Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Warum du keine Angst vor dem Tod haben musst

Bild: unsplash

Vor dem Tod fürchten sich viele – schliesslich wissen wir nicht, was uns erwartet (oder nicht). Doch die letzten Worte von sterbenden Menschen zeigen, das Hinscheiden ist gar nicht so schlimm, wie wir es uns vielleicht vorstellen. 



Es ist der 19. Juni 1986 in Harris County, Texas. Den US-Amerikaner Kenneth Albert Brock erwartet die Todesspritze. Nur wenige Momente vor der Injizierung versucht sein Anwalt panisch und völlig zwecklos eine Begnadigung zu beantragen. Auch Brocks Vater will den rechtssprechenden Gewalten das Todesurteil über seinen Sohn ausreden. Brock selber bleibt gelassen. Seine letzten Worte waren:  

«I have no last words. I am ready.»

Brocks letzte Worte wurden zusammen mit den letzten Lebenssequenzen von 500 weiteren zu Tode verurteilten Personen veröffentlich. Der Psychologe Kurt Gray hat sie alle gelesen und ist fasziniert: «Entgegen meinen Erwartungen waren die letzten Worte der todgeweihten Häftlinge grosso modo alle strotzend vor Po­si­ti­vi­tät und Moral.»

Bild

Keller eines US-amerikanischen Gefängnisses in Eastern State Penitentiary, Philadelphia. bild: unsplash

Davon ausgehend, stellte er sich die Frage, ob es nur zum Tode verurteilte Straftäter sind, die die Welt mit solch positiven Haltungen verlassen oder ob dahinter ein grösserer psychologischer Zusammenhang besteht.

Dazu hat er zusammen mit einem wissenschaftlichen Team einen Algorithmus entwickelt, der Blog-Einträge von Krebspatienten im letzten Stadium analysiert.

«Ich empfinde keine Reue, nicht ein bisschen. Ich hatte eine tolle Familie, kam in Berührung mit den wundervollsten Menschen, wurde berührt von den wundervollsten Menschen. Wenn es eine letzte Lektion für mich gibt, die mir das Sterben nahegelegt hat, dann ist es Liebe. Liebe ist das Geschenk aller Geschenke. Das höchste von allen. Liebe und Ehrlichkeit.» 

Echter Blogeintrag kurz vor dem Tod einer jung verstorbenen Person

Bild: unsplash

In einem nächsten Schritt bat Gray eine Vielzahl gesunder Menschen, sich in die Situation einer todgeweihten Krebspatientin zu versetzen und davon ausgehend einen fiktiven Blog-Eintrag zu verfassen.

«Hunger und Durst wird von einem hängenden Plastiksack befriedigt, allein die Schwerkraft hält mich noch am Leben – Tropf, Tropf Tropf. Brauche Hilfe für jede Bewegung. Terror und Angst. Doch bin umgeben von so viel Sorge und Liebe. Bin bereit für den nächsten Schritt.»

Fiktiver Blogeintrag einer gesunden Person

Die Ergebnisse zeigten, dass die «nicht kranken» Blogger viel mehr negative als positive Aspekte aufzeigen. Wohingegen bei den tatsächlichen Kranken doppelt so viel positive Worte gefallen sind wie negative Formulierungen. Zudem hat sich bei der Analyse gezeigt, dass sich glücksschwangere Worte wie «Liebe», «Schönheit», «Güte» und «Stolz» immer mehr gehäuft haben, je näher sich die kranke Person beim realen Tod befand.

«Nichts träufelt dem Menschen mehr Terror ins Gefühlsleben als der bevorstehende Tod.»

