Leben
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Ich und meine 97-jährige Oma väterlicherseits in ihrem trauten Heim in Rorschach, wo sie noch immer selbstständig wohnt. bild: watson

Bevor du gehst ... ein Gespräch mit meiner 97-jährigen Oma

26.12.17, 07:59 27.12.17, 13:25


«Agatha ist der hässlichste Name der Welt», sagte Heinrich. Und da hat meine Oma sich dem leicht beschwipsten Herrn mit Trudi vorgestellt. Er erfuhr ihren richtigen Namen nie. Dabei hatte ihre Mutter sie doch nach der Märtyrerin Agatha getauft, der vom heidnischen Statthalter von Sizilien die Brüste abgeschnitten worden waren, weil sie sich weigerte, ihn zu heiraten.

Meine Oma kam am 5. Februar 1920 zur Welt, zwei Tage vor dem Gedenktag der Heiligen Agatha.

Francisco de Zurbarán: «die heilige Hl. Agatha»: Der Überlieferung nach war Agatha von Catania eine sizilianische Märtyrerin. Sie lehnte den Heiratsantrag des heidnischen Statthalters ab, da sie die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen gelobt hatte. Der Zurückgewiesene schnitt ihr die Brüste ab und legte sie auf glühende Kohlen.  bild: wikipedia

«Bei uns zu Hause war alles streng katholisch. Man hat immer darauf geschaut, ob irgendwo eine Heilige in der Nähe ist.»

In ihrer Todesanzeige müssten wir dann unbedingt «Agatha Trudi Rothenfluh» schreiben, oder zumindest «Agatha Rothenfluh, genannt Trudi». Sonst wisse ja niemand, dass sie damit gemeint sei.

Die Mutter meiner Oma war durchdrungen vom Glauben, eine strenge, unzufriedene Frau, aus einer der besten Familien von Dittingen, einem kleinen Dorf im Laufental (BL). Sie besassen sogar Pferde. Doch dann heiratete sie, brachte innerhalb von siebzehn Jahren elf Kinder zur Welt. Und immer sah sie: Das Geld reicht nirgendwo hin. «Das machte sie hart», meint meine Oma.

Dittingen, «wo die Kirche noch im Dorf geblieben ist», wie meine Oma sagt.  bild: agatha rothenfluh / google maps

Am Nachmittag, wenn sie die Arbeit im Haus erledigt hatte, stieg sie zum Feld hinauf, um ihrem Mann zu helfen. Dann musste meine fünfjährige Oma auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen. Sie war die älteste der sieben Mädchen.

Das Feld liegt hoch über dem Dörflein. Dort oben ist der Blick frei, selbst die Kirche wirkt von hier aus wie ein winziger, unbedeutender Punkt. An sonnigen Tagen sieht man in östlicher Richtung hinüber bis zur faltigen Jurakette. 

Mein Bruder hat als kleiner Bub auf dieser Wiese Purzelbäume geschlagen, so gefreut hat ihn die Weite. Sechzig Jahre davor hörte meine Oma ihre Mutter hier oben sagen: «Ich will lieber, dass ihr alle auf diesem Platz sterbt, als dass einer von euch vom Glauben abfällt.»

Meine Oma mit ihren Eltern. bild: agatha Rothenfluh

Der Dorfpfarrer kam frisch aus dem Priesterseminar, ein gebildeter Mann, der so gar nicht in eine Bauerngemeinde passen wollte. Seine hochgestochenen Worte verstand in Dittingen niemand, die Bauern schliefen allesamt während seiner Predigten ein. 

«Er machte uns Angst.»

Meine neunjährige Oma klärte er über das «unwürdige Kommunizieren» auf. In Wien habe ein Kind die Kommunion empfangen, ohne vorher alle Sünden zu beichten: «Als es die Hostie in den Mund nahm, wurde es auf der Stelle schwarz und fiel tot um.» Einer der Brüder meiner Oma bekam von diesem Pfarrer zu hören, seine Sünden seien derart himmelschreiend schlimm, dass sie allein der Papst vergeben könne. 

«Heute sagen sie das Gegenteil», meint meine Oma. «Was für eine schwere Sünde kann ein Kind denn schon begehen? Ich bin kritisch geworden. Sehr kritisch sogar. All diese Missbräuche an den Kindern.»

Ihre Mutter zitierte auch gern aus der Bibel. Ganz besonders, wenn sie meine Oma schlug: «Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn!» Sie machte oft Gebrauch davon. Ihre Söhne bekamen die Rute allerdings nie zu spüren, nur die Mädchen. «Die Buben waren mehr als wir.»

