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Männer werden häufiger krank als Frauen. Bild: Shutterstock

Jetzt ist es wissenschaftlich bewiesen: Männer sind Weicheier

19.11.17, 15:53 19.11.17, 17:47

Von wegen starkes Geschlecht: Wenn Erkältung oder Grippe drohen, wirken Männer gerne mal weinerlich und ängstlich. So zumindest sagen manche. Forscher erklären jetzt: Die Sorgen der Männer sind nicht ganz unbegründet.

«Männer haben's schwer, nehmen's leicht», sang Herbert Grönemeyer in den Achtzigerjahren und landete einen grossen Hit. Doch viele Frauen, die einen Mann mit drohender Erkältung zu Hause haben, erleben eher einen Jammerlappen als einen starken Kerl – sagen sie zumindest.

Hartnäckiges Klischee

So hält sich hartnäckig das Klischee vom Mann, der bei einer kribbeligen Nase und leichtem Halskratzen gleich schwere Qualen erleidet. So manche Frau möchte da genervt umdichten: «Männer haben's leicht, nehmen's trotzdem schwer.»

«Männer brauchen viel Zärtlichkeit. Männer sind so verletzlich.»

Herbert Grönemeyer

Doch während sich die männliche Furcht vor kleinsten Erkältungen in jedem Herbst als vergnügliches Smalltalk-Thema eignet, bleiben die Ursachen für den sogenannten «Männerschnupfen» ungeklärt. Könnte am Klischee wissenschaftlich etwas dran sein? Werden Männer tatsächlich leichter oder stärker von Erkältungs- und Grippeviren angegriffen als Frauen?

Unterschiede im Immunsystem

Wer solchen Fragen nachgeht, landet früher oder später bei Beatrix Grubeck-Loebenstein. Die Immunologin von der Universität Innsbruck untersucht seit Langem, wie sich die Immunsysteme von Frauen und Männern unterscheiden.

«Östrogen stimuliert das Immunsystem, Testosteron hingegen unterdrückt es. Das Immunsystem von Frauen reagiert deshalb schneller und aggressiver gegen Krankheitserreger als das von Männern»

Marcus Altfeld vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg.

Ihre Ergebnisse geben all jenen Männern Hoffnung, die sich in ihrer Angst vor Schnupfen und Fieber von der Frauenwelt nicht ernst genommenen fühlen. «Grob vereinfacht lässt sich feststellen, dass Männer durch die Unterschiede in der Immunantwort häufiger krank werden können als Frauen», sagt Grubeck-Loebenstein im Vorfeld des Internationalen Männertags am 19. November, bei dem es unter anderem um die Gesundheit von Männern geht.

Spezialisten und Generalisten

Es gibt grundsätzlich zwei Arten dieser Helfer in der Not: spezifische und unspezifische Immunzellen. Erstere sind nur gegen ganz bestimmte Krankheitserreger wirksam – sie sind quasi die Experten auf ihrem Gebiet. Müssen zum Beispiel Grippeviren bekämpft werden, kommen andere spezifische Immunzellen zum Tragen als bei einer Herpesinfektion. Auf diese Weise kann sich der Mensch gegen eine Vielzahl von Viren, Bakterien oder Parasiten zur Wehr setzen.

Doch die Vielfalt der spezifischen Immunzellen hat einen Haken: Von diesen Experten gibt es im Körper jeweils nur eine geringe Menge. Um eindringende Krankheitserreger tatsächlich besiegen zu können, müssen sie sich millionenfach vermehren. Und genau hier kommt der Unterschied zwischen Frauen und Männern zum Tragen.

Östrogen und Testosteron

Während das weibliche Hormon Östrogen die Vermehrung der spezifischen Immunzellen unterstützt, wirkt sich das männliche Hormon Testosteron genau gegenteilig aus. «Östrogen stimuliert das Immunsystem, Testosteron hingegen unterdrückt es. Das Immunsystem von Frauen reagiert deshalb schneller und aggressiver gegen Krankheitserreger als das von Männern», erklärt Marcus Altfeld vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg.

Hinzu kommt: Je höher der Testosteron-Spiegel ist, desto mehr wird das männliche Immunsystem geschwächt. Echte Kerle trifft es also noch härter.