Kurt Gray gegenüber «science of us»

Das Stichwort, das dieses Phänomen erklären soll, lautet «psychologisches Immunsystem». Jeder Mensch verfügt über diesen geistigen Reflex, der dafür sorgt, einigermassen mit Schicksalsschlägen umzugehen. Gray beschreibt ihn als «den inneren Mechanismus», der Sätze hervorbringt wie:   

Im begleitenden Aufsatz zu seinen Untersuchungen schreibt er: «Das psychologische Immunsystem springt erst dann an, wenn wir es wirklich brauchen, wenn schlimme Sachen passieren. In unserer Gesellschaft wird nichts so extrem schlimm antizipiert wie der Tod. Was bedeutet, dass bei der Diagnose einer tödlichen Krankheit sofort ein starker, sinn-suchender Prozess eingeleitet wird. Kurz: Man beginnt die Situation zu rationalisieren.»

«Ich werde wohl nicht mehr viel mehr als eine Woche zu leben haben. Ich werde sie mit den Menschen verbringen, die ich liebe und Dinge tun, die ich vermisst habe. Danke für alles, was ihr mir auf meinem Weg mitgegeben habt. Ich weiss, dass ich, abgesehen von meinem momentanen Zustand, ein schöneres Leben geführt habe, mit mehr Komfort, mehr Qualität, als viele andere es haben. Danke dafür. Let's go!»

Realer Blogeintrag einer Krebspatientin im letzten Stadium

bild: unsplash

Natürlich muss man die Kühnheit, mit der die Blog-Posts verfasst sind, auch relativieren. Blogs werden für ein öffentliches Publikum geschrieben. Ihre teils poetischen Inhalte zeigen oft lediglich die Seite des Autors, die er selber akzeptiert und deshalb auch gewollt ist zu zeigen. Dennoch sei für Gray klar, dass seine Untersuchungen zeigen, dass der Tod für Sterbende viel würdevoller sei, als sich das gesunde Menschen vorstellen können.

Denn anders als man denke, fände der Tod nicht in Einsamkeit und Bedeutungslosigkeit statt. Viel mehr finde man in den letzten Zügen des Lebens die Bedeutung im Tod. Man sei nicht allein, sondern bei ganz anderen, viel höheren Dingen. Nicht fokussiert auf sich selbst.

«Wir sehen uns dort. Dort bei den anderen Menschen, um die wir uns wirklich kümmern.»

Ein US-amerikanischer Häftling vor der Todesspritze

Auch weitere Stimmen aus Wissenschaft und Praxis folgen dieser Meinung. Eine Cambridge-Studie letzten Jahres beispielsweise befasste sich mit dem Sterbeprozess von über 95-jährigen Menschen. Restlos alle seien dem Tod gegenüber gelassen eingestellt gewesen, heisst es dort. Und bei der Mehrheit fiel der Satz «I'm so ready» just vor dem letzten Atemzug.

Des Weiteren erklärte eine Schweizer Sterbebegleiterin kürzlich gegenüber SRF, dass der Tod meistens mit einem Lächeln daherkommt und viele das Gefühl des Sterbens mit dem freudigen Aufschrei: «Oh, jetzt kommt's!» ankünden.

Mehr dazu im Video:

Das Gefühl, das der todgeweihte Häftling Kenneth Albert Brock vor 31 Jahren in einer texanischen Hinrichtungszelle verspürte, kennen die Wenigsten, die diesen Text lesen werden. Aber irgendwann wird es wohl oder übel auch uns vergönnt werden. Auf schönere oder auf unschönere Weise, früher oder später. Hoffentlich letzteres, damit wir noch schön lange Angst davor haben können, bis uns klar wird, dass es eigentlich nicht viel zu befürchten gibt. Schliesslich ist diese Angst ja die Kraft, die uns am Leben hält.

Mehr Geschichten von Allzumenschlichem und stimmungsvolle Bilder fürs Gemüt gibt es auf unseren Social-Media-Kanälen.