Nur einmal rebellierte meine Oma. Sie sollte die Plättlein in der Küche aufwaschen, doch sie tat es nicht. 

«Irgendwas war in mir. Ein Widerstand.»

Als die Mutter nach Hause kam, «ging das Donnerwetter los». Der Vater versuchte sie noch davon abzubringen, doch als er im Stall verschwand, holte sie die Rute. Sie klemmte immer hinter dem Spiegel, doch irgendwann war sie plötzlich nicht mehr da.

Die jüngeren Geschwister meiner Oma wurden nicht mehr gezüchtigt. Die Mutter hatte keine Kraft mehr. «Es war, als wären meine kleinen Schwestern in einer anderen Familie gross geworden.» Und wie mochte es auch anders sein, wenn zwischen dem ersten und dem letzten Kind siebzehn Jahre liegen. 

«Man schaute, dass Geld reinkommt. Keine Liebe. Meine Jugend war nicht schön. Alles war verboten, alles war Sünde.»

Zwei der jüngeren Schwestern meiner Oma mit dem «Wienerli» (mitte), einem österreichischen Mädchen, das meine Urgrosseltern nach dem Zweiten Weltkrieg für ein Jahr aufnahmen, um es wieder «aufzufüttern». bild: agatha rothenfluh

An ein Weihnachten erinnert sich meine Oma besonders gut. Sie bekam einen kleinen, roten Ball geschenkt. Sofort ging sie raus, um damit zu spielen. Sie warf den Ball in die Höhe und sah zuerst gar nicht, wo er landete. Doch dann fand sie ihn, er war auf einer Heugabel gelandet. Als schlaffer, deformierter Sack hing er da – und tat seinen letzten Atemzug. 

Ihr Vater war ganz anders als die Mutter, erzählt mir meine Oma. «Er hat von der Beichterei nicht viel gehalten. Er liess uns einfach aufwachsen. Er war hochintelligent und konnte wahnsinnig gut schreiben. Er war fünfundzwanzig Jahre lang Gemeindeschreiber. Niemand konnte damals schreiben. Er schon. Wenn er um elf Uhr abends von der Fabrik kam, ging er dieser Arbeit nach. Das war es, was er wirklich geliebt hat.»

Zwei Tage vor ihrem fünfzehnten Geburtstag musste auch meine Oma in die Fabrik arbeiten gehen. «S'Agathli kann morgen anfangen», sagte der Vater. 

«Das war ein Schock. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Ich war doch noch ein Kind. Und ich war die Kleinste. Alle wurden gross, ich aber bin immer klein geblieben.»

Die Vorarbeiterin sei ein richtiges «Mannsweib» gewesen: «Wieso machen deine Eltern denn dauernd Goofe, wenn sie nicht alle Mäuler stopfen können!», schimpfte sie meine Oma am ersten Tag an. Das war der Empfang. Sieben Jahre blieb sie in der Fabrik, von deren Arbeitern es hiess, es sei alles «Pack». 

«Ich habe niemandem gesagt, dass ich da arbeitete. Ich wollte mich nicht noch kleiner machen als ich schon war.»

Doch es war saubere Arbeit, sagt meine Oma. Die verarmten Bauern konnten so etwas Geld verdienen, man nannte sie dafür verächtlich «Rucksackbauern», weil sie zu Fuss von irgendwelchen Dörfern ins Birstal kamen, um in der Papierfabrik zu arbeiten. Oma brauchte für den Weg eine halbe Stunde. Die Männer verdienten 1.10 Franken pro Stunde, die Frauen 70 Rappen. Sie arbeiteten in drei Schichten.

Meine Oma und ihre Geschwister machten alle nur die Primarschule, für die Sek reichte das Geld nicht. Bei Friedli, dem Jüngsten, sagten alle, man solle ihn unbedingt in die Sek schicken. Er war so klug. Doch Friedli wollte nicht, weil es auch allen seinen Geschwistern verwehrt blieb.

Er wurde Automechaniker. Und obwohl die anderen Lehrlinge eine höhere Schulbildung genossen hatten als er, schrieb er den besten Abschlussaufsatz. «Er ist sogar in Amerika gewesen», erzählt meine Oma stolz. «Er war sehr gefragt, er kannte das Auto von Grund auf. Jedes einzelne Schräublein.»

