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Die Wunderschönheit: Der 1500 Euro teure Naomi-Bildband

Sie gilt als Zicke, Furie – und ist eines der weltbesten Models. Ein Bildband feiert nun die Künstlerin abseits der Schlagzeilen und zeigt: Naomi Campbell kann viel mehr als schön sein.

15.04.16, 22:20 16.04.16, 10:50

Benjamin Maack



Ein Artikel von

Naomi Campbell? Das ist doch die Assistenten und Chauffeure verprügelnde, Mobiltelefone nach Hausmädchen werfende, Polizisten anspuckende, auf Paparazzo einprügelnde Diva. Schön ist sie auch, ja. Aber vor allem gemein, aufbrausend und zickig.

Das ist die Campbell, die von Skandalschlagzeilen und unvorteilhaften Schnappschüssen erschaffen wurde. So haben sie heute vermutlich die meisten abgespeichert. Darüber vergisst man manchmal fast die andere Naomi Campbell. Die Wunderschönheit, die Ikone, das Supersupermodel vor den Linsen der berühmtesten Modefotografen der Welt.

Ein Gesicht, ein Körper, eine einmalige Entwicklung

Dass wir mehr über Campbells Ausfälle als Privatmensch wissen als über ihre Einfälle als Model, dürfte leider auch «Naomi», Taschens furioses doppelbändiges Mammutwerk, vorerst kaum ändern. Es erscheint in einer streng auf 1000 Exemplare limitierten, doppelbändigen, vom Model handsignierten, 1500 Euro teuren Ausgabe.

Das ist schade.

Denn wer durch «Naomi Campbell» blättert, unternimmt eine Reise. Dessen Blick wandert nicht nur über ein Gesicht und einen Körper, er folgt einer einmaligen Entwicklung. Vom jungen Mädchen, dessen Natürlichkeit von Fotografen eingefangen wird, zu einer Frau, die lernt, sich mit Verstand und Selbstbewusstsein als Kunstwerk zu inszenieren. Von einem Teenager, der heimlich neben der Schule eine Modelkarriere startet, zu einem Vorbild voller Selbstvertrauen und innerer Stärke. Von einem schönen Gesicht zur Ikone.

Die schwarze Marilyn Monroe

Zwischen den Fotos finden sich Zitate von Freunden, Fotografen, Kolleginnen. Sie bezeichnen sie als schwarze Marilyn Monroe, vergleichen sie mit Josephine Baker, Marlene Dietrich und Wonder Woman. Sprechen so viel von Freundschaft, Liebe und ihrem wunderbaren Charakter, dass man Lust bekommt, die echte Campbell kennenzulernen.

Josh Bakers «Naomi Campell» ist bei Taschen erschienen. Das Hardcover mit 496 Seiten kostet 1500 Euro: Diese Collector's Edition ist auf 1000 Exemplare limitiert und von Naomi Campbell signiert.

Die andere Hälfte des Doppelbandes ist Campbells Autobiografie. Hier spult sie wie ferngesteuert die Meilensteine ihrer Karriere ab. Es handelt sich bei diesem Buch also nicht um ihre richtige Biografie. Campbell erzählt nicht die interessanten Aspekte ihres Lebens und Werdens, sondern sie berichtet, wann sie wen getroffen hat und wie toll das war.

Dennoch, der Bildband ist grandios. Die Vielfalt und Energie, die Campbell in ihre Kunst legt, ist elektrisierend. Mal wild, mal cool; mal melancholisch, mal herrlich albern; mal sexy, mal verunsichert und verletzlich.

Naomi Campbell kann auf so viele Weisen wunderbar aussehen, dass es erstaunt. Doch was sie zu dem Jahrhundertmodel macht, mit dem wir es zu tun haben, ist etwas Besseres als blosse Schönheit. Etwas, das sie zu mehr macht als einem Motiv eines Fotografen.

Ihre Bilder zeigen eine Persönlichkeit, die kein Lichtbildner für seine Zwecke zurechtbiegen kann. Eine Kraft, die sich nicht von einer Kamera zähmen lässt. Etwas, das wie bei jeder Kunst letztlich unsagbar bleibt und doch in jedem Motiv präsent ist.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Homes8 10.05.2016 09:07
    Highlight Diese Frau hat sicher eine tolle Karriere gemacht.
    Ich würde sie aber nie mit Marylin Monroe vergleichen, da fehlt noch einiges an Ausstralung, Schauspieltalent, Gesang-Sensivität.
    Zudem frage ich mich: ist das Buch so teuer, weil soviel Foto-Shop Arbeit drinsteckt?
    0 0 Melden
  • Spooky 20.04.2016 02:42
    Highlight Black Beauty! Super!
    Soll noch einer kommen und behaupten, die Schwarzen würden unterdrückt. Blödsinn! Dieser schönen Frau geht es besser als Millionen von weissen Underdogs.
    0 1 Melden
  • goalfisch 16.04.2016 12:04
    Highlight die frau ist doch nicht schön .... ??? !!!
    ich weiss, über geschmack lässt sich nicht streiten.
    bei ihr werde ich aber das gefühl nicht los, irgendwann hat mal jemand gesagt, die frau ist schön und alle anderen dann so: "ou ja, also wenn der sagt, wirds schon stimmen!!"
    7 16 Melden
    • Bluetooth 16.04.2016 13:43
      Highlight Das lässt sich über jeden Künstler sagen. Sei es ein Song, der solange im Radio läuft, bis ihn jeder gut findet, ein Schauspieler, der immer wieder für Oscars nominiert wird oder ein Bild, der von allen Experten hochgelobt wird. Schlussendlich hat jeder seine eigene Meinung. Naomis Erfolg spricht jedoch klar für sich und ich kann mich bei besten Willen keine Person vorstellen, die sie tatsächlich als "nicht schön" empfinden könnte.
      Viel mehr hab ich das Gefühl, dass solche Menschen Sympathie mit Schönheit verwechseln oder sich dadurch einzigartig fühlen, "Mainstream" Sachen nicht zu mögen.
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