Männer leben ungesünder als Frauen

Doch die Anfälligkeit allein mit dem Testosteron-geschwächten Immunsystem zu erklären, würde zu kurz greifen. «Auch weitere Faktoren spielen eine Rolle, die sich stärker auf das Verhalten und die Umwelt beziehen. Männer leben immer noch risikoreicher, sie ernähren sich ungesünder und sie lassen sich weniger diszipliniert impfen», sagt Grubeck-Loebenstein. Kurzum: Gänzlich können sich Männer nicht auf die Natur berufen – sie haben ihr Schicksal zumindest teilweise selbst in der Hand.

Auch wenn die Forschung über Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Krankheitsabwehr in den letzten Jahren zugenommen hat, hält Marcus Altfeld den Stand des Wissens immer noch für unzureichend: «Es wird heutzutage viel über personalisierte Medizin geredet, das Individuum soll immer stärkere Berücksichtigung in der Forschung finden. Dabei wissen wir noch nicht einmal genug über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.»

So manche Frau, die in einer Beziehung lebt, dürfte sich hingegen sehr gut über diese Unterschiede informiert fühlen – und zwar aus erster Hand. Sobald eine Erkältungswelle den Mann erwischt, sind Anfälligkeit und Wehleidigkeit selbsterklärend. Und am Ende hat Grönemeyer vielleicht doch ein bisschen recht, wenn er singt: «Männer brauchen viel Zärtlichkeit. Männer sind so verletzlich.» (whr/sda/dpa)

Nicht nur was für Frauen, auch Männer können es

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 21.11.2017 06:49
    Highlight Frauen werden (zumindest in Deutschland) 14 Prozent häufiger krankgeschrieben als Männer und haben 23 Prozent mehr Fehltage.
    Die Beobachtung, dass Männer noch BEVOR sie effektiv krank sind wehleidiger sind, kenne ich aber auch (u.a. aus eigener Erfahrung).

    Für mich ist die Antwort der Forscher deswegen nicht zufriedenstellend - sie erklärt die Fakten nicht ausreichend.
    15 3 Melden
  • Silent Speaker サイレントスピーカー 21.11.2017 02:15
    Highlight In Tat und Wahrheit ist es so, dass insbesondere Frauen schon bei kleinem Aua gerne mal den Arzt konsultieren, während Männer sich auch bei ernsthaften Schmerzen sagen, da muss "Mann" durch.