Meine Oma (siebte von links) mit ihren zehn Geschwistern und den Eltern (vorne sitzend). bild: agatha rothenfluh

Auch ihre Schwester Marie hatte Talent, stets besuchte sie die alten Dittinger und schrieb deren Geschichten auf. Sie hätte ihre Texte an eine Zeitung schicken sollen, sagt meine Oma. Doch Marie hatte Hemmungen.

Meine Oma erzählt viel von ihren Geschwistern. Immer wieder schweift sie ab, als wäre ihr Leben es nicht wert, erzählt zu werden. Was sie denn gern gemacht hätte, frage ich sie. 

«Ich habe immer gern geschrieben. Wie du. Wie meine Schwester. Aber man musste in dieser Zeit schon ein Naturtalent sein, um es zu etwas zu bringen. Und als Frau hast du sowieso an den Herd gehört.» 

Vielleicht hat meine Oma recht. Es war eine andere Zeit. Uns trennen fünfundsechzig Jahre. Ein Weltkrieg. Frauenrechte. Und während sie gelernt hat, an Gott zu glauben, durfte ich an mich glauben. «Du kannst alles werden», haben mir meine Eltern gesagt. Mit einem Urvertrauen, fast schon naiv, bin ich in die Welt hinausgegangen, während sich meine Oma vor einem strafenden Gott fürchtete.

Sie wurde hinuntergedrückt von dem, was man so generell Leben nennt. Und wenn die Angst zum ersten, bestimmenden Gefühl wird, wie viel davon kann ein Mensch überwinden? 

«Bei allem, was ich tat, dachte ich immer: ‹Was würde meine Mutter sagen, wenn ich das mache?›»

So geht es mir auch oft. Und doch trennt uns, wenn wir uns dieselbe Frage stellen, eine ganze Welt. 

Meine Oma gräbt in ihrem ausgezeichneten Gedächtnis. bild: watson

Mit zwanzig Jahren verliess sie Dittingen, um als Serviertochter in einem schicken Hotel in Twann am Bielersee zu arbeiten. «Das waren Protestanten – und es waren so liebe Leute, jesses nei! Der Besitzer war ein wunderbarer Koch, er hatte seine Lehre in Paris gemacht, in einem privaten Haushalt, sehr fein muss das dort gewesen sein. Wir waren wie eine grosse Familie. Sie assen gemeinsam mit uns Bediensteten.»

«Da hab ich zum ersten Mal Zweifel bekommen. Es war ja eine Sünde nur zu denken, dass Protestanten auch gute Menschen sind.»

Ganz anders war das im Kasino in St.Gallen, wo meine Oma später arbeitete. «Das waren Katholiken. Die haben kaum mit uns gesprochen, und wenn, dann immer so von oben herab. Wir assen getrennt von unseren Chefs, und wir bekamen nur deren Reste.» 

Wenn sie etwas im Service gelernt habe, sagt meine Oma, dann sei es, dass man immer den Menschen sehen muss. «Egal, welchen Glaubens jemand ist, egal, wie schick jemand gekleidet ist, egal, welchen Beruf er ausübt, man muss immer den Menschen dahinter sehen.» 

Doch gemocht hat sie ihre Arbeit nie. Und als sie Heinrich kennenlernte, war sie froh, «endlich unter die Haube zu kommen. So musste ich nicht mehr im Service arbeiten. Das verleidet einem mit der Zeit.»

«Hast du meinen Grossvater geliebt?», frage ich sie.

«Es war schon irgendeine Zuneigung da. Ich denke manchmal, ob es so hat kommen müssen. Ob es Schicksal war. Ich hatte ihn gern, aber ich würde nicht sagen, dass ich sterbensverliebt war.»

Sterbensverliebt war meine Oma mit achtzehn. In Fritz. «Ein ganz feiner Mensch», aber er war eben Protestant. Und seine ältere Schwester, «ein extremes Weib», gehörte zu den Zeugen Jehovas. Sie ging nach Japan, um zu missionieren. «Ich hatte immer Angst vor der Vorstellung, dass wenn ich Fritz heirate und Kinder von ihm bekomme, sie mir dann weggenommen und in diese Sekte gesteckt werden.» Und Fritz war ein Sozialdemokrat. «Das waren Kommunisten. Die hat man verabscheut.» 