Ein Bild, jeden Tag, 18 Jahre lang – bis Jamie stirbt

Sterbehilfe für gesunde Menschen?

abspielen

Video: srf

Mehr mint gibt's hier:

4 filmreife Storys, die sich NICHT Hollywood ausgedacht hat

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Freispruch: Das Kondom heimlich abzustreifen ist keine Schändung

Link zum Artikel

Diese 6 Paare haben (wahrscheinlich) keinen guten Sex

Link zum Artikel

Erste vegane Waldspielgruppe: «Ums Vegane an sich geht es mir gar nicht»

Link zum Artikel

Das sind die besten Drohnenbilder des Jahres 2018

Link zum Artikel

Millionenklage! «Black Mirror»-Film könnte für Netflix ganz schön teuer werden

Link zum Artikel

Dieser neue «Game of Thrones»-Teaser verrät den Starttermin zu Staffel 8

Link zum Artikel

Niemand hat Zeit, den «Slutty Therapist» zu spielen

Link zum Artikel

Wenn du nicht mindestens 5 Fragen richtig hast, darfst du deine Drohne nicht starten

Link zum Artikel

Wie cool waren denn bitte die knalligen Skioutfits der 80er-Jahre?!

Link zum Artikel

Die neue «Game of Thrones»-Serie nimmt Formen an – diese 10 Stars sind dabei

Link zum Artikel

Züri Pest oder Gülä? Erkennst du die 12 verhunzten Musiker der User an einer Zeichnung?

Link zum Artikel

Wenn der Stiefvater zur «Massage» bittet: Hollywoodstar Sally Field über ihr Leben

Link zum Artikel

Voll der süsse... Mörder?! – 11 Gedanken zu Netflix' «You – Du wirst mich lieben»

Link zum Artikel

Auf diese 18 Serienhits darfst du dich 2019 freuen – auf einige zum letzten Mal

Link zum Artikel

15 Filme, die niemand braucht – und 2019 trotzdem ins Kino kommen

Link zum Artikel

Neuer «Game of Thrones»-Clip veröffentlicht (könnte Spuren von SPOILER enthalten)

Link zum Artikel

5 bekannte Fernsehserien, die man auch spielen kann 

Link zum Artikel

7 leichte Rezepte, um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen

Link zum Artikel

Bringt die «Conversation Pit» zurück! (oder: Warum quadratische Sofavertiefungen fehlen)

Link zum Artikel

9 Filme und Serien, die du neu in der Schweiz streamen kannst

Link zum Artikel

«Die höchste Form von Gangster ist der Revolutionär»

Link zum Artikel

Ich hab mir eure Kommentare zum Netflix-Film «Bandersnatch» zu Herzen genommen

Link zum Artikel

Super Sex und 17 andere Dinge, die ich mir fürs neue Jahr wünsche

Link zum Artikel

Diese 9 alten Knochen waren die ersten Handys der watsons – und welches hattest du?

Link zum Artikel

Seltsamer Sinn für Humor? Dann werden dir diese 9 Comics gefallen!

Link zum Artikel

«Die Hip-Hop-Szene ist ein fruchtbarer Boden für Verschwörungstheorien»

Link zum Artikel

Orakel-Katze Hader weiss, wie dein neues Jahr aussehen wird

Link zum Artikel

Diese 10 Comics verstehst du nur, wenn du nie rechtzeitig aus dem Bett kommst

Link zum Artikel

Der interaktive «Black Mirror»-Film «Bandersnatch» ist Quatsch. Very bad job, Netflix!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

51
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fumia Canenero 09.09.2017 21:13
    Highlight Highlight Es ist völlig in Ordnung, Angst vor dem Tod zu haben. Was die erwähnten Blog-Einträge oder Aussagen wert sind, weiss ich nicht. Empfindungen können zu- und abnehmen wie Wellengang. Die Angst ist ein Freund, der uns in der Regel vor Gefahren warnt; wir können sie wahrnehmen, ohne ihr die Kontrolle zu überlassen. Und - Angst vor dem Leben zu haben ist weitaus schlimmer als Angst vor dem Tod.
  • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:23
    Highlight Highlight Interessant, dass ein solcher Artikel um den 'Internat. Tag der Organspende' aufgeschaltet wird.
    Zufall oder steckt mehr dahinter?
  • smarties 09.09.2017 09:17
    Highlight Highlight "Wir jaben gern gelebt, aber einmal reicht!" Junge Menschen, alteMenschen von den Toten Hosen bringts auf den Punkt
  • inux 08.09.2017 18:19
    Highlight Highlight Ich empfehle euch das Buch "proof of heaven" oder zu Deutsch "ein Blick in die Ewigkeit". Es hat meine Vermutungen und mein Bauchgefühl komplett bestätigt. Aber was solls 100% sicher kann man nie sein - wir werden es alle selber herausfinden
  • Hans Jürg 08.09.2017 14:54
    Highlight Highlight Angst vor dem Tod habe ich nicht, aber vor dem Sterben.
  • amRhein 08.09.2017 10:32
    Highlight Highlight Angst vor dem Tod habe ich nicht, weil für mich einzig das Leben relevant ist. Meine Sicht.
  • ShadowSoul 08.09.2017 10:14
    Highlight Highlight Zu diesem Thema fällt mir immer das Buch "5 Dinge die Sterbende am meisten bereuen" ein. Wirklich sehr empfehlenswert.

