Leben
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«Bin ich eine Mimose?» – das Leben als hochsensibler Mensch

Bild: jennifer zimmermann

Hochsensible Personen (HSP) nehmen innere und äussere Reize verstärkt wahr – ob sie das wollen oder nicht. Gerüche, Geräusche oder Gefühle können sie schnell überfordern. Wir haben mit Hochsensiblen und einer Expertin gesprochen und erfahren, wie sich das Leben am Rande der Reizüberflutung anfühlt.

11.01.18, 09:19 08.05.18, 13:27


«Ein leicht scheuerndes Wäschelabel im Pullover kann mich zum Wahnsinn treiben, genauso wie Socken mit zu engen Bündchen, zu eng anliegende Kleidung oder unangenehmes Material auf der Haut», beschreibt Jutta ihr körperliches Empfinden. Was soll daran speziell sein, mag man sich fragen. Es mag schliesslich niemand kratzige Stoffe oder einengende Kleidung. Juttas Empfinden ist aber noch in vielen anderen Aspekten empfindlicher als das der meisten Menschen.

«Das Geräusch der Klimaanlage und des Druckers im Grossraumbüro sind für mich genauso präsent wie die Gespräche der Kollegen ringsherum. Hinzu kommt meine persönliche Befindlichkeit (plus Kleidung, Körpertemperatur, die Brille auf der Nase …) und natürlich, was im Kopf so abgeht», schildert sie, wie sie einen Tag im Büro erlebt. All diese Empfindungen habe sie jederzeit im Bewusstsein, ganz so, wie wenn sie sich tatsächlich auf diese konzentrieren würde. Jutta ist 51 Jahre alt und IT Business Analystin, Yogalehrerin und HSP – eine hochsensible Person.

alle illustrationen: Yallah

Sensibel ist nicht gleich hochsensibel

Die Abkürzung «HSP» steht für «Highly Sensitive Person» und wurde 1997 von der amerikanischen Psychologin Elaine Aron geprägt. Gemäss Aron wurden früher hochsensible Menschen schlicht als introvertiert oder scheu bezeichnet. Zwar seien rund 70 Prozent der Hochsensiblen introvertiert und die beiden Wesenszüge würden sich gleichen; gleich seien sie aber nicht.

«Ich brauche viel Rückzug und Zeit für mich.»

Jutta

Die Grundlage von Arons Untersuchungen bildet das Persönlichkeitsmerkmal «Sensitivität für sensorische Verarbeitungsprozesse» (Sensory-Processing Sensitivity, SPS). Es beschreibt eine besondere Form der Reizverarbeitung, die 15 bis 20 Prozent der Menschen aufweisen und gemäss dem Stand der heutigen Forschung mitunter erblich bedingt ist. Unter Männern und Frauen ist sie gleich verteilt und zeichnet sich dadurch aus, dass diese Menschen in sozialer, emotionaler und physischer Hinsicht besonders sensibel sind.

Oder wie die Schweizer Expertin auf diesem Gebiet, die Psychologin Brigitte Küster, gegenüber watson formuliert: «Hochsensible sind mit einem Nervensystem ausgestattet, welches sie äussere und innere Reize wie durch einen Verstärker wahrnehmen lässt.» Diese Veranlagung wurde in unterschiedlichen Studien wissenschaftlich belegt.

alle illustrationen: yallah

Küster ist selbst hochsensibel und hat im Jahr 2010 das Institut für Hochsensibilität in der Schweiz gegründet. Sie fasst die vier Hauptmerkmale von Hochsensiblen gemäss Aron treffend zusammen:

1. Gründliche Informationsverarbeitung: Oder «das lange Nachhallen», wie es Küster nennt. Ihr ist es wichtig zu erwähnen, dass HSP deswegen nicht langsamer seien.
2. Übererregbarkeit: Kein Reiz zu klein, um davon überwältigt zu werden.
3. Sensorische Empfindlichkeit: Unter anderem das intensive Wahrnehmen von Geräuschen, Gerüchen oder körperlichem Empfinden.
4. Emotionale Intensität: Hochsensible erleben sehr hohe Hochs, aber ebenso tiefe Tiefs.