    Ich habe mich einst, um es objektiv in Erfahrung zu bringen, durch Foren gelesen, in denen Frauen über Wehen-Schmerzen sprechen. Anzumerken ist, dass dort vornehmlich junge Frauen sind, die noch nicht so schmerzerfahren sind. Jene, die wirklich schon Unfälle/schwerwiegende Krankheiten hatten, bestätigen, dass Wehen weniger schmerzen als z.B. schwere Verletzungen. Das ist der Massstab.
    9 3 Melden
  • Ollowain 20.11.2017 16:18
    Highlight Wieder einmal interessant wie sich hier viele Männer aufführen. Wie kleine Buebelis regen sie sich auf über ein empfundenes Männer-Bashing das eigentlich keines ist. Bei Vergewaltigungsthemen (welche unserer Gesellschaft zu denken geben sollte) hört man von den Buebelis aber fast nichts, ausser dass sie sich auch da irgendwie angegriffen fühlen. Sehr peinlich. Manchmal schäme ich mich fast ein männlicher Homo sapiens zu sein. So zeigt es mir jedoch, dass Feminismus dringenst nötig ist und unbedingt unterstützt werden muss. Mein Buchtipp für Buebelis mit Grips: Unsagbare Dinge, Laurie Penny.
    17 61 Melden
    • Greet 21.11.2017 07:37
      Highlight Ollowain, wenn sich Männer nicht beschimpfen lassen wollen, kommst du mit der Vergewaltigungskeule? Was soll denn das?
      31 3 Melden
    • Ollowain 21.11.2017 10:02
      Highlight Greet: Wo sind denn deine Nerven geblieben? Bist du etwas überempfindlich? Ihr armen Buebelis mit den empfindlichen Nerven. Sag doch das den Frauen, die jeden Tag durch patriarchalische Strukturen geistig und körperlich unterdrückt werden (überall auf der Welt). Opfer...
      5 24 Melden
    • Greet 21.11.2017 21:22
      Highlight Ollowain, ich sei überempfindlich? Das sagst du wohl auch zu Frauen, die sexuell belästigt wurden? Diese Machosprüche kannst du gerne für dich behalten.
      7 0 Melden
  • AdiB 20.11.2017 10:23
    Highlight könnte es auch daran liegen das berufe im hoch- und tiefbau, kanalreinigung, gartenbau u.s.w praktisch nur männer ausüben und dass bei jeglicher witterung?
    dies hat diese schlaue studie nicht einberechnet. z.bsp. die baustelle meines schwagers ist im moment offen, es zieht überall durch. da ist es nicht verwunderlich wenn mal einer oder zwei krank werden.
    30 5 Melden
    • Mélisande 20.11.2017 21:17
      Highlight Geh mal ein paar Tage in eine Kita arbeiten (typischer Frauenberuf). Dort holst du dir garantiert einen Infekt😊
      10 19 Melden
  • TRL 20.11.2017 03:08
    Highlight Yeah, well, that's just, like, your opinion, man.
    27 0 Melden
  • TRL 20.11.2017 02:59
    Highlight Wieder mal muss die „unantastbare“ Wissenschaft für so einen Schund herhalten. Dabei wissen wir nicht, ob es ImmunologINNEN gibt, die a) die Wirkung der Hormone anders beurteilen oder b) den Unterschied zwischen den Geschlechtern geringer einschätzen als die individuellen Unterschiede. Was wir (Leser) auch nicht wissen ist, ob andere Hormone oder Faktoren die Immunabwehr viel stärker beeinflussen.
    Und am Schluss gesellt sich natürlich noch die Ernährungswissenschaft dazu, deren Studien auch gerne „journalistisch verarbeitet“ werden...
    19 7 Melden
  • Gelöschter Benutzer 20.11.2017 00:26
    Highlight Und Frauen heulen einem dafür die Ohren voll, wegen ein bisschen Blut einmal im Monat ;) Spass beiseite, ist ein interessanter Artikel :D
    25 18 Melden
  • Stop Zensur 19.11.2017 23:46
    Highlight Gut zu sehen das Artikel, welche über stärken/schwächen nach Geschlecht berichten, doch nicht zu politisch inkorrekt sind.
    11 5 Melden
  • Captain Downtown 19.11.2017 21:18
    Highlight der eindruck von purer heuchelei durch die auswahl und art der artikel bei watson wird zunehmend verstärkt.
    permanente gender/empörungs/pranger artikel, die vorgaukeln awareness und sachdienliche infos zu leisten, aber gleichzeitig und daneben sexistische klischees über männer, (btw werbung von ausschliesslich hübschen frauen) und rechten-bashing.. sehr überzeugend.
    da sollte doch ein gebildeter mensch mal aus seiner hochschul/medien-bubble aufwachen und sehen, dass da grundsätzlich was schief läuft.
    79 12 Melden
    • Zeyben 19.11.2017 23:03
      Highlight Haltet euer Testosteron hoch und euch gehts gut. Mehr gibts dann nicht zu sagen.
      8 24 Melden
    • Knety 19.11.2017 23:43
      Highlight Ja. Und die Texte werden auch immer anonym verfasst.
      Grosses Kino auf Watson.
      34 3 Melden
  • Hempoli 19.11.2017 20:22
    Highlight Komisch, bei uns in der Firma sind es die Männer die sich krank durch den Tag kämpfen während die Frauen Arztzeugnisse holen.
    77 20 Melden
    • Menel 20.11.2017 08:12
      Highlight Was sehr "sinnvoll" ist; die Viren haben nämlich auch ein Recht auf Leben und Weiterverteilung 🙈
      25 20 Melden