    Und sehr schöner Artikel!
  • Lady Shorley 08.09.2017 09:35
    Highlight Highlight Danke für den tollen Text! Ich kann dem nur von ganzen Herzen zustimmen.
    Vor drei Jahren wurde bei meinem Vater Krebs festgestellt. Die aktuelle Therapie wirkt super, wir dürfen optimistisch sein.
    So hart es klingt, diese Diagnose hatte auch Gutes! Seit diesem Zeitpunkt leben wir (die ganze Familie) viel bewusster und intensiver, schieben Dinge nicht mehr auf, sind spontaner und viel zufriedener.
    Denn, egal was nach dem Tod kommt, ob Nichts oder ein neues Leben, unser aktuelles Leben haben wir nur einmal, und dieses verdient es, dass wir das Beste daraus machen.
  • Calvin Whatison 08.09.2017 09:14
    Highlight Highlight Was nützt die Angst vor dem Sterben? Da frag ich mich schon eher, wird mein Ableben kurz und schmerzlos sein, oder liegt noch ein Leidensweg vor mir. Beim Sterben ist jeder für sich Der Erste. Ist die Zeit gekommen und ich wünschen dürfte, dann bitte Ersteres.
  • Theor 08.09.2017 07:37
    Highlight Highlight Ich glaube zwar nicht, dass nach dem Leben noch irgendwas sein wird, aber das unausweichliche zu fürchten ist etwa so sinnentlehrt wie den Sonnenuntergang zu fürchten. Beide werden nunmal kommen, so oder so.
    • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:28
      Highlight Highlight Manche glauben an Wiedergeburt. Ich zum Beispiel.
      Aber nicht im buddhistischen Sinne.
  • Sauraus 08.09.2017 06:44
    Highlight Highlight "Wer den Tod nicht fürchtet achtet das Leben nicht..."
    Irgend so eine gescheite Person
  • Takapuna 08.09.2017 06:31
    Highlight Highlight Da ich an Wiedergeburt glaube sehe ich den Tod eh nur als Uebergang in eine andere Welt, wo es dann irgendwann wieder einen Uebergang zurück in diese Welt gibt.
    Hast du dann den Zustand erreicht, den Buddha, Krishna, Jesus, Mohammed, Yogananda und einige andere erreichten, ist eine Wiedergeburt nicht mehr notwendig.
  • Spooky 08.09.2017 01:25
    Highlight Highlight Ich bin Hindu. Ich habe mehr Angst vor meiner nächsten Geburt als vor meinem Tod😱😂😆😁
    • Triumvir 08.09.2017 09:08
      Highlight Highlight Ja, wer in diesem Leben zuviel sündigt, der sollte wirklich Angst vor seiner Wiedergeburt haben...
    • Spooky 08.09.2017 13:38
      Highlight Highlight @Triumvir
      Das wollte ich ja damit sagen.😀
    • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:32
      Highlight Highlight Karma ist frei erfunden und existiert nicht Es ist etwa genauso ein Druckmittel auf die Menschen wie die Erfindung der Hölle durch die Christen.
      Lass dich nicht entmutigen in diesem Leben, Spooky.
  • Theodorli 08.09.2017 01:24
    Highlight Highlight Seit ich gehört habe , dass wir pro Sekunde von
    50 Milliarden Neutrinos durchströmt werden
    welche sich dabei auch verändern ,sehe ich wieder
    eine mögliche Transformation unserer Persönlichkeit
    in ein universales Neutrinomeer ein zu gehen.
    Dieser Neutrino Ozean im All ist vielleicht auch die
    so genannte dunkle Materie und unsere Mentalen
    Werte die so genannte dunkle Energie.
    Auf alle Fälle, nichts geht verloren.
    • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:33
      Highlight Highlight Dunkle Materie existiert so viel ich weiss nicht. In der heutigen 'Wissenschaft' (es ist eher zu einer Religion geworden) werden Dinge 'erschaffen' damit sonst unerklärliche Theorien, Sinn ergeben.
    • Theodorli 10.09.2017 13:03
      Highlight Highlight Herr Naughtious Maximusrr,