Im März 1944 kam sie nach Rapperswil, kurz bevor Schaffhausen durch einen Navigationsfehler von der US-Luftflotte bombardiert wurde. Meine Oma arbeitete im Hirschen, wo Heinrich am Wochenende gerne einkehrte. Er brachte seine dreckige Wäsche zur Haushälterin, die im Haus seines Vaters wohnte. Er stellte sie jeweils im Bahnhof ein und ging dann auf eine «Sumpftour», bevor am nächsten Tag mit seinen gewaschenen Kleidern nach Rorschach zurückkehrte. Einmal vergass er sie im Schliessfach. Ich weiss nicht, ob es am Sumpf oder an meiner Oma lag.

Meinen Opa hab ich in guter Erinnerung. Er war ein sehr lustiger Mann. Wenn er vor dem Spiegel stand und sich die letzte, übriggebliebene Haarsträhne quer über seinen sonst nackt gewordenen Schädel kämmte, sagte er: «Wie kann einer allein so schön sein wie ich.»

Schon als er auf die Welt gekommen ist, seien die Menschen von überall her mit Extrabussen nach Rapperswil geströmt, um seine Schönheit zu bewundern. Sein Vater habe ihn über den Gartenzaun der frohlockenden Menschenmenge entgegengestreckt, die in einer kilometerlangen Viererkolonne sehnsüchtig darauf gewartet haben soll, endlich einen Blick auf ihn zu erhaschen. 

Meine Oma mit ihrem Mann, Heinrich Rothenfluh. Sie war 28, als sie ihn heiratete. bild: agatha rothenfluh

Vielleicht hat ihn meine Oma geheiratet, weil sie ihn für furchtlos hielt. Und einmal war er das auch. Als er Eier über die französische Grenze schmuggelte und der Zöllner ihn fragte, was er denn da im Geigenkasten habe. «Eier, was sonst!», sagte er. Und der Zöllner liess ihn kopfschüttelnd passieren. 

Auch von der Kirche hielt er wenig. «Die haben uns jahrhundertelang verseckelt», pflegte er zu sagen. «Die zehn Gebote nehm ich an, den ganzen Rest können sie behalten.» 

Doch einmal im Jahr ging auch er beichten, das hielten selbst die Zweifler für ihre Pflicht – so wie das obligatorische Schiessen, womit es mein Opa immer verglich. Allerdings ging er dafür nach Mariastein. Denn wer wollte schon vor dem ortsansässigen Pfarrer seine Sünden bekennen. Und wenn er nach Hause kam, rief er freudig: «Ich bin rein! Ich bin rein!», und lachte dabei sein dröhnendes Lachen.

«Seit Generationen zog sich der Jähzorn durch seine Familie. Es hat erst aufgehört, als Heinrich seinen Vater so lange an der Gurgel gepackt und an die Wand gedrückt hat, bis er fast erstickte.»

Zu seiner Schwiegertochter war er immer nett. «Er hat geschaut, dass sein Sohn gut zu mir war.» Heinrichs Schwester hat indes geschaut, ob meine Oma den Haushalt auch zufriedenstellend meisterte. Sie machte gern Kontrollbesuche. 

Meine Grosseltern mit ihren drei Kindern. Ruth (links) starb mit 40, Trix (Mitte) mit 56, mein Opa mit 89. Übrig geblieben sind nur meine Oma und mein Vater (rechts). bild: agahta rothenfluh

Ob sie glücklich war mit meinem Opa, frage ich.

«Glücklich? Ich hatte es so weit gut.»

Heinrich war eben lange Junggeselle. Und an seinem Stammtisch sah man es nicht gern, wenn einer wegen seiner Frau früher nach Hause ging. Dafür wurde man hochgenommen. Er sagte zu seinen Saufkumpanen jeweils: «Ich habe meine Alte gut dressiert.»

Und wenn er in der Stadt zwei Frauen begegnete, fragte er sie, ob sie nichts Gescheiteres zu tun hätten, ob sie denn nicht nach Hause gehen müssten, um zu kochen. 

«Wir Frauen waren uns das gewohnt.»

Ein Liebesbrief hat sie von meinem Opa nie bekommen. Er sagte immer, er könne schnurren, aber er brächte nichts aufs Papier. Nur einmal habe er geschrieben. Als mein Vater zur Welt kam. 

Ihre zwei Töchter musste meine Oma begraben. Beide hat sie an den Krebs verloren. «Vielleicht hatte ich besondere Hilfe, dass ich diesen Verlust überwinden konnte», sagt meine Oma. «Und ich denke, sie haben es jetzt schön. Sie sind versorgt.»

