Leben
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Wieso du NICHT aufhören solltest, dich mit deinem Partner zu betrinken

Bild: shutterstock

Sollte man sich in einer Beziehung gemeinsam betrinken? Meine Kollegin ist dagegen – ich sehe das anders.



«Hello, ich komm um 13:15 in Tegel am Flughafen an», schreibt mir meine Freundin auf dem Weg nach Berlin. «Holst mich ab? Und gehma bitte am Abend fort? Ich war schon ur lang nicht.» Aber sicher, Bettina! Nachdem wir am selbigen Abend in der Weinschenke landen und unsere Bestellung in förmlichstem Hochdeutsch aufgeben (klingt dann in etwa so: «Zwei Weissweinschorlen, bitte!»), will mir meine Freundin nämlich etwas gestehen.

Ich denke an das Schlimmste. Vielleicht ist ihr Liebster Veganer geworden? Oder, noch ärger: Impfgegner.

Ich liege komplett daneben. Die Überraschung ist:

Meine Freundin geht seit fünf Jahren nicht mehr mit ihrem Freund saufen.

Nicht, weil sie keinen Alkohol verträgt oder nach diversen eskalierten All-Inclusive-Urlauben Verantwortung gegenüber ihrer Leber übernehmen wollte, nein. Sie findet, saufen mit dem Partner ist Weinverschwendung. Ich nicke. Und überlege, ob ich das nicht sehr, sehr ähnlich sehe.    

Denn, seien wir mal ehrlich jetzt: Das Anbandeln im österreichisch-schweizerischen Abendland funktioniert immer noch allzu oft über Alkohol. Wer kann sich nicht an Dates erinnern, innerhalb derer man in den ersten zwei Stunden fünf Stangen oder gespritzte Weisse geleert hat?

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Die richtige Menge Alkohol lässt jede peinliche Anekdote vom Firmenausflug cooler wirken und die Hände ganz automatisch gegen Mitternacht in die des Gegenübers gleiten. Kein Wunder also, dass sich Singles so oft betrinken! Nicht nur, um am eigenen Leib erfahrene Phänomene wie Ghosting zu verarbeiten, sondern auch um das nächste Date mit John über die Bühne zu bringen.  

Später sinkt der Alkoholkonsum exponentiell zur Beständigkeit der Beziehung und eintrudelnden Nachrichten.

So ist es wenig verwunderlich, dass viele Paare schon bald in die komplette Ereignislosigkeit der zwischenmenschlichen Koexistenz übergehen und gar nichts mehr trinken. Selbst, wenn gerade niemand schwanger ist. Die Begründung: Wozu noch saufen, wenn es sich ohne sowieso besser vögeln lässt? Und überhaupt: Kostet ja auch Zeit, Geld, Kater und auch mit viel Hyaluron nicht wiederherstellbare Labialfalten.

Was bleibt den Vergebenen also übrig? Richtig. Sie schauen fern oder – realistischer – bingen Netflix. Sie versuchen den verlorenen Weinkonsum irgendwie durch Paprika-Chips und gelatinefreie Gummibärchen wettzumachen und wundern sich dann fünf Jahre später, dass sie dicker geworden sind.

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Nicht, dass das 2018 besonders schlimm wäre – aber auffallen tut es den besagten Paaren dann ja doch, also fangen sie an, «gemeinsam Sport zu machen» und zum Bikram-Yoga in der Innenstadt zu gehen oder – hier wären wir bei der ärgsten Stufe der kollektiven Verzweiflung angekommen – Tennis zu spielen mit befreundeten Nachbarn, nur damit diese gottverdammten fünf Kilo runterkommen, die gar nicht erst auf die Hüften gelangt wären, wenn sie weiterhin zusammen feiern gegangen wären. Sag ich zumindest. 

Aber keine Sorge, ich versteh die Gegenseite auch. Wer kein Alkoholproblem entwickeln möchte, muss ja auch schauen, dass er mit seinem Date ergo Beziehung – das ja jetzt, wo die Gefühlslage geklärt ist, jeden oder jeden zweiten Tag auf der Couch Platz nimmt und die Füsse hochlagert – nicht ernsthaft konsumabhängig wird. 

Wie würde das bitte ausarten, jeden zweiten Tag saufen zu gehen wie beim ersten Date?

Die Wirtschaft würde zusammenbrechen, niemand würde mehr zur Arbeit, dafür Aspirin C an die Börse gehen und Milliardenumsätze verzeichnen, genauso wie diverse Smoothie-Hersteller, deren babybreikonsistenzartige Bioerzeugnisse Normalsterbliche an einem Samstag schon schlauerweise für den Sonntag eingekühlt haben.  

Aber wieder zurück zu meiner Freundin. Um die völlige geistige und körperliche Verwahrlosung zu vermeiden, wird also lieber mit den Freunden gesoffen, wenn’s wahr ist, weil die sieht man ja wie die Kinder aus erster Ehe auch nur jedes zweite Wochenende. Man trinkt am Freitag oder Samstag und dann vielleicht noch am Dienstag kurz nach Feierabend und dann war's das, damit wäre der Alkoholkonsum der Teilzeitalkoholiker abgedeckt und mehr ist eben nicht drin.