Wenn zu viele Eindrücke erschöpfen

Die Sensibilität auf Geräusche ist bei vielen Hochsensiblen besonders ausgeprägt. Küster liefert dazu folgendes Bild: «Wenn ein Wasserhahn läuft, hören Normalsensible ein Rauschen, Hochsensible hören eine Sturmflut.» So ergeht es auch Jutta: 

«Ein Abend im Club macht mir oft nur etwa eine Stunde lang Spass.»

Danach werde ihr alles zu viel: die laute Musik, die Laserlichter, das Menschengedränge, der klebrige Fussboden.

Beni*, der seinen richtigen Namen nicht nennen möchte, ist ebenfalls hochsensibel und kennt die Geräuschempfindlichkeit nur zu gut: «Wenn der Kühlschrank zu laut summt, merke ich das oft lange, bevor es anderen auffällt. Und wenn jemand neben mir telefoniert, bin ich regelrecht blockiert.» Ihm bleibe dann nichts anderes übrig, als zuzuhören und sich auszumalen, was die Gegenseite gerade sagt oder als nächstes sagen werde.

alle illustrationen: Yallah

Nebst Geräuschen erlebt Beni auch seine Gefühlswelt besonders intensiv: «Stimmungen übertragen sich auf mich, ob ich will oder nicht. Wenn beispielsweise jemand neben mir streitet, trifft mich das tief; nach der Terrorattacke in Paris war ich anschliessend tagelang wie gelähmt und wenn mir jemand von einer Operation erzählt, erlebe ich diese gewissermassen am eigenen Körper mit.»

«Ich dachte, ich bin halt ein besonders Sensibler – und das ist ja auch die Quintessenz.»

Beni hat vor einem Jahr zum ersten Mal von HSP gehört

Auch Jutta kann von intensiven Gefühlen ein Lied singen. Sie habe eine reiche innere Wahrnehmung, sei intuitiv und sehr empfindsam in Bezug auf die Stimmungen anderer Personen. Das führe dazu, dass sie oft nicht wisse, ob sie gerade auf ihre eigenen Gefühle und Empfindungen reagiere oder auf die der anderen.

alle illustrationen: Yallah

«Bin ich eine Mimose?»

Eine Frage, die sich Jutta und Beni oft stellten, bevor sie von HSP erfuhren

Die positiven Seiten sehen

Jutta und Beni sind sich einig: Sie haben sich schon manchmal eine dickere Haut gewünscht. Als sie von HSP erfahren haben, waren beide erleichtert. Ihnen wurde klar(er): Sie waren keine Mimosen, sondern halt ein wenig sensibler als andere und dennoch «normal». Seit sie das wissen, fällt es ihnen leichter, sich so anzunehmen, wie sie sind und ihr Leben entsprechend zu gestalten: mit vielen Ruhephasen, Yoga und Meditation, Kopfhörern bei der Arbeit, bequemer Kleidung. Beni hat gelernt, sich eine zweite, eher extrovertierte Haut zuzulegen, um in sozialen Situationen nicht unterzugehen und geniesst diese auch. Mit einem kleinen Unterschied:

«Meine ‹social battery› ist dann einfach ein bisschen früher leer als bei anderen.»

Nicht zuletzt geniessen die beiden auch die Sonnenseiten als HSP noch ausgeprägter. «Schöne Momente wie ein intimes Konzert, oder ein Ausblick auf einer Bergwanderung, empfinde ich sehr intensiv», erzählt Beni. Wie andere da nonstop schwatzen könnten oder sich nach einer Minute schon sattgesehen hätten, sei für ihn ein Rätsel. 

alle illustrationen: Yallah

Vernetztes Denken als Vorteil

HSP kann mitunter zu psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise zu Depressionen führen. Die Psychologin Brigitte Küster betont aber, dass HSP keine Krankheit, sondern ein durchaus wertvoller Wesenszug sei: «Diese Menschen haben oft einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, sind nachdenklich, schauen genauer hin und erkennen durch ihr vernetztes Denken schneller, wenn etwas schiefzulaufen droht.»