Aber ich glaube, ihre Kraft kommt von innen. Von ihrem Glauben, der in ihrer Kindheit mit so viel Drohung und Leid verbunden war, und den sie in etwas Positives verwandeln konnte. 

Meine winzige Oma. bild: watson

«Ich denke positiv. Ich rede auch nicht die ganze Zeit über Krankheiten oder Gebrechen, das ist eine Beleidigung gegen den inneren Arzt.»

An Weihnachten sitzt sie auf ihrem Thron, dem grossen Sessel, den wir für sie mit zwei Kissen aufpolstern, damit sie nicht darin versinkt. Meine drei Brüder sind da, meine Eltern, es ist laut und ich glaube nicht, dass sie viel von unseren Gesprächen versteht. Aber sie lächelt. Weil sie weiss, dass es uns gut geht. 

Zum ersten Mal wird sie dieses Weihnachten ihren Urenkel in Händen halten. Mein Neffe heisst Henry, nach meinem Vater und Grossvater benannt. Wahrscheinlich wird es das letzte Weihnachten sein, an dem sie gemeinsam mit uns am Tisch sitzt. Sie ist jetzt schon so winzig, und es scheint so, als würde sie jedes Jahr ein bisschen mehr zusammenschrumpfen. Bis sie irgendwann ganz verschwindet. 

«Dinge auf meiner Oma» – der lustigste Twitter-Account der Welt!

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Brikne, 20.7.2017
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45
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45Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • faustus 27.12.2017 14:37
    Highlight Sehr geehrte Frau Rothenfluh.
    Besten Dank für Ihre zwei doch recht aufwühlenden Artikel. Mir war schon klar, dass der bis heute wirkende religiöse Wahnsinn schreckliche Blüten getrieben hat. Die direkt spürbaren Auswirkungen ins 20. Jahrhundert, ja vielerorts wohl bis heute, waren mir aber zu wenig bewusst.
    Meine Grossmutter mütterlicherseits Jg 1895 war privilegiert. Sie besuchte als junge Frau die Handelsschule an der Kantonsschule. Sie hatte 9 Geschwister, war reformiert, nicht sehr religiös und keine Anhängerin der körperlichen Züchtigung. Ansonsten aber auch ein Kind ihrer Zeit.
    5 0 Melden
  • coronado71 27.12.2017 07:54
    Highlight Ich kann nur empfehlen, die Lebensgeschichten der Grossmütter und Väter noch zu ihren Lebzeiten mit ihnen reden, die Geschichten aufschreiben - sofern das irgendwie möglich ist. Mein Schwiegervater machte das mit seinem Vater (Jg 1921) und hat aufgrund unzähligen Gesprächen mit ihm ein kleines Büchlein für die Familie verfasst. Mir war das leider vergönnt. Der Text von Anna Rothenfluh motiviert mich, die Geschichte meiner Grosseltern soweit wie möglich zu rekonstruieren und schriftlich festzuhalten und versuchen, in den historischen Kontext zu setzen. Danke Frau Rothenfluh!
    9 0 Melden
    • DieRoseInDerHose 28.12.2017 13:55
      Highlight Unbedingt machen!

      Ich habe auch die Genealogie für mich entdeckt und auf Myheritage einen Stammbaum eingerichtet.

      Auf ancestry.com habe ich Taufscheine, Ehedokumente etc. bis 1850 zurück finden können mit Infos, die nicht mal meinen Grosseltern bekannt waren.

      Mit gefundenen Dokumenten und Infos der Grosseltern fügt sich einiges zusammen, wie ein Puzzle. Da kamen Sachen zum Vorschein, wie z.B ein Vorfahre, der verbotenerweise im Spanischen Bürgerkrieg gekämpft hat, also in einer Fremdenlegion, und dessen Revolver wir im Besitz meines Grossvaters wieder gefunden haben.
      5 0 Melden
  • Gurkentruppenchefin 27.12.2017 01:59
    Highlight Schön❤️
    9 2 Melden
  • fischolg 26.12.2017 22:53
    Highlight Da hört man immer wieder "früher war alles besser" - Bullshit. Ich bin froh, dass wir heute leben und nicht damals. Ich könnte niemals nur eine Hausfrau sein. Hoffentlich können wir in 100 Jahren weitere Erfolge feiern - Gleichstellung der Geschlechter, Akzeptanz von Rasse, Religion und sexueller Orientierung in der gesamten Welt.
    20 5 Melden
  • Spooky 26.12.2017 21:10
    Highlight Super Bericht!

