Leben
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Gibt es eigentlich noch Frauen, die ihre natürlichen Haare zeigen?

Bild: Public Domain

Bedeckte Haare führen gerne und oft zu öffentlichen Diskussionen. Dabei ist die unbedeckte und natürliche Haarpracht in der Öffentlichkeit längst etwas sehr seltenes geworden. Die Gründe sind vielfältig.



Durch die Kulturen existierten und existieren noch immer zahlreiche Beispiele, wie das weibliche Haar – aus ganz unterschiedlichen Gründen – bedeckt oder kaschiert wird. Und an vieles haben wir uns schon so sehr gewöhnt, dass es uns im Alltag auch gar nicht mehr auffällt. In manchen Fällen war es euch vermutlich nicht mal bewusst. 

Religion

Einige Passagen des Talmud bezeichnen das weibliche Haar als ‹Nacktheit›. Dadurch ordnet die jüdische Schrift das Haar in den innersten Kreis der Intimsphäre ein. Dass man diesen nicht mit der Öffentlichkeit teilt, ergibt sich daraus von selbst. Diese Passagen, die sich auf das Bedecken des Haares beziehen unterscheiden sich jedoch stets leicht im Unterton. In der Folge, wie so oft, wird seit Jahrhunderten darüber diskutiert, wie diese denn Auszulegen und was jetzt genau die ursprüngliche Motivation dahinter gewesen sei. Die Rabbis sind sich uneins. Die Ausprägungen in der Praxis sind genauso breit.

Gewisse kabalistische Theorien gehen sogar noch weiter, weshalb manche Frauen nicht einmal zuhause, alleine, ihr Haar entblössen. 

Das Gebot bezieht sich allerdings nur auf verheiratete Frauen. Dadurch wird nicht nur kommuniziert, dass die Frau vergeben ist, es wird auch ein Bereich geschaffen, der den Eheleuten alleine vorbehalten bleibt. Die Trennung von Privatsphäre und Öffentlichkeit stärkt gleichzeitig die Konzentration aufs Wesentliche. 

courtesy of forward.com

Doch jetzt zum eigentlich spannendsten Punkt: Warum fällt uns das gar nicht so auf im Alltag? 

Weil es zwar durchaus Untergruppen gibt, die soweit gehen, sich den Kopf zu rasieren und Kopftuch zu tragen, der Grossteil der orthodoxen Jüdinnen jedoch zur Perücke greift.
Und an dieser liesse sich schon einiges über die Religion der Trägerin ablesen ... wäre man sich der Perücke denn bewusst.  

Ein kurzer Einblick in die orthodoxe Perückenwelt:

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Video: Vimeo/Jewish Daily Forward

Ethik

Dem Zwang purer Ästhetik ergeben sich die Frauen in Afrika. Im Abstand weniger Wochen unterziehen sie sich stets neuer Prozeduren, ihr krauses Haar zu Twists oder Cornrows zu flechten und mit Perlen, Farben und Extensions zu ergänzen. Was jedoch auf dem Kontinent Ausdruck von Stolz und Identität ist, wird in Europa und den USA zur Demonstration gesellschaftlicher Zwänge.

Das unkontrollierbare Haar sei einfach nicht schön und stehe nicht nur für mangelnde Ästhetik, sondern auch mangelnde Zivilisation. Daher wird mit Chemie geklotzt, nicht gekleckert, es wird gebügelt und gestreckt. 

«Es ist Gehirnwäsche. Uns wurde seit Jahrzehnten eingeredet, dass unsere Haare nicht schön sind. Wir haben nie gelernt auf unsere Haare stolz zu sein»

Subrinah Dolischka betreibt einen Haarsalon in Wien wiener zeitung

African Beauty Salon in Zürich

african queen, zürich, beauty salon

Bild: yelp

Einfacher und erst noch flexibler sind da Haarverlängerungen und Perücken. Denn manche der juckenden und ätzenden Cremes sollen auf Dauer sogar blind machen.

