: Warner Bros.

«Ready Player One» wird ein Highlight der Populärkultur. Und das solltest du auf keinen Fall verpassen.

01.01.18, 18:33 02.01.18, 14:32

Schaut man sich den Trailer von «Ready Player One» an, ist der erste Eindruck: nicht schon wieder ein aufgeblasener Hollywood-Film. Doch wer sich auch nur ein bisschen in der Populärkultur auskennt, wird schnell stutzig werden. Ist das etwas der DeLorean?

Guck dir den Trailer am besten schnell an:

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Nein, bei «Ready Player One» handelt es sich nicht um ein Spin-Off von «Zurück in die Zukunft». «Ready Player One» ist ein eigenständiger Streifen, der schon bald Filmgeschichte schreiben wird. Nicht durch eine innovative Erzählweise wie «Citizen Kane» und auch nicht durch 3D wie «Avatar». «Ready Player One» wird der Film sein, der es schafft, so viele popkulturelle Referenzen in sich zu vereinen wie noch kein Film zuvor. 

Kommt dank «Ready Player One» endlich wieder ins Kino: Der DeLorean aus «Zurück in die Zukunft». Bild: Wikipedia

Klar, eine sehr gewagte Behauptung. Doch bereits der Roman, auf welchem der Film basiert, ist ein Feuerwerk an Referenzen, Hommagen und Verbeugungen an die Entertainment-Welt der letzten 40 Jahre. Dabei stehen die 70er- und 80er-Jahre ganz besonders im Fokus. Aber jetzt mal langsam. Um was geht es eigentlich?

Am Anfang war Schriftsteller Ernest Cline. Ein Nerd, wie er im Buche steht. Klug, redegewandt, dem Sport nicht sehr angetan und ein riesiger Fan der Filmreihe «Zurück in die Zukunft». Sein Talent schliff er jahrelang in Poetry Slams und als Drehbuchautor und verlor dabei seine grosse Liebe, die Populärkultur der 80er-Jahre, nie aus den Augen. Irgendwann entschloss sich Cline dann, einen Roman zu schreiben. Und dieser wird jetzt verfilmt.

Bild: Penhaligon Verlag

In diesem Roman geht es um den Jungen Wade Watts. Dieser lebt 2045 in einer Gesellschaft, die von der Oasis vereinnahmt wird. Die Oasis ist eine virtuelle Welt, in welche die Leute dank VR-Brillen eintauchen. Dort gehen sie zur Schule, vergnügen sich, bauen ihre eigenen Reiche. Es gibt scheinbar keine Restriktionen, zumindest nicht, wenn man genug Geld hat. 

Als eines Tag James Halliday, der Erschaffer der Oasis, stirbt, hinterlässt er eine Botschaft, welche die ganze Welt in Ekstase versetzt. Der Programmierer hat nämlich ein Easter Egg in der virtuellen Welt versteckt. Wer dieses findet, erbt sein ganzes Vermögen von 500 Milliarden Dollar und das Eigentum an der Oasis. Also machen sich Wade Watts und Millionen anderer Spieler auf, besagtes Easter Egg zu finden. Doch da Halliday in den 70ern- und 80er-Jahren gross geworden ist, beziehen sich seine ganzen Hinweise hauptsächlich auf diese Zeit. Wer sich also nicht mit diesen Jahrzehnten auskennt, hat nicht wirklich eine Chance.

Das begehrte Easter Egg. Bild: Warner Bros.

Es ist wirklich unglaublich, wie vollgestopft diese Geschichte mit Hommagen und versteckten Hinweisen ist. Wenn die Werbung vom Heiligen Gral der Populärkultur spricht, ist das wirklich nicht übertrieben. Von den ersten Gamekonsolen der 70er-Jahre bis hin zur Serie «Firefly» ist hier einfach alles vertreten.

Ihr wisst schon. «Firefly», diese tolle Serie, die viel zu früh abgesetzt wurde:

Und wer jetzt denkt, dass das mit den Anspielungen in der Verfilmung sowieso nicht klappt, liegt sehr, sehr falsch. Es scheint fast als hätte die Entertainment-Industrie für einmal das Copyright-Kriegsbeil begraben, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Wir wissen natürlich, das die Gründe eher kapitalistischer Natur sind, aber das lassen wir jetzt mal schön auf der Seite.