    Ich kann das beurteilen.

    Meine Mamma hatte den Jahrgang 1910.
    11 3 Melden
  • mazzli 26.12.2017 19:58
    Highlight Vielen Dank für diesen authentischen und sehr schön geschriebenen Bericht.
    13 2 Melden
  • Maya Eldorado 26.12.2017 19:13
    Highlight Ebenfalls im Baselbiet - im Oberbaselbiet - gibt es ein Dorf das Rothenfluh heisst.
    Ist der Name Rothenfluh in Rothenfluh heimatberechtigt?
    4 6 Melden
    • Anna Rothenfluh 28.12.2017 20:45
      Highlight Ich weiss nur, dass unsere Rothenfluh-Linie in Rapperswil beheimatet ist.
      2 0 Melden
    • Maya Eldorado 28.12.2017 21:41
      Highlight Danke.
      Das ist dann ganz anderswo.
      2 0 Melden
  • Emanzipator 26.12.2017 17:53
    Highlight Und einmal mehr lässt mich der Bericht über einen/eines Zeitzeugen mein Verständnis über gewisse Weltanschauungen (die ich nicht teile) wachsen!

    MERCI! Ausgesprochen Wertvoll, und wohl weihnachtlicher als gewollt! 😘👍🏽😉
    30 2 Melden
  • oldsailor 26.12.2017 16:46
    Highlight Ein sehr toller Bericht. Danke Anna!
    24 2 Melden
  • FrancoL 26.12.2017 16:00
    Highlight Eine schöne Erzählung, erinnert mich in vielen Fetzen an die Geschichten unserer Familien und zeigt mir immer wieder auf welche Veränderung unsere Welt erfahren hat. Eine Veränderung an der manch einer zerbrochen ist.
    Danke von Herzen für diesen Artikel, der einem einmal weg bringt vom alltäglichen Gerangel in eine Welt die einem auch helfen sollte viele unserer Probleme etwas anders zu sehen.
    22 2 Melden
  • Irchelpark-Schreck 26.12.2017 15:33
    Highlight (..meine Oma ihre Mutter hier oben sagen: «Ich will lieber, dass ihr alle auf diesem Platz sterbt, als dass einer von euch vom Glauben abfällt.»...)---
    ---- versteh nur ich das nicht? wieso auf diesem platz? hä?
    7 4 Melden
    • Anna Rothenfluh 26.12.2017 15:46
      Highlight Die Mutter meiner Oma hat den Satz einfach auf dieser Wiese geäussert, das ist alles.
      26 5 Melden
    • Spooky 27.12.2017 01:56
      Highlight @Irchelpark-Schreck
      Du musst wissen, das war eine andere Zeit, von der Anna Rothenfluh erzählt.

      Meine Mamma - sie war katholisch, sie hatte neun Kinder - hat einmal gesagt, sie möchte lieber, dass ein Kind von ihr stirbt, anstatt dass es im Gefängnis landet. Vom Glauben abzufallen, oder im Gefängnis zu landen, war für diese Unterschicht-Leute - zu der meine Eltern gehörten - der totale Horror. Aber als ich dann im Gefängnis landete, hat meine Mamma gemerkt, dass das gar nicht so schlimm war. Der Staat hat für mich gesorgt, rund um die Uhr. Das hat meine Mamma beruhigt.
      11 1 Melden
  • Braddock 26.12.2017 15:21
    Highlight Anna und Marc aus dem Hotel in Twann hätten sicher Freude an einem Besuch...http://www.baeren-twann.ch/
    9 2 Melden
  • pamayer 26.12.2017 13:18
    Highlight Gleich 2 Rothenfluh Artikel.
    Beide äusserst lesenswert, da einfach gut. Bezüglich sehr gut.
    Danke.

    Wann schaffen wir in der ersten Welt uns vom lebensfeindlichen Joch des Christentums zu befreien?

    Ein dermassen abgefuckter, impotenter Altherrenverein bestimmt im Namen Gottes über Leben und Lieben über Milliarden Menschen.
    Über 2000 Jahre ohne den mindesten Gottesbeweis. Deshalb heisst das Ding auch GLAUBEN und hasst die Wissenschaft wie der Teufel das Weihwasser.

    Und wenn ein/e Pfarrer*in heute noch Jesus explizit zitiert, wird sie/er als Linke/r verschrien.