Seit einigen Jahren greift jedoch das Natural Hair Movement um sich. Oder wie es im französischen Sprachraum heisst: «Mouvement Nappy». Happy und Natural soll das Haar sein. Mädchen und Frauen von Lagos bis Paris, Dhakar bis New York bestärken sich gegenseitig in ihrer Identität. 

Mouvement Nappy: Happy Hair

Hinter glatten Haaren verbergen sich stundenlange Arbeit, Chemie und Schmerz. Oder eine Perücke. 

Bild: public domain

Gesellschaft

Zunächst mal die Faktenlage klären: In den letzten 50 Jahren soll der Anteil blonder Menschen an der Gesamtbevölkerung von 40% auf 14% zurückgegangen sein. Nur 2% aller Frauen weltweit kommen noch blond zur Welt .... Fake News! 

Diese Zahlen sind völlig aus der Luft gegriffen. Aber: Das Gen für blonde Haare wird tatsächlich rezessiv weitervererbt. Es gibt immer weniger echte Blondinen da draussen. Und gleichzeitig dunkelt ein Grossteil derjeniger, die blond geboren werden, im Verlauf der Kindheit und Jugend nach.  

Und jetzt guck dich mal um ...

Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit, dass sich die übrig bleibenden Blondinen jetzt grade alle gleichzeitig in deinem Büro/Bus/Café aufhalten?

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: giphy

Und das ist dabei ja nur die Spitze des Eisberges. Gemäss einer Umfrage von Schwarzkopf färben sich ein Drittel der Frauen die Haare. Dazu kommen Extensions, künstliche Ponys 🐴  und ganze Haarteile. Doch warum macht man sowas?

Weil wir begehren, was wir sehen. Und wir sehen ganz viele Schauspieler und Models. Dass wir die kaum je mit ihren eigenen Haaren sehen, da ihre unterschiedlichen Rollen auch ständig wechselnde Looks verlangen, das fällt dabei unter den Tisch. 

Frauen geben im Verlauf ihres Lebens durchschnittlich 19'000.- für ihre Haare aus. 

Erhebung für Toni&Guy her

Halten wir fest:

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: giphy

Die Gründe, an der eigenen Erscheinung zu arbeiten sind dabei so unterschiedlich wie individuell. Aber ob es sich jetzt um Jahrtausende alte religiöse Traditionen, ethnische und gesellschaftliche Zwänge oder schlicht Eitelkeit handelt: 

Das weibliche Haar stand und steht stets im Zentrum der Faszination. 

So wichtig sind die Haare nämlich – Model-Frisuren: Gut abgeschnitten

Würdest du deine Haare mit einer Axt schneiden lassen?