Jutta erkennt sich in dieser Aussage wieder. Als IT Business Analystin komme ihr ihre Intuition und das Denken in Zusammenhängen zugute: «Ich sehe schon im Vornherein Funktions- und Schnittstellenprobleme und bemerke auch Schwachstellen eher als andere.» Beni sieht ebenfalls Vorteile im Beruf. In Meetings sei er zwar jeweils die mahnende Stimme, andererseits werde seine ganzheitliche Denkart und seine Sensibilität in heiklen Fragen geschätzt. Er sieht seine Veranlagung pragmatisch: 

«Ich denke, jeder rutscht mit der Zeit in die Rolle, die ihm am meisten liegt.»

HSP mag in den letzten Jahren immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt sein, in ihrem Arbeitsumfeld sprechen Jutta und Beni ihre eigene Feinfühligkeit aber nicht an. Beni befürchtet fehlendes Verständnis, Jutta empfindet ihr Berufsumfeld als sehr leistungsorientiert und will nicht, dass ihre Veranlagung möglicherweise gegen sie verwendet wird. Zu ihrem Wesen stehen sie aber beide oder wie Jutta es schön zusammenfasst: «Meistens will ich mich sowieso nicht erklären. Ich bin einfach so, und jeder hat seine Eigenheiten, die man akzeptiert, wenn man eine Person mag.»

Illustrationen

Yallah ist ein Schweizer Zeichner und Illustrator, der die grossen und kleinen Absurditäten des Lebens auf Instagram festhält. Sich selbst bezeichnet er ebenfalls als Sensibelchen – und hat sich für uns auch von seiner Gefühlswelt zu diesen Illustrationen inspirieren lassen.

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42
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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • badbart 11.01.2018 20:18
    Highlight Anscheinend bin ich dann wohl leider auch Hochsensibel. Oder warum sonst beschwere ich mich permanent über das neue groß Raum Büro? Alle anderen finden es super weil man alles mitbekommt, ich kann bei dem Lärm null arbeiten.
    Jedes Großraumbüro ist die Hölle für einen wie mich, und es gibt überall nur noch solche....
    Meiner Meinung nach ist diese "Eigenschaft" mehr Qual als sonst was in unsere heutige Zeit!
    17 6 Melden
  • Franziska EvilRanzi Wilt 11.01.2018 19:01
    Highlight Auch von mir danke für diesen Artikel! Vor kurzer Zeit habe ich irgendwo anders schon etwas über das Thema gelesen und mir ging nicht nur ein Licht, sondern ein ganzer Lampenladen auf was mit mir schon immer los war.
    15 1 Melden
  • Dewar 11.01.2018 15:47
    Highlight Vor einem guten Jahr habe ich endlich von Hochsensibilität als Veranlagung erfahren und es war eine riesige Erleichterung, als ich mich in der Beschreibung genau wiederfand. Seit der Pubertät hatte ich stets das Gefühl, etwas sei falsch mit mir und ich zwang mich zu Aktivitäten, um mich "normal" zu fühlen, obwohl ich sie als Qual empfand. Dafür, dass ca. eines von fünf Individuen betroffen ist (auch in anderen Spezies), ist HSP noch viel zu wenig bekannt; schön, hier mal etwas darüber zu lesen. Ich empfehle hochsensibilitaet.ch und das Buch "Zart besaitet" für Betroffene oder Interessierte.
    25 3 Melden
    • Rabbi Jussuf 11.01.2018 17:56
      Highlight 1 von 5???
      Und das soll erst seit 20 Jahren bekannt sein?

      Mich, als Hochsensiblem, beschleicht das Gefühl, dass daran etwas gewaltig nicht stimmen kann.
      4 8 Melden
    • Dewar 11.01.2018 20:23
      Highlight Warum soll daran etwas nicht stimmen? Hochsensibilität ist zwar messbar (z.B. anhand der Reaktion auf externe Reize, genetische Marker), aber nicht so leicht quantifizierbar Und bis ein neues Konzept Fuss fasst, dauert es nun mal - es braucht ein Interesse und das Gefühl von Relevanz um etwas zu erforschen und in der Öffentlichkeit zu thematisieren. Früher hat man halt einfach gesagt, eine Person sei halt etwas speziell, oder schüchtern, oder empfindlich. Heute hat man die klarere Umrahmung verschiedener Wesenszüge, die wenn sie zusammen auftreten nun eben Hochsensibilität genannt werden.
      10 1 Melden
  • Alju 11.01.2018 15:02
    Highlight Danke für den Artikel!