    20 31 Melden
    • Irchelpark-Schreck 26.12.2017 15:07
      Highlight kannst den letzten satz noch erklären (im kontext zum rest)?
      19 0 Melden
    • pamayer 26.12.2017 18:18
      Highlight Gestern auf Twitter.
      1 8 Melden
  • Hochen 26.12.2017 12:13
    Highlight Auch von mir vielen Dank für den tollen einblick in eine Zeit vor unserer!
    31 2 Melden
  • Ohniznachtisbett 26.12.2017 11:57
    Highlight Ob unsere Generation auch auf eine so bewegte Zeit zurückdenken kann, nach fast einem Jahrhundert? Danke sehr guter Artikel.
    22 5 Melden
    • Hayek1902 26.12.2017 15:50
      Highlight Sollte ich mal meinen enkeln vom Presidemt Trump und seinen tweets erzählen können, habe ich jahrelang material für lustige und spuk geschichten.
      8 7 Melden
  • meliert 26.12.2017 11:50
    Highlight Wenn man heutzutage vielen „Jammeries“ zuhört und deren Probleme mit denen von damals vergleicht, ist alles relativiert. Ich denke auch an das Leben welches mein Vater (Jg.31) hatte, nur Chrampfen, leiden unter dem Vater, Pfarrer, Lehrer etc.!
    Sehr eindrückliche Geschichte der Oma!
    19 13 Melden
    • The Origin Gra 26.12.2017 13:36
      Highlight Mein Grossvater hat immer gesagt das er viel und hart gearbeitet habe aber er sei froh das er nicht mehr Arbeiten muss, der Stress sei viel schlimmer als das was er erlebt habe. Das war Mitte der Achtziger.

      Ja, heute haben wir andere Probleme aber man kann sie nicht vergleichen oder Gegeneinander Rechnen. Sagte übrigens auch der IKRK Chef im Radio
      46 1 Melden
  • The Origin Gra 26.12.2017 11:44
    Highlight Danke für den spannenden, einerseits schönen aber auch Traurigen Artikel.
    Erinnert mich an das was meine Mutter über ihre Eltern (ich lernte nur meinen Grossvater Mütterlicherseits noch kennen) Erzählt hat.

    Ich hoffe, der Umgang mit Kindern wird nie wieder so beschämend ☹

    P.S. Bei den Protestanten wurden Kinder auch verprügelt, denke das war halt eher ein Problem der Landbevölkerung oder in Heimen.

    Nichts desto Trotz, schöne Weihnachten und Guten Rutsch ins neue Jahr wünsche ich Dir Anna und natürlich der Watson Community.
    34 4 Melden
  • Hayek1902 26.12.2017 11:26
    Highlight Ich hatte nie die möglichkeit, so ein gespräch mit meinen grosseltern zu führen. Entweder starben sie zu früh, oder im falle meiner grossmutter väterlicherseits war sie geistig nicht mehr in der Lage dafür. Deshalb finde ich diesen Artikel sehr interessant.
    62 2 Melden
  • Zurigese 26.12.2017 11:25
    Highlight Was der Bruder der Oma wohl ausgefressen hat....😂
    24 3 Melden
  • Gummibär 26.12.2017 11:03
    Highlight Ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk von Anna Rothenfluh !
    Ich wünschte mir eine Anthologie solcher Interviews mit Zeitzeugen.
    40 2 Melden
  • Datsyuk 26.12.2017 10:56
    Highlight Anna Rothenfluh, danke für das Weihnachtsgeschenk. "Rothenfluh-Artikel" ziehen mich immer magisch an. Und die Magie verschwindet nach dem Lesen nicht.
    54 5 Melden
  • GreenBerlin 26.12.2017 10:54
    Highlight «Die zehn Gebote nehm ich an, den ganzen Rest können sie behalten.»