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Während ich uns einen zweiten gespritzten Weissen bestelle, den sie heute ganz offensichtlich nicht mit ihrem Freund trinken wird, denke ich daran, wie traurig es ist, irgendwo, sich nie so richtig mit seinem treuen Matratzennachbarn zu betrinken und am nächsten Tag Seite an Seite durch die Spirale an Glücksgefühlen und Selbsthass zu rutschen. Dieses anfängliche, tollpatschige Ansaufen, mit schlechtem Bier und billigen Wein und den nicht ganz so fancy Cocktails in Plastikbechern auf Konzerten, es war etwas ganz Besonderes.  

Ja, waren es nicht gute Räusche? Waren es nicht Abende, an die man sich gerne erinnert hätte, wäre nicht irgendwann ein Filmriss eingetreten?

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Waren es nicht genau diese vodkagetränkten Zungenküsse, für die man das Kopfweh am nächsten Tag gerne in Kauf nahm?  

Und, ernstgemeinte Frage, wie viele Beziehungen scheitern letztlich genau daran? Weil man die alkoholgeschwängerte Zuneigung mit jemand anderem austauscht. An einem Abend, an dem der Freund oder die Freundin bewusst nicht eingeladen war, dafür aber Hans aus der Finanzbuchhaltung. Oder Lisa aus dem Personalwesen. Oops!

Und so sehr ich meiner Freundin in den meisten Punkten zustimmen muss (Katerhass, hallo?), ich hab ihr dann später trotzdem vorgeschlagen guten Gin zu kaufen, damit sie ein nettes Mitbringsel hat für ihren Habschi.  

In diesem Sinne: Prost!

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via giphy

Man kann auch ohne Alkohol Spass haben. Hab ich mal gehört:

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Video: watson

Diese Schauspieler waren beim Dreh total betrunken:

Wisst ihr, wer auch mal sehr betrunken war? Michelle:

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Video: watson/Michelle Marti, Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • Senji 14.04.2018 02:26
    Highlight Highlight Ich seh das so: auf welchem Level der Alkoholkonsum als Single auch immer ist; wenn es das ist was, was für einen selber stimmt, dann kann es ja gar nicht stimmen, wenn man das in einer Beziehung ändert. Ohne das Trinken jetzt zu überhöhen, aber dann ist ja klar, dass man sich entweder als Single oder als Paarmensch zumindest teilweise verleugnet. Das ist in keine Richtung gesund. Und passiert dann in anderen Bereichen wohl auch. So cheers to you...!
  • AllknowingP 13.04.2018 22:12
    Highlight Highlight Also ich kann ja nur für "uns" reden...aber mein Frau und ich, verheiratet +6 Jahre jetzt, Kind 3 Monate alt...und ja... sich gemeinsam zu betrinken war vor & nach dem Kind (nicht während der Schwangerschaft natürli ) ne tolle & verbindende Sache. Prosit !
  • Dotziger 13.04.2018 19:45
    Highlight Highlight Bravo Bianca - gut geschrieben und vor allem gar nicht so unwahr!
  • FancyFish - Stoppt Zensur! 13.04.2018 19:31
    Highlight Highlight „Ich denke an das Schlimmste. Vielleicht ist ihr Liebster Veganer geworden? “

    😂👌🏽
  • Lauwärmer 13.04.2018 19:24
    Highlight Highlight Sich ab und zu zusammen volllaufen lassen ist etwas vom Besten, was man in einer gesunden Beziehung machen kann. Die Hemmungen sinken, man ist viel offener für gewisse “unangenehme Gespräche” und wenn’s nichts bestimmtes zu besprechen gibt, hat man’s ganz einfach ziemlich lustig miteinander.

    Als Paar zusammen feiern gehen ist etwas tolles!
    • Til 13.04.2018 20:30
      Highlight Highlight Also unangenehme Gespräche sollte man besser nicht im Suff führen, das tut der Beziehung eher nicht so gut.
    • Sumsum 13.04.2018 23:15
      Highlight Highlight Ja genau, so sehen wir das in unserer Beziehung auch !
    • Sumsum 13.04.2018 23:32
      Highlight Highlight Also ich meine das mit zusammen Party machen und so. Wie zum Beispiel heute Abend 🤗
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pana 13.04.2018 19:21
    Highlight Highlight Sehr guter Artikel. Das selbe sag ich meiner Freundin jeweils auch. Den jag ich jetzt gleich mal durch DeepL ;)

Es begann, als er Raumschiffe in der Bibel fand: Erich von Däniken und die Ausserirdischen

Erich von Däniken (84) ist einer der weltweit bekanntesten Schweizer. Er hat über 75 Millionen Bücher zum Thema «Ausserirdische» verkauft. Im Interview spricht er unter anderem über den Glauben an Gott, das Leben nach dem Tod, er erzählt über seinen Werdegang vom Hoteldirektor zum Bestseller-Autor und was beim Mystery Park schief gelaufen ist.

Feiern Sie auch Weihnachten?Erich von Däniken: Ja, ganz traditionell zusammen mit meiner Familie.

Sie erahnen, warum wir diese Frage stellen?Nein.

Mit ihren Theorien – die Götter waren ausserirdische Besucher, wir stammen von Ausserirdischen ab – kann der Eindruck entstehen, Engel seien bloss Astronauten.So ist es ganz und gar nicht. Ich bin in christlicher Tradition erzogen und nie ein gottloser Mensch geworden. Ich bin nach wie vor Mitglied der Katholischen Kirche und ich bete jeden Tag. …

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