      Die Natur der Dunklen Materie ist eine wichtige offene Frage der Kosmologie.
  • DäPublizischt 08.09.2017 01:11
    Highlight Highlight Zwei Blinde, müd' vom Wandern, seh' ich am Ufer steh'n. Der Eine sagt zum Ander'n: "Leb' wohl, auf Wiederseh'n."

    - Ein Gedicht, welches wir nach dem Tod meines Grossvaters im Spital auf einem Blatt Papier gefunden haben.
    Ich werde es nie vergessen!
  • DingoAteMyBaby 08.09.2017 01:06
    Highlight Highlight Ich beneide fast die Denkweise die die Antiken hatten. Je nach Kultur waren sie ja 100% sicher das es ein Leben nach dem Tod gab. Somit war, denke ich mir, das dahingehen für sie ja fast abenteuerlich. Die Rationalität erlaubt uns dies nicht mehr. Tod ist ewiges nichts und dies ist angsteinflössend für Leute wie ich. Je mehr ich daran denke umso schlimmer wird es...
    • Naughtious Maximus 09.09.2017 17:34
      Highlight Highlight Sorry, aber da bist du selber schuld, wenn du dich in sogenanntem Rationellem gefangen hälst.
      Es gibt noch viel mehr ausserhalb der künstlich gezogen Grenzen.
  • Gubbe 07.09.2017 23:49
    Highlight Highlight Der Tod hat nichts poetisches. Für manche kann es eine Erlösung sein. Es ist auch nicht so, dass man mit einem Tannenzweig in den Händen und einem Lächeln im Gesicht einschläft. Das tun die Wenigsten. Schaut euch die verzerrten Gesichter des letzten Weltkriegs an. Dann kommen melancholische Dichter und schreiben vom süssen Tod. Das Herz setzt aus, dann das Gehirn. Oder umgekehrt. Der Mensch hat eigentlich keine Angst vorm Tod sein, aber vom sterben. Da ist viel Angst, keine Poesie.
  • smoking gun 07.09.2017 23:03
    Highlight Highlight Das tröstliche am Tod ist die Gewissheit, dass alle Menschen seit hunderten von Generation das gleiche Schicksal erwartet: totalales Lichterlöschen oder individuelles weiterleben.
  • Bonnehome 07.09.2017 22:36
    Highlight Highlight Der Tod: das Erlöschen unserer Sinneseindrücke, die Erlösung von der Tyrannei unserer Triebe, von unserer mühseligen Denkarbeit und von der Fron für das Fleisch.
    Marc Aurel
    Selbstbetrachtungen
  • Lester McAllister 07.09.2017 22:29
    Highlight Highlight Ich bin jung, gesund und liebe mein Leben.
    Trotzdem hat für mich der Tod eine gewisse Faszination.Vieleicht ist es übertrieben, wenn ich sage, dass ich mich manchmal ein bisschen darauf freue.
    Aber stellt euch vor wieviel Anstrengung, Stress und Schmerz ein Mensch erlebt. Je älter, desto mehr.
    Und dann kommt irgendeinmal der Moment, indem dem sich der Körper zum ersten Mal absolut entspannt. Muskeln die seit unserer Enstehung immer arbeiten, bleiben stehen.
    Wer das ohne Angst erlebt, hat sicher das grossartigste Erlebniss, des ganzen Lebens. So blöd es tönt.
  • Nausicaä 07.09.2017 21:56
    Highlight Highlight Ich bin grad recht begeistert, dass sich Jovin und Watson an dieses wichtige, zu oft und zu vehement verdrängte Thema heran wagen. Daraus könnte man gleich eine Reihe machen...
    Danke aber erstmal für diesen Text!
    • nickname* 07.09.2017 22:16
      Highlight Highlight sehe ich auch so! bitte mehr solche artikel!
  • Takapuna 07.09.2017 21:39
    Highlight Highlight Warum Angst haben?
    Der Tod ist ja nichts schlimmes.
    Ein Abschied für die Hinterbliebenen.
  • Dageka 07.09.2017 21:37
    Highlight Highlight Der einzige Grund, warum ich mich vor dem Tod fürchte, ist meine "Fear of missing out". Auf der Welt gibt es so vieles zu erleben, was in einer Lebzeit kaum möglich ist. Wäre doch Schade, wenn man dann früh dahinscheidet.
  • moedesty 07.09.2017 21:32
    Highlight Highlight kann sowas nicht lesen. bekomme fast keine luft.