    Hehehe, der gute Heinrich - den merk' ich mir.
    106 3 Melden
  • 's all good, man! 26.12.2017 10:39
    Highlight Was für ein wunderbarer Artikel. Frau Rothenfluh wieder in Hochform - ein Genuss! Vielen Dank für diese schöne Geschichte und diesen sehr persönlichen Einblick in die Familiengeschichte. Ich mag solche Erzählungen und bewundere die Generation unserer Grosseltern. Was haben die alles erlebt und erleidet. Es lässt mich an meine eigenen Omas und Opas denken, die jetzt länger schon nicht mehr sind, aber in meinem Herzen weiterleben.
    73 3 Melden
  • smoking gun 26.12.2017 10:37
    Highlight Anna, dieser Text ist wunderschön. Merci!
    53 4 Melden
  • GreenBerlin 26.12.2017 10:35
    Highlight Vielen Dank Frau Rothenfluh für die starke Geschichte Ihrer Grossmutter. Möge sie noch lange von ihrem Leben erzählen und es geniessen können.
    46 3 Melden
  • Howard271 26.12.2017 10:16
    Highlight Was für ein wunderbarer Text! Ich hatte ein paar ähnliche Gespräche mit meinen Grosseltern und finde sie trotz, oder gerade wegen den vielen Ungerechtigkeiten und der Härte ihrer Leben immer sehr spannend und beeindruckend.
    Danke! Und deinem Grosi alles Gute
    65 2 Melden
  • DieRoseInDerHose 26.12.2017 09:54
    Highlight Vielen Dank für diesen tollen Text, der mich zu dergleichen inspiriert. Morgen sehe ich meine Grosseltern, ich kann ihre Geschichten kaum erwarten.

    So wenige Jahre und doch Welten liegen zwischen unseren und Grossmutter Trudis Leben - krass! Meine Grosseltern hatten 1956 auch Probleme zu heiraten, sie als Katholikin und er als Protestant. Und schwanger mit 17 war sie natürlich auch noch! Nach Gesprächen zwischen den Vätern beider Kinder gab der katholische Vater jedoch nach und sie durften heiraten, was bis heute andauert.
    63 2 Melden
  • atomschlaf 26.12.2017 09:36
    Highlight Was für ein wunderbarer Artikel!
    Vielen Dank!
    60 5 Melden
  • Scooby doo 26.12.2017 09:12
    Highlight Und wenn ich am 26.12 erwache, lese ich mich meistens wach... Sehr guter artikel!herzerwärmend!
    Ich bin jetzt nachdenklich und glücklich! Wenn ich 20min gelesen hätte, wäre ich frustriert!

    124 4 Melden
  • Toerpe Zwerg 26.12.2017 08:55
    Highlight War für ein wunderbarer Text. Danke, dass Sie uns an Ihrer Geschichte teilhaben lassen.

    Grüssen Sie ihre tapfere Grossmutter lieb von mir.
    141 7 Melden
  • Walter Sahli 26.12.2017 08:45
    Highlight Weihnachten ist, wenn man auf zwei aufeinanderfolgenden Tagen je einen langen Rothenfluhartikel lesen kann
    ...und da ist dann das Schmeicheln noch nicht dabei
    Merci, Frau Rothenfluh!
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    • Anna Rothenfluh 26.12.2017 15:45
      Highlight Hach, Walter, hab Dank für deine lieben Worte! Und stellvertretend soll hier gleich allen anderen Usern für die warmen Kommentare herzlichst gedankt sein.
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  • Menel 26.12.2017 08:44
    Highlight Wunderschön, danke! ❤
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  • Charlie7 26.12.2017 08:33
    Highlight Schöne Erzählung. Und sehr angenehm zu lesen.
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  • Jein 26.12.2017 08:31
    Highlight «Und während sie gelernt hat, an Gott zu glauben, durfte ich an mich glauben.» Sehr gut formulierter Satz, und wie wahr er ist, besonders für Frauen!

    Gerade als jemanden der eine fast gleich alte ebenfalls winzige (Sitzkissen ftw) Oma hat fand ich diesen Artikel sehr schön!
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  • Saubihun 26.12.2017 08:21
    Highlight Superspannend!
    Danke sehr an Grosi Trudi für die lebhaften Erzählungen und an die Autorin für die gewandten Darstellungen.
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Lieber Röbi Rapp, leb wohl! Als Queer-Pionier bleibst du unsterblich. Merci!

Röbi Rapp und Ernst Ostertag lebten 62 Jahre lang die vielleicht grösste Liebesgeschichte der Schweiz. Ein Nachruf.

Es gibt Menschen, denen verdanken viele andere unendlich viel. So viel, dass es gerade schwer fällt, diesen Nachruf zu schreiben. Trauer ist eine besonders gründliche Form der Überwältigung.

Röbi Rapp war einer dieser Verdienstvollen. Der zarte Coiffeur aus Zürich, der sich in Jahren, als dies gefährlich war, auf der Bühne zur Frau verwandelt und singt, dass alle betört sind. Der 1956, im Alter von 26 Jahren, einen schönen Lehrer namens Ernst kennenlernt. 2003 lassen sie sich als erstes …

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