Die Regie übernimmt dabei ein Mann, der selbst schon einen grossen Teil zur Populärkultur beigetragen hat. Denn «E.T»., «Indiana Jones», «Jurassic Park» und «Der weisse Hai» kennen heutzutage fast alle. Ihr wisst, wer gemeint ist: Steven Spielberg. Ihm zur Seite steht Alan Silvestri, der den Soundtrack komponiert. Auch er hat einen ganz besonderen Bezug zur Geschichte, schliesslich hat er den Soundtrack zu «Zurück in die Zukunft» geschrieben.

Kennst du ihn noch?

Video: YouTube/QwwazR

In «Ready Player One»-Film scheint genauso viel Liebe zu Stecken wie in der Vorlage. Und dank Ernest Cline, der gleich selbst das Drehbuch schrieb, werden sicher auch die Fans des Buches nicht enttäuscht werden.

Wer also dem Mainstream-Kino nicht abgeneigt ist, schaut sich diesen Film an. Gamer und Filmnerds sowieso. Alle anderen sollten dem Streifen wenigstens eine Chance geben. Vielleicht trefft ihr ja jemanden aus eurer Kindheit.

So. Und damit ihr einen kleinen Eindruck davon bekommt, was euch in diesem Film erwartet, gibt es hier einige Easter Eggs, die bereits im Trailer zu finden sind:

Bild: Warner Bros.

Wade Watts startet die Oasis und wir sehen eine Art Tunnel, der ihn in die virtuelle Welt führt. Farblich spielt diese Szene auf die Sternentor-Sequenz im Film «2001: A Space Odyssey» an.

Bild: Warner Bros.

Alleine in dieser kurzen Szene gibt es unzählige Anspielungen. Unter anderem sehen wir einige bekannte Filmautos. Den Truck aus« A-Team», den Mach 5 aus «Speed Racer», Mad Maxs Interceptor und sogar das Batmobil aus der 60er-Jahre TV-Serie. Und die muskulöse Figur, die sich links einen Weg durch die Autos bahnt ist Ryu aus dem Game-Klassiker «Street Fighter».

Den DeLorean habt ihr ja sicher schon erkannt. Bild: Warner Bros.

Wade Watts Avatar Parzival ist vom Design her an die Figuren aus «Final Fantasy» angelehnt. Der Name wiederum ist eine Referenz zur Geschichte Parzival von Wolfram von Eschenbach. In dieser zieht der Protagonist los, um den heiligen Gral zu finden.

Bild: Warner Bros.

Oasis-Erfinder James Halliday wird im Magazin «Wired» thematisiert. Links unten auf dem Cover gibt es einen QR-Code. Dieser funktioniert tatsächlich und führt auf eine Website der fiktiven Firma 101, die in der Geschichte eine zentrale Rolle spielt. Der Name 101 wiederum ist ein Statuscode des HTTP-Protokols und stellt damit eine Verbindung zum Thema Internet her.

Bild: Warner Bros

Dieses Motorrad ist definitiv aus «Akira»! Eine Realverfilmung des Kultmangas steckt schon seit Jahren in der Produktionshölle von Hollywood fest. Mit «Ready Player One» kriegt zumindest Kanedas Motorrad einen Filmauftritt.

Bild: Warner Bros.

Er stammt aus einem der grossartigsten Zeichentrickfilme, die es bisher gab: Der metallene Gigant aus «Der Gigant aus dem All».

Bild: Warner Bros.

Selbst Kryptowährungen haben es in den Film geschafft. Unten links seht ihr, dass in einem Artikel über den Oasis Coin geschrieben wird.

Bild: Warner Bros.

King Kong! Und er hat vermutlich schlechte Laune.

Bild: Warner Bros.

Jeder Film, der die 80er thematisiert, braucht so eine Boombox, oder? Die Szene ist übrigens gleichzeitig eine Referenz zum Film «Teen Lover» von 1989.

Guck:

Bild: CBS/Fox

Bild: Warner Bros.

Diese Szene dürfte sicher die Gamer unter euch freuen. Hier hat sich nämlich nicht nur Tracer aus Blizzards «Overwatch» versteckt, sondern auch die weibliche Commander Shephard aus «Mass Effect». Und auch hier gibt es wieder einen «Street Fighter»-Charakter. Dieses Mal ist es Chun Li. Und wer ältere Filme mag, erkennt sicher die Skelette mit Speer und Schild. Sie sind eine Referenz zu «Jason und die Argonauten», sowie «Armee der Finsternis.»