  • öpfeli 07.09.2017 21:03
    Highlight Highlight Jovin, ich mag deine Texte sehr!
  • Stefflein 07.09.2017 20:48
    Highlight Highlight Ich bin 31, seit langem gesundheitlich nicht auf der Höhe - nichts lebensbedrohliches - und glaube (!) keine Angst vor dem Tod zu haben. Grossen Respekt habe ich aber vor dem Sterben. Damit muss ich leben...
  • Leventis 07.09.2017 20:47
    Highlight Highlight Fuggyeahh.. Free Your Minds! The End Is Near!
  • SwissMafia 07.09.2017 20:46
    Highlight Highlight Mir persönlich hilft ein einfacher Gedanke:
    Ich kann mich nicht and die Zeit erinnern als ich noch nicht auf der Welt war oder anders gesagt nicht existiert habe. Da war einfach nichts. Ich stelle mir vor genau so wird es sein wenn ich dann mal gehen muss. Ich werde aufhören zu existieren und werde nichts mehr fühlen da ich nicht mehr da bin. Keine angst keinen Schmerz keine reue nichts. Irgendwie beruigt mich dieser Gedanke. Ich weiss nicht ob andere das nachvollziehen können aber vieleicht hilft es ja sonst noch jemandem :)
    • Nausicaä 07.09.2017 22:11
      Highlight Highlight Irvin Yalom hat in seinem Buch 'in die Sonne schauen - wie man die Angst vor dem Tod überwindet' geschrieben:
      Da wo der Tod ist, bist du nicht und da wo du bist, ist der Tod nicht. Deswegen brauche man den Tod nicht zu fürchten. Ursprünglich ist das Gleichnis von Epikur.
      Yalom, als Dozent für Psychiatrie hat herausgefunden, dass je sinnvoller (Sinn muss selbst gesucht und gegeben werden) und reicher (nicht im materiellen Sinn) ein Leben ist, desto weniger fürchten die Menschen den Tod.
      Menschen, die ihr Leben mit Freude gelebt haben, haben weniger Probleme damit, zu sterben.
    • Gubbe 08.09.2017 09:08
      Highlight Highlight Nausicaä: Personen die ihr Leben nach Büchern leben, sind mir suspekt. Das Leben passiert nicht im Papier, man muss es erleben. Sprüche von Dichtern die davon leben. Keiner war vorher Tod.
    • Nausicaä 08.09.2017 09:44
      Highlight Highlight Jaja die lieben Vorurteile. Ich habe auch welche. So sind mir Menschen, die plumpe Vorurteile haben, einigermassen suspekt.
      Die Kapazität von gewissen Leuten ist halt gross genug, um das Leben gleichzeitig zu erleben und sich zusätzlich mit differenzierten Gedanken und dem Erleben anderer zu befassen.
  • milkdefeater 07.09.2017 20:43
    Highlight Highlight Dass ein dem Tod geweihter Death Row Kandidat oder Krebskranker sich mit seinem Schicksal abfindet und das positiv sehen will, ist nur natürlich. Es ist zu einem gewissen Ausmass auch ein Selbstschutz, der durch eine lange Zeit, in der der Betroffene sich mit seiner Situation abfinden kann, aufgebaut wird. Hat ein Unfall- oder Mordopfer auch diese Gelassenheit?
  • giandalf the grey 07.09.2017 20:29
    Highlight Highlight Wunderschöner Beitrag, danke!
  • Alex23 07.09.2017 20:14
    Highlight Highlight Interessanter und berührender Text. Gut ins Artikelformat gebracht.
    Wir sollten uns viel öfter mit diesem Thema auseinandersetzen.
  • Illyrer 07.09.2017 20:09
    Highlight Highlight Entgegen der oben aufgeführten These, man solle keine Angst vor dem Tof haben, bin ich überzeugt, dass man Angst vor dem Tod haben MUSS, denn "...die Angst holt das Dasein aus seinem verfallenden Aufgehen in der Welt zurück" - Heidegger.
    • Leventis 07.09.2017 20:45
      Highlight Highlight 👍
      Jedes (menschliche) Individuum empfindet Ängste so lange es existiert..
      Die Frage beantwortet sich indem, und wie wir mit ihnen umgehend leben und sterben. 😉
    • Tschedai 07.09.2017 21:16
      Highlight Highlight "Jedes (menschliche) Individuum empfindet Ängste so lange es existiert.."