    Als Mensch mit HSP nehme ich vieles verstärkt war.
    In der Jugend bin ich oft auf Unverständnis gestossen, zB. als man mit mir in Clubs oder auf Partys gehen wollte und ich verneinte. Wenn man erklärt, dass es zu laut ist, wird man schief angeschaut oder ausgelacht.

    Vorteile gibt es, wenn ich konzeptionell arbeite oder wenn es um die Erkennung der emotionalen Wirkung von künstlerischen Inhalten geht.


    17 3 Melden
    • Rabbi Jussuf 11.01.2018 17:53
      Highlight ???
      Ich kenne beide Beispiele genauso auch. Ich halte mich deshalb aber nicht für "hochsensibel".
      4 20 Melden
    • Alju 11.01.2018 20:19
      Highlight Aber du bist doch hochsensibel, oder nicht? Zumindest behauptest du es in deinen anderen Kommentaren hier.

      Und übrigens: Beispiele sind Beispiele. Es gibt einiges mehr, dass ich erwähnen könnte. Kopfweh durch Parfumgeruch oder Passivrauchen. Ohren- und Kopfschmerzen im Restaurant/Bar/Club durch den Lärm. Jedes Mal. Nicht Einschlafen können wenn ein kleines LED-Lämpchen im Zimmer leuchtet (Standby Fernseher...). Grossraumbüros sind eine Qual, weil zu vieles passiert. Unbekannte Läden überfordern mich. Emotionen anderer Menschen schwappen auf mich rüber ohne dass ich was dafür kann, uvm.
      16 2 Melden
    • Rabbi Jussuf 11.01.2018 22:26
      Highlight Alju
      Auch von deinen nächsten Beispielen kenne ich einiges, aber nicht permanent, sondern stimmungsabhängig und auch dann nur sporadisch.
      Vieles lässt sich aber trainieren, wie zum Beispiel nicht jede Stimmung/Emotion von anderen annehmen, oder wenigstens nur so weit, dass es nicht unangenehm wird, oder diese Emotionen zum eigenen Vorteil nützen > Gruppendynamik.
      Konzentrationsübungen dürften auch viel helfen. Dadurch lassen sich viele Nebenwahrnehmungen ausschalten.

      Das mit dem "hochsensibel" in den anderen Beiträgen war ironisch.
      3 19 Melden
    • Alju 12.01.2018 01:37
      Highlight Ich stimme dir zu, dass Trainieren helfen kann. Bei mir hilft Meditieren. Oder Alkohol.

      Dennoch bin ich der hohen Sensibilität quasi permanent ausgeliefert.

      12 2 Melden
  • Micha Schläpfer 11.01.2018 12:17
    Highlight "älter werdende Indigo Kinder" würde ich sagen. Man hat das Gefühl als würden viele Mitmenschen nur einen geringen Teil ihrer Kapazität nutzen, was nicht negativ ist, aber manchmal einfach anstrengend. Obwohl man seine Sinne natürlich trainieren kann, z.B. indem man bewusst Dinge wie Gerüche, Geräusche, Geschmäcker wahr nimmt, oder Öberflächen abtastet, Gespräche die zwei Tische weiter gehalten werden versucht herauszuhören, etc., kommt es mir oft so vor als fühle sich für Erwachsene vieles als "ausgelutscht" oder "schon mal erlebt" an. Sind die Sinne geschärft, lebt man viel mehr im Moment.
    7 19 Melden
  • Rabbi Jussuf 11.01.2018 12:09
    Highlight Schön, dass wir wieder ein neues Krankheitsbild haben - neben Laktose-, Gluten- und Wasweissichfürintol(l)eranzen.
    Nicht dass es keine hochsensiblen Menschen gäbe!