Bild: Warner Bros

Jep, sogar der Joker und Harley Quinn aus dem DC Comicuniversum haben einen Gastauftritt.

Bild: Warner Bros.

An alle Horrorfans: Hier wird gerade Freddy Krueger erschossen!

Bild: Warner Bros.

Auch Elemente aus der japanischen Populärkultur werden vertreten sein. So stammt dieser Roboter aus der Spielzeugserie «Gundam», die in Japan vor allem in den 80er-Jahren beliebt war.

Bild: Warner Bros.

Seht ihr die froschartigen Wesen vorne in der Mitte? Sie stammen aus dem Game «Battletoads», das vor allem in den 90ern beliebt war. Gleich rechts daneben sieht man einen Reiter auf einem Strauss. Es ist eine Spielfigur aus dem klassischen Arcade-Game «Joust». Links neben den Kampfkröten sieht man gelbe Roboterarme, die zu einem Mech-Loader aus dem Film «Alien» gehören könnten.

Kinostart in der Schweiz: Voraussichtlich 5. April 2018

Und damit ihr jetzt selber noch etwas nach Easter Eggs suchen könnt, hier ein weiterer Trailer für euch:

Viel Spass beim Suchen!

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Passend zum DeLorean: Fly With Me – Autos mit Flügeltüren

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • piranha 02.01.2018 11:20
    Highlight Jetzt weiss ich, wieso ich den Film unbedingt sehen muss. Aber wieso soll dies denn DER EINZIGE sein, den ich sehen muss? 😉
    5 0 Melden
  • cheko 02.01.2018 11:05
    Highlight Bin als Science-Fiction Fan vom Trailer nicht ganz überzeugt. Trotz all den Erläuterungen erinnert mich der Trailer dennoch an einen 0815 Streifen.. Schaue mir den Streifen trotzdem mal an und lasse mich auch gerne eines besseren belehren.
    5 1 Melden
  • Eric Lang 02.01.2018 04:13
    Highlight All diese Remakes und Filme, welche sich der Storys, Figuren und Bilder aus den Filmen der 80er und 90er Jahren etc. bedienen, sind nur der jämmerliche Beweis, dass es der amerikanischen Filmindustrie an Leuten mit eigener Phantasie mangelt.
    8 6 Melden
  • flv 02.01.2018 00:47
    Highlight Ehrlich gesagt, können mich all diese 70-80ies-Sciencefiction-Blockbuster am A****...

    Die sind zwar wirklich toll zum anschauen, aber eine adäquate Zukunftsvorstellung geben sie uns nicht.
    Sorry, aber eine Story aus dieser Zeit,verfilmt von einem Regisseur, der noch im 2. Weltkrieg geboren wurde...

    Please, Hollywood! Ich liebe Sciencefiction, aber bitte in der Klasse, wo z.B. "Her" spielt.
    Nicht das Alte ausgraben, sondern das Neue erfinden!
    12 43 Melden
  • Jay #No Billag 02.01.2018 00:36
    Highlight Im Trailer sieht man auch eine Overwatchfigur.
    5 15 Melden
    • Jay #No Billag 02.01.2018 12:26
      Highlight Wieso die Dislikes? Stimmt doch!
      7 3 Melden
    • esmereldat 02.01.2018 20:37
      Highlight Vielleicht weil im Text unter Punkt 10 bereits auf die Overwatch Figur hingewiesen wird.
      5 0 Melden
  • sambeat 01.01.2018 22:27
    Highlight ... Wer das Easter Egg findet, erbt eine halbe Million Dollar... Echt jetzt? 😂😂 Wer war für die deutsche Übersetzung des Trailers zuständig? Dem sage ich: You had one job... Aber egal, den Film anzusehen ist ein absolutes Muss, da stimme ich voll zu👍
    31 23 Melden
    • sambeat 01.01.2018 23:33
      Highlight Ich frage mich ernsthaft, was die Blitze sollen... Offenbar ist Klärungsbedarf vorhanden: Im Trailer sagt der Schöpfer der Oasis, dass derjenige, der das Easteregg findet, eine halbe Million Dollar kriegt (plus die Kontrolle über die Oasis). Im Buch ist aber die Rede von 500 Milliarden Dollar gemäss Pascal Scherrer. Ist ein recht grosser Unterschied, wie ich finde!
      30 6 Melden
    • Past, Present & Future 01.01.2018 23:45
      Highlight Auch wenn ich grundsätzlich kein Freund von übersetzten Filmen bin: Diese Übersetzung ist absolut korrekt.

