Leben
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Zeig deinen Afro! Wie eine Mutter ihre Tochter lehrt, sich selbst zu lieben

Bild: shutterstock

Lekia Lée setzt sich für die Sichtbarkeit von schwarzen Frauen in der Öffentlichkeit ein. Das Problem fängt ihrer Meinung nach schon bei der Frisur an.

24.03.17, 21:23 25.03.17, 18:01


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Und nun zurück zum Artikel.

Siira ist elf Jahre alt. Ihr Haar sträubt sich wild gekraust in alle Himmelsrichtungen. Sie lacht, sie ist stolz auf ihr Haar, doch das war nicht immer so.

«Als ich ganz klein war, wollte ich immer glatte Haare, so wie die Frauen im Fernsehen. Meine Mutter hat mir aber gezeigt, dass mein Afro genauso schön ist.»

Siira gegenüber BBC

bild: shutterstock

Als Siira das erzählt, steht sie direkt vor einer Billboard-Anzeige, auf der Bilder von ihr und acht weiteren glücklich lachenden Frauen mit Afro-Haaren der Strasse entgegen leuchten. 

Es ist das Projekt ihrer Mutter, Lekia Lée, einer britischen Aktivistin. «Fast nirgends ist eine schwarze Frau mit natürlichen Haaren zu sehen. Dadurch denken gerade jüngere Mädchen, dass alles andere nicht zu akzeptieren ist», erklärt Lekia Lée im Interview mit bento. Sie selbst habe sich jahrelang gefühlt, als wäre sie seltsam, als hätte sie komisches Haar und als würde sie irgendetwas falsch machen. Vielen ihrer Freundinnen ging es gleich. Sie trugen Perücken oder liessen ihr Haar chemisch strecken.  

«Ich will, dass meine Tochter mit dem Bewusstsein aufwächst, dass sie schön ist, wie sie ist.»

Lekia Lée gegenüber BBC

Aus diesem Grund ruft sie das «Project Embrace» ins Leben, eine Kampagne mit dem Ziel, schwarzen Frauen und Mädchen zu zeigen, dass sie nicht auszusehen haben wie die mehrheitlich weissen Models aus den grossen Werbeanzeigen. 

Lekia Lée. bild: project embrace

Kinder werden nicht mit Schönheitsidealen geboren. Sie geniessen ihr Spiegelbild fern von jeglichen Normen, bis sie das schallende Echo der Werbebranche einholt und ihnen vorschreibt, wie Schönheit aussehen muss.

Aus dem Manifest des «Project Embrace»

Seit 2011 schreibt Lée Artikel, gibt Interviews und hält Vorträge. Doch ihr Aktivismus bleibt in einem Milieu hocken, in dem ihre Botschaft bereits zur Selbstverständlichkeit wurde. Mit der grossen Werbetafel an der West Cromwell Road in London will sie Leute erreichen, denen die Problematik noch unbekannt ist. Sie habe bewusst das selbe Medium gewählt, auf dem normalerweise grosse Modekampagnen präsentiert werden. Denn genau dem normierten Frauenbild dieser Werbungen will das «Project Embrace» mit gelebter Vielfalt entgegenwirken.

Bis jetzt geniesse die Kampagne ein überwältigendes Feedback. Was sie besonders freue, ist, dass sich neben den unzähligen Privatpersonen auch Friseure bei ihr gemeldet haben, die von gesundheitlichen Problemen wegen aufwändiger Haarbehandlungen berichten.

Aufgrund dessen will Lée das Projekt nun weiterziehen. Sie will in weiteren britischen Städten Billboards mit den gekrausten Haaren afrikanischer Frauen füllen. Und mehr: Gemeinsam in einem kleinen Team will sie an Schulen gehen, um Kindern zu erklären, dass Selbstliebe und Schönheit nicht von den Bildern in der Werbung abhängig sind. 

Plus Size Models – auch sie haben mit Normen zu kämpfen:

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelegentlicher Kommentar 25.03.2017 11:54
    Highlight Finde Afros etwas wunderbares. Aber aufgepasst: genau wie jeder andere Mensch finden es auch Leute mit Afro nicht gerade lustig, wenn ihnen Fremde ständig durch die Haare wuscheln wollen.

    Auch immer wieder unangebracht: zu einer Schwarzen Person sagen "schau, nach meinen Ferien bin ich fast so braun wie du!"