    HSP ist ja nun wirklich nicht neu auf dem Markt, aber grad mal wieder Mode???
    22 83 Melden
    • Rakete 11.01.2018 13:35
      Highlight Was soll denn daran krank sein, lieber Jussuf?
      35 6 Melden
    • Rabbi Jussuf 11.01.2018 14:01
      Highlight Rakete
      Krank wird etwas dann, wenn es das normale Leben beeinträchtigt.
      Hier habe ich das Gefühl dass mit dem Phänomen der Hochsensibilität ein Krankheitsbild geschaffen wurde, dass viele andere Ursachen haben kann, die aber wesentlich unschöner sind, als nur eine gesteigerte Wahrnehmung (die es zweifellos gibt).
      Man lese einfach mal die 4 Hauptmerkmale von Küster und schaue, zu welchen Krankheiten das sonst noch passen könnte.
      12 29 Melden
    • arconite 11.01.2018 14:01
      Highlight Ein bisschen dünnhäutig Rabbi?
      8 10 Melden
    • Rabbi Jussuf 11.01.2018 14:48
      Highlight arconite
      Nö, hochsensibel. ;-)
      14 21 Melden
    • Sapere Aude 11.01.2018 15:30
      Highlight Wenn du schon rumstänkern must Jussuf, liess doch bitte zuerst den Artikel richtig. Bei HSP handelt es sich nicht um ein Krankheitsbild, sondern um eine neurologische Verfasstheit die sich in einer erhöhten Wahrnung artikuliert. Das kann sich sowohl positiv wie negative auswirken.
      24 1 Melden
    • Rabbi Jussuf 11.01.2018 16:17
      Highlight Wenn du meine Texte richtig gelesen hättest, wüsstest du, dass ich nicht auf der Hochsensibilität an sich herumhacke, sondern auf den vielen Mitläufern.
      Wenn HSP zu markanten Beeinträchtigungen im Alltag führt, dann ist es eben ein Krankheitsbild - das allerdings von vielen ähnlichen kaum zu unterscheiden ist.
      Ob das Wort "Krankeitsbild" abgelehnt wird oder nicht, ist vollkommen egal.
      7 15 Melden
    • DartVaidder 11.01.2018 16:19
      Highlight Schade, hast du das Thema nicht verstanden Rabbi Jussuf. Aber das liegt wohl daran, dass dir als Normalsensibler die notwendige Sensibilität fehlt um HSP zu verstehen. Wir verstehen dich!
      22 5 Melden
    • Sapere Aude 11.01.2018 17:57
      Highlight @ Jussuf, dann hab ich dich falsch verstanden, entschuldige. Natürlich gibt es auch Mitläufer wie fast bei allem. Ich würde es nicht per se als Krankheitsbild benennen, weil es eben darauf ankommt, wie der einzelne damit umgeht. Wichtig ist es die eigene Konfortzone zu kennen und sich Freiräume zu schaffen, um die ganze "Datenflut" zu verarbeiten.
      15 0 Melden
    • Rakete 11.01.2018 20:27
      Highlight Lieber Rabbi,
      nach deiner Definition wäre ich krank weil ich nicht "normal" leben kann. Ich vermeide Gruppen die größer als 3 Personen sind (inkl. mir), bin gerne und seeeehr viel für mich alleine, brauche 9 Stunden Schlaf, denke ständig über alles nach und kriege alles um mich rum mit.
      Trotzdem mag ich es so wie es ist, alles sehr intensiv, bin nur schnell erschöpft. Nun, ist das krank?
      19 3 Melden
    • Rabbi Jussuf 11.01.2018 21:59
      Highlight Rakete
      Dein Schicksal ist sicher nicht zu beneiden. Aber wenn du dich wohl fühlst? Trotzdem scheint mir das doch eine ziemliche Beeinträchtigung zu sein, für die es sicher auch Therapieangebote gäbe, oder?
      4 14 Melden
    • Rakete 11.01.2018 23:54
      Highlight Lieber Jussuf,
      meinst du sowas wie eine Therapie für mehr Leistung? :D Durch das viele Nachdenken kam ich zum Entschluss, einfach weniger zu arbeiten. So habe ich mehr Zeit für mich und um das auf meine Art Leben zu genießen.
      Grüße an die Leistungselite!
      19 2 Melden
    • Sapere Aude 12.01.2018 11:50
      Highlight @Silent Speaker und Rakete

      Habt ihr schon recht. Muss in erster Linie für euch stimmen.
      5 1 Melden
  • maatze 11.01.2018 11:40
    Highlight Während ich das lese, haut meine Büronachbarin unerlässlich und ohne Unterbruch auf ihre Tastatur ein und ich koche innerlich vor Wut!