      Im DE Trailer redet er von einer halben Billion $. Im Originalton geht es um "half a trillion $".

      Die englische "Trillion" entspricht im deutschen einer Billion (1'000'000'000'000).
      44 0 Melden
    • sambeat 02.01.2018 00:10
      Highlight Danke, P, P & F. Ich habs durch die kleinen Lautsprecher meines Smartphones tatsächlich jedesmal falsch verstanden🙈 Ich sollte mir wohl eingestehen, dass ich nicht mehr der Jüngste bin, und meine Ohren einfach nicht mehr für so Scheiss-Smartphonelautsprecher gemacht sind! Du hast natürlich recht. Merci👍
      30 4 Melden
    • Eric Lang 02.01.2018 04:06
      Highlight Das Problem ist wohl eher deine mangelhafte Kenntnis der englischen Zählweise, aber die Ausrede dazu ist süss.
      1 31 Melden
    • sambeat 03.01.2018 00:20
      Highlight Muss ich darauf antworten? 😉
      2 0 Melden
  • bcZcity 01.01.2018 22:23
    Highlight Das Buch wirkt wie von einem Teenager für Teenager geschrieben und der Held hat so viele Filme, Serien, Musik und Games auswendig im Kopf oder so oft gesehen, dass ein Leben dafür nicht reicht! Ich hoffe der Film wird da besser, schlüssiger und kein reiner Mash-Up CGI Traum!
    28 20 Melden
  • Dario4Play 01.01.2018 21:05
    Highlight Das buch war eine Wucht! Ich freue mich auf den Film!
    18 6 Melden
    • Mia_san_mia 01.01.2018 22:20
      Highlight Das muss wohl auch mal lesen... Habe bis jetzt nichts davon gehört und der Trailer macht mich nicht an...
      12 4 Melden
    • Dario4Play 01.01.2018 22:46
      Highlight Ja also zugegeben, der Trailer wirkt nicht überzeugend
      12 0 Melden
  • kyuss 01.01.2018 20:46
    Highlight Habe das Buch schon vor einiger Zeit quasi inhaliert, extrem witzig und gut geschrieben. Gerade alle, die in den 80ern gross geworden sind, werden vieles wiedererkennen....
    19 2 Melden
  • lily.mcbean 01.01.2018 20:42
    Highlight Das Buch war ja mal Top! Mal sehen wie sie dem Gerecht werden wollen!
    11 3 Melden
  • MetalUpYour 01.01.2018 20:21
    Highlight Das Buch von Cline ist jedenfalls sehr zu empfehlen!
    13 2 Melden
  • Mia_san_mia 01.01.2018 20:14
    Highlight Also ich bin da nicht so überzeugt, obwohl ich Fan der 80er bin...
    15 21 Melden
  • Nugget 01.01.2018 20:11
    Highlight Bin eben mit dem Buch fertig geworden. Eine Wucht! Hat mich richtig gefesselt wie seit langem kein anderes Buch mehr. Wenn der Film nur halb so gut wird...proscht Nägeli!
    47 3 Melden
  • Tirria 01.01.2018 20:05
    Highlight Problem ist ja nur, dass das Buch spätestens ab der Hälfte nicht viel mehr bietet als ein Referenzkatalog. Da müssten sie für den Film schon noch grob was änderen damit er zu dem "Must-see 2018" wird.
    13 8 Melden
  • dieBied 01.01.2018 19:32
    Highlight Das (Hör-)Buch ist einfach nur genial und ein Muss für jeden Nerd ;)
    Bin sehr gespannt auf den Film!
    9 3 Melden

Ich war stolz darauf, noch nie «GoT» geguckt zu haben – ich war so dumm 🤦

Falls es tatsächlich noch andere Menschen geben sollte, die noch nicht mit «GoT» angefangen haben und dies eventuell doch noch nachholen wollen, dann seid gewarnt: Ich spoilere. Viel! Du liest also weiter, nun denn, beginnen wir mit einer Frage:

«Wo in diesem Internet habe ich eigentlich die letzten sieben Jahre gelebt?», frage ich mich, nachdem ich die erste Staffel «Game of Thrones» mit offenem Mund fertig geschaut und den Sinn meines Lebens mehrfach hinterfragt habe. Wie konnte …

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