    • Zeyben 20.11.2017 21:13
      Highlight Muss man jetzt nicht verstehen.
      1 5 Melden
    • rodolofo 21.11.2017 07:56
      Highlight Dieses "Sich durch den Tag kämpfen" ist eben genau falsch.
      Schlafen und Ausschlafen ist doch die beste Medizin!
      8 1 Melden
    • Hempoli 21.11.2017 11:56
      Highlight Ich rede auch nicht davon dass einer 40 Grad Fieber hat. Aber besonders in einem kleinen Team ist es ärgerlich wenn jemand wegen jedem kleinen Kopfweh fehlt. Meistens sind es immer die gleichen und jedenfalls bei uns lassen sich da klar Unterschiede zwischen den Geschlechtern ausmachen.
      8 0 Melden
  • destin 19.11.2017 20:03
    Highlight 1. Der Titel ist irreführend. Er sollte lauten: Jetzt ist es wissenschaftlich bewiesen: Männer sind keine Weicheier. Ok, Clickbait…
    2. Ich jammere bei Grippe nicht und weiss jetzt warum – muss am tiefen Testosteronspiegel liegen.
    3. Damit erklärt sich sicher auch das seltene Phänomen, dass ich Frauen nicht sexuell belästige.
    4. Männerbashing ist sexy.
    84 8 Melden
  • Zeyben 19.11.2017 19:57
    Highlight Die Subsumtion im Titel ist ja völlig falsch und setzt falsche Anreize beim anderen Geschlecht.
    40 3 Melden
  • Schnuderbueb 19.11.2017 19:30
    Highlight Weichei? Ist mir doch Wurscht. Solange ich umsorgt und verwöhnt werde. Schliesslich lebt Mann nur einmal.
    29 5 Melden
  • Karl33 19.11.2017 19:11
    Highlight Gratuliere zu diesem männerverachtenden Artikel. Manchmal wundert man sich, wie tief das Niveau noch sinken kann.
    62 15 Melden
    • rodolofo 21.11.2017 07:58
      Highlight Erinnere Dich an Karl den Grossen, und dann geht's Dir gleich wieder ein wenig besser!
      1 6 Melden
  • yazzu 19.11.2017 18:24
    Highlight Mich würde interessieren, wieso Östrogen stimuliert und das Testosteron unterdrückt? Oder habe ich die Antwort schlicht überlesen?
    35 1 Melden
  • Flötist 19.11.2017 17:37
    Highlight Entweder hat der Schurnalist das Wort "Weichei" nicht verstanden oder hat beim Abschreiben nicht realisiert, dass die Forschungsergebnisse zeigen, dass die "Immunantwort" der Männer anders ist als jene der Frauen und dies nichts mit "Weichei" zu tun hat. Tja, Clickbait.
    175 14 Melden
  • Lezzelentius 19.11.2017 16:28
    Highlight Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Häufiger krank zu werden bedeutet nicht, dass man deshalb "intensiver weint" wenn man mal krank ist.
    119 8 Melden
  • Arthur Sunil 19.11.2017 16:21
    Highlight Juhu, ein sexistischer Männerbashing-Artikel am Internationalen Tag des Mannes.
    188 26 Melden
    • fant 19.11.2017 17:43
      Highlight Ich finde auch nicht alles was nach Gender klingt automatisch gut. Trotzdem finde ich diesen Artikel informativ und überhaupt kein "Männerbashing". Der Artikel spricht von "Testosteron schwächt das Immunsystem", ein Fakt. Und z.B. von "Männer ernähren sich ungesünder". Selbst wenn das kein Fakt ist, nehme ich das höchstens als "hey Mann, du kannst es auch beeinflussen", aber sicher nicht als Bashing. Warum so empfindlich?
      31 60 Melden
    • Arthur Sunil 19.11.2017 18:06
      Highlight Der Artikel beginnt mit einer Beleidigung schon im Titel, referenziert dann ein belangloses Lied, rezitiert längst bekannte Binsenweisheiten und "will Männer Hoffnung geben von Frauen ernst genommen zu werden". Zum Schluss kommt noch das übliche: "Ihr seid aber selber Schuld!". Ein seichter, beliebiger Artikel gespickt mit süffisantem Sexismus.
      80 15 Melden
    • Karl33 19.11.2017 19:12
      Highlight fant, weichei ist nun mal eine beleidigung. wenn du das nicht verstehst, hast du den sexismus schon sehr stark verinnerlicht.
      39 9 Melden
    • Jakal 19.11.2017 19:18
      Highlight Der Artikel ist nicht das Problem. Der Titel des Artikels ist das Problem. Männer sind Weicheier. Danke aber auch ...
      31 4 Melden
    • Roman h 19.11.2017 20:11
      Highlight @fant
      Was ist denn genau ungesunde Ernährung?
      Meine Freundin ist vegi und ich esse jeden Tag Fleisch, denoch ist sie öfters krank als ich.
      Heisst also jeden Tag Fleisch essen ist gesund?
      Fakt ist nun mal der ganze Bericht beruht auf Vorurteilen und nichts mehr.
      Meine Freundin, meine Mutter oder meine Schwester, sie alle sind öfters krank als ich.
      Da ich mehr Bier trinke als die 3 zusammen kann man ja auch sagen Bier macht gesund
      46 8 Melden
    • rodolofo 21.11.2017 07:49
      Highlight Das ist eben heutzutage in Mode!
      Patriarchat haben wir jetzt schon seit tausenden von Jahren.
      Da ist doch mal was Neues angesagt!
      Dein wehleidiger Kommentar bestätigt genau das, was im Artikel beschrieben wurde.
      3 12 Melden

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