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Video: watson

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23
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    Alle Leser-Kommentare
  • Frl Zucker 13.08.2017 15:17
    Highlight Highlight Ein Männerartikel über Frauen. Und alle Frauen so: "Hä?!".
    • HonoLulu 13.08.2017 17:37
      Highlight Highlight Danke!
  • Hauswurz 07.08.2017 20:22
    Highlight Highlight Äh, an den Beinen?
  • Mira Bond 07.08.2017 20:11
    Highlight Highlight Ja, ich habe ungefärbtes Haar...allerdings nicht mehr lange, da sie langsam grau werden.
  • azoui 07.08.2017 19:58
    Highlight Highlight Meine Frau hat rote Haare - echte. :)
    Ich mag aber auch gefärbte rote Haare, aber die sind dann halt nicht echt, das sieht man :o)
  • Saraina 07.08.2017 19:49
    Highlight Highlight Interessanter Artikel. Mein Haar ist ungefärbt und echt. Aber das ist heute schon Ausnahme.
    • Vespa Timo 07.08.2017 20:21
      Highlight Highlight Allerdings... Was ist an einer Frau noch echt?
  • moedesty 07.08.2017 19:42
    Highlight Highlight schreib nicht "wir" nur weil es dich betrifft. wieder ein text für die tonne. dieses pauschalisierte "es ist so" oder "irgend jemand im internet sagt es, darum sind alle menschen so" geht mir auf die eier.
    • Pakart 07.08.2017 20:25
      Highlight Highlight Genau; oder wie definiert sich Journalismus?
  • Neunundneunzig 07.08.2017 19:39
    Highlight Highlight Habe seit eh und je eine schwierige Beziehung zu meinen Haaren, denn sie entsprechen nicht dem seidigen, glänzenden Typ, wie er uns als Ideal vorgegeben wird. Meine sind dick eir Rosshaar, unregelmässig gewellt und so frizzy, dass man mich als Messgerät für die aktuelle Luftfeuchtigkeit anstellen könnte. Habe schon alles probiert, auch Produkte für afrikanisches Haar. Zu allem Übel hat das Grauen, äh Ergrauen, genetisch bedingt bereits Ende 20 begonnen, ergo kommen immer mehr dicke & störrische Haare dazu (werden aber gefärbt). Ein Pluspunkt als Frau: eine Glatze werde ich kaum bekommen...
  • Caturix 07.08.2017 19:12
    Highlight Highlight Ich mag Frauen nicht die ihre Haare färben. Alle sollten sie natürlich lassen. Auch die anderen Farbspielereien (Augen, Lippen, Nägel...) müssen nicht sein.
    • who cares? 07.08.2017 19:55
      Highlight Highlight Ich mag Männer nicht, die aufgrund von Äusserlichkeiten Frauen beurteilen. Alle sollten das lassen. Auch der befehlende Ton müsste nicht sein.
    • Gigle 07.08.2017 19:56
      Highlight Highlight Mmmhh aber glauben 'natürliches Make Up' sei ungeschminkt.
    • öpfeli 07.08.2017 20:29
      Highlight Highlight @who cares
      Das ist nunmal der Geschmack von Caturix. Ist doch ok. Ich mag auch keine Gel- Haare oder gezupfte Augenbrauen bei Männer.
      Du wirst auch etwas nicht so toll finden an deinem bevorzugten Geschlecht. Dass heisst nicht, das wir gleich oberflächlich sind und das Gegenüber nach dem Aussehen beurteilen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DanielaK 07.08.2017 19:05
    Highlight Highlight Stimmt schon, ich kenne sooo viele Frauen, die sich die Haare verändern. Manchmal zum Vorteil, aber nicht selten auch zum Nachteil. Find ich schade. Ich selbst laufe seit Jahren mit meinen eigenen Haaren herum und benutze meist nicht mal Haarspray oder einen Fön. Hat sich noch keiner beschwert😅
    • Das-Malo 07.08.2017 20:27
      Highlight Highlight Bei mir dasselbe. Die lassen sich sowieso nicht bändigen, also lass ich es einfach.
  • ReziprokparasitischerSymbiont 07.08.2017 19:05
    Highlight Highlight Ich bin der Meinung, dass den meisten Menschen ihre natürliche Haarfarbe am besten steht, die passt nämlich zum Teint.
    Auch gepflegtes graues Haar sieht oft besser aus als eine unpassende Modefarbe.

    Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, meine eigenen Haare zu färben...
    • koalabear 07.08.2017 20:53
      Highlight Highlight Wenn du mit nicht mal Mitte 30 nur noch graue Haare hast...
    • Lami23 08.08.2017 15:51
      Highlight Highlight Die meisten wählen ja nicht eine komplett andere Farbe, sondern eine natürliche. Meiner Meinung nach ist eine gute, natürliche Farbe (was einen guten Coiffeur voraussetzt) durchaus ein Gewinn. Muss aber nicht sein. Jeder wie er mag.
  • Thanatos 07.08.2017 19:03
    Highlight Highlight Ach Herr Oppermann, ich muss Ihnen endlich zu Ihren brillianten Artikeln gratulieren (ausser der letzte). Sie bringen mich immer wieder zum Grübeln mit Ihren wunderbaren Artikeln.


    PS: white power ftw! (im Sinne von blond ;))
  • Luesae 07.08.2017 18:38
    Highlight Highlight Ja, mich zum Beispiel (-:
    • Guetzli 07.08.2017 19:49
      Highlight Highlight Ich auch! Grau, dick, störrisch und wild! Passt!

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