    Ich könnte ihr das nie sagen.
    35 6 Melden
    • Rabbi Jussuf 11.01.2018 13:43
      Highlight Das würde ich ihr auch nicht sagen. Denn das hat nichts mit einer angeblichen Hochsensibilität zu tun, sondern mit deiner (momentanen?) Unkonzentriertheit. Dafür spricht ja schon, dass du während der Arbeitszeit watson liest und erst noch einen Kommentar schreibst.
      30 22 Melden
  • sanhum 11.01.2018 11:33
    Highlight ich bin keine HSP, kann die beschriebenen situationen auf meine weise sehr gut verstehen: ich habe synästhesie. alles was ich höre, sehe und empfinde löst bilder & farben in meinem kopf aus. ob ich will oder nicht. ist im club extrem ermüdend, beim musikhören ein gewinn :)
    32 3 Melden
  • Calvin WatsOff 11.01.2018 10:37
    Highlight Ist mir persönlich scheissegal, wenn ich als „dünnhäutig“ abgestempelt werde. Da sag ich mir halt einfach: Ihr habt ja keine Ahnung. Merci für den interessanten Artikel.👍🏻
    86 7 Melden
  • Sapere Aude 11.01.2018 10:22
    Highlight Eine Wohltat, darüber lessen zu können. Es ist oft schwierig anderen zu vermitteln, was HSP bedeutet und welche Auswirkungen es hat. Denn es ist nicht eine Entscheidung hochsensibel zu sein, vielmehr ist es die Grundkonstitution der eigenen Wahrnehmung.
    57 7 Melden
  • PrincessCrazy 11.01.2018 09:52
    Highlight Vielen Dank für diesen Bericht! Ich muss in meinem Umfeld oft erklären, was HSP ist. Bin vor rund einem Jahr zufällig auf einen Bericht darüber gestossen und es war für mich eine grosse Erleichterung, zu wissen, dass ich nicht alleine bin und warum ich Dinge, die anderen kaum auffallen, so intensiv wahrnehme.
    123 9 Melden
    • paterpenn 11.01.2018 10:29
      Highlight Geht mir ganz genau so! Danke!
      16 5 Melden
  • Agudi 11.01.2018 09:50
    Highlight Guter Artikel! Leider wird die Hochsensibilität oft falsch beschrieben und/oder interpretiert. Dem Artikel von Watson kann ich ganz zustimmen. Wichtig finde ich, dass es meist genetisch vererbt ist und man sich nicht dazu entscheidet, hochsensibel zu sein oder eben nicht. Hochsensible Personen (HSP) sind auch nicht besser oder schlechter. Wie jede Eigenschaft bringt auch die Hochsensibilität Vor- und Nachteile mit sich.
    46 3 Melden
  • Tschuudif 11.01.2018 09:47
    Highlight Danke für diesen Beitrag, der auch die Vorteile von HS hervorhebt.
    42 2 Melden
  • Ruefe 11.01.2018 09:41
    Highlight Ich kann mir vorstellen, dass ein sehr sensibles Gehör- und Geruchsvermögen zu Urzeiten sogar ein evolutionärer Vorteil war.
    87 6 Melden
    • who cares? 11.01.2018 12:15
      Highlight Naja, der Körper hat schon seine Gründe, warum er gewisse Informationen nicht ganz ausschöpft. Ich denke zu Urzeiten war ein stetig erhöhtes Stresslevel zu energieintensiv.
      10 4 Melden
    • Dewar 11.01.2018 15:56
      Highlight Es gibt auch die Theorie, dass es für eine Population von Vorteil ist, wenn ein gewisser Prozentsatz hochsensibel ist. Dieser pendelt sich dann bei schätzungsweise 10-20% ein und wird bei verschiedenen Spezies erstaunlich konstant beobachtet.
      14 1 Melden

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