    Ist sicher nett gemeint, wird auch selten richtig übel genommen, hat aber immer einen bitteren Beigeschmack.
    19 12 Melden
    • DerTaran 25.03.2017 15:22
      Highlight Der einzige Grund warum manche Menschen dunker sind als andere ist die Reaktion auf die Sonne. Wir sind nur deshalb so bleich, weil wir sonst eine Vitamin D unterversorgung hätten (Das erzeugt unsere Haut aus Sonnenlicht).
      Wissenschaftlich gesehen gibt es übrigens keine Menschenrassen, wir sind uns alle viel zu ähnlich als das man uns Genetisch in Rassen einteilen könnte.
      24 3 Melden
  • horst müller 25.03.2017 08:07
    Highlight bei nem afro werd ich immer neidisch. ich will doch nur auch einen haben!
    27 4 Melden
  • Bronko 25.03.2017 03:01
    Highlight Neiaberau, mir kommen die Tränen der Rührung. Was will uns dieser UK-Regenbogenpresse-Bericht sagen? Mutti ist die Beste? So ein Afro ist doch zweifelsohne total cool.
    22 5 Melden
    • Gelegentlicher Kommentar 25.03.2017 11:50
      Highlight Ich denke nicht, dass es dabei nur um den afro geht. Schwarze Mädchen sind von klein auf von Schönheitsidealen umgeben. Models, Barbies, Puppen, Schauspielerinnen - mehrheitlich weiss. Sie meiden die Sonne um nicht noch dunkler zu werden, in manchen Teilen der Welt wird die Haut chemisch gebleicht. Wenn man eine google Bilder Suche nach "professional african hair" tauchen nur schwarze Frauen mit künstlich "weissen" Frisuren auf, Afros am Arbeitsplatz also unerwünscht. Und die, die sich doch trauen, müssen sich ständig von weissen durch die Haare wuscheln lassen weil die ja soo cool sind.
      13 11 Melden
    • Bronko 25.03.2017 14:02
      Highlight @ Gelegentlich..
      Es ist auch taktlos, gleich eine dunkelhäutige Person nach Herkunft zu fragen, obwohl man sie nicht kennt. Es hat mit Respekt zu tun, dass man nicht jedem "coolen" Wuschelkopf in die Haare langt. Beides ist leicht übergriffig. Viele haben sich das dummerweise wohl noch nie überlegt. Als Betroffener kann das sehr nerven.
      Gestreckte Haare sind aber auch pflegeleichter o. einfach nur ein modisches Spiel in einer globalisierten Welt...
      Dass sich immernoch viele in ihrer braunen Haut nicht wohl fühlen, ist aber leider aus plausiblen Gründen nicht von der Hand zu weisen.
      11 1 Melden
    • Maracuja 25.03.2017 14:45
      Highlight Die Hautfarbe von Barbies, Puppen, Disneyfiguren richtet sich nach Absatzmärkten, afrikanische Eltern haben leider weniger Kaufkraft. In den USA gibt es ein grösseres Angebot, aber hier sehen kleine schwarze Mädchen buchstäblich nur "weiss", was dazu führt, dass meine süsse kraushaarige Nichte unbedingt wie Elsa/Anna (mir ging noch nie eine Disneyfigut so auf die Nerven) aussehen will und an der dunkelhäutigen Barbie kaum Freude zeigt, weil die Kindergartengespänli alle weisse Barbies haben.
      11 5 Melden
    • DerTaran 25.03.2017 15:15
      Highlight Als wir vor Jahren auf Tobago waren, hat sich mein Sohn (Blonder Lockenkopf) vor lauter Haarwuschlern kaum wehren können.
      10 2 Melden
  • Krotzbraduzl 25.03.2017 01:14
    Highlight Ich liebe wilde haare! Wuschel-Afro-und Lockenkopffrauen, ihr seit super:)
    25 2 Melden
    • huck 25.03.2017 10:50
      Highlight Seid wann?
      10 16 Melden
  • rodolofo 24.03.2017 22:32
    Highlight Uns allen geht es doch so, wenn wir Normen verinnerlichen, die mit unserem Wesen und unserem Charakter nichts zu tun haben!
    Solche normative Gedanken, wie z.B. "Glatte Haare sind schön, Afro-Kraushaare sind hässlich!" werden selbstschädigend, wenn sie das Leben einer Frau mit Afro-Kraushaaren bestimmen!
    Darum muss sie solche Gedanken aus ihrem Kopf rausschmeissen!
    Denn sonst wird sie unzufrieden und depressiv.
    Und darum hat sie diese selbstschädigenden Gedanken, die ihr GLATTHAARIGE ins Hirn eingepflanzt haben, auch endlich rausgeworfen! Halleluja!
    Und heute fühlt sie sich wie neu geboren!
    7 6 Melden
  • DerTaran 24.03.2017 22:13
    Highlight Ich hatte auch einen Afro als ich noch jung war. Ich bin/war Blond.
    22 5 Melden
    • tinted 24.03.2017 22:40
      Highlight zeigen 😘
      9 2 Melden
    • DerTaran 25.03.2017 15:11
      Highlight Bin ja leider nicht mehr jung, das war vor 30+ Jahren.
      5 1 Melden
  • Datsyuk * 24.03.2017 21:55
    Highlight Gute Idee!
    23 8 Melden

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