      Das ist eine Behauptung.
    • Leventis 07.09.2017 23:10
      Highlight Highlight Ja, ich weiss.
  • mein Lieber 07.09.2017 20:00
    Highlight Highlight Ich versteh ganz allgemein nicht warum man generell vor irgendwas Angst haben muss. Ist das nicht total anstrengend?
    • öpfeli 07.09.2017 20:14
      Highlight Highlight Doch, es ist anstregend. Angst blockiert in verschiedenen Hinsichten.
    • EvilBetty 07.09.2017 21:57
      Highlight Highlight Und dann mit dem VeloHelm rumfahren, oder wie?

      Das dumme Geschwätz, ey. Angst ist das wichtigste Gefühl von allen. Ohne Angst wäre die Menschheit schon lange ausgestorben. Ohne Angst, kein Mut, kein Fortschritt.

      Klar kann die Angst lähmen. Aber Angst lässt uns über uns hinaus wachsen.

    • öpfeli 07.09.2017 22:24
      Highlight Highlight @evilbetty

      Mir entspricht dein Kommentar nicht.
      Was für ein dummes Geschwätz?
    Weitere Antworten anzeigen

Es begann, als er Raumschiffe in der Bibel fand: Erich von Däniken und die Ausserirdischen

Erich von Däniken (84) ist einer der weltweit bekanntesten Schweizer. Er hat über 75 Millionen Bücher zum Thema «Ausserirdische» verkauft. Im Interview spricht er unter anderem über den Glauben an Gott, das Leben nach dem Tod, er erzählt über seinen Werdegang vom Hoteldirektor zum Bestseller-Autor und was beim Mystery Park schief gelaufen ist.

Feiern Sie auch Weihnachten?Erich von Däniken: Ja, ganz traditionell zusammen mit meiner Familie.

Sie erahnen, warum wir diese Frage stellen?Nein.

Mit ihren Theorien – die Götter waren ausserirdische Besucher, wir stammen von Ausserirdischen ab – kann der Eindruck entstehen, Engel seien bloss Astronauten.So ist es ganz und gar nicht. Ich bin in christlicher Tradition erzogen und nie ein gottloser Mensch geworden. Ich bin nach wie vor Mitglied der Katholischen Kirche und ich bete jeden Tag. …

Artikel lesen
Link zum Artikel