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Ob mit oder ohne Testament: Auch du hast bestimmt das ein oder andere Erbstück vermacht bekommen. bild: shutterstock

Ein Hoch auf unsere Omas und Opas! Wir suchen das schönste Erbstück

21.04.16, 08:19 02.11.17, 15:40

Ob von Oma, Opa, Grossonkel, Grosstante oder irgendeinem anderen Verwandten: So gut wie jeder von uns besitzt mindestens ein Erbstück. Und die Erinnerungen, die diese Gegenstände in uns wecken, sind meist viel wichtiger als der materielle Wert. Grund genug, diese Erbstücke – und die damit verbundenen Personen – zu feiern und die entsprechenden Geschichten hervorzukramen.

Der allerschönste Ring von meiner Oma

«Meine Oma ist vorletztes Jahr kurz vor ihrem 90. Geburtstag verstorben. Und wenn ich an sie denke, sehe ich eine kleine, weisshaarige Frau vor mir, die tiptop gestylt ist. Ihre Schmuck- und Handtaschen-Sammlung ist ein Traum, nun gehören die Sachen meiner Mama und teilweise mir.

Einige Schmuckstücke habe ich aber auch schon vor ihrem Tod geerbt, weil es ihr immer eine riesige Freude war, mir zu gewissen Anlässen eines der edlen Teile zu vermachen. Das allerschönste Stück  – der Ring, der ziemlich genau so aussieht wie der Verlobungsring von Prinzessin Diana beziehungsweise Kate Middleton – habe ich anlässlich meines Master-Abschlusses bekommen.

Meine Mutter hatte den Ring zu dem Zeitpunkt schon einige Jahre lang getragen und nun waren meine Eltern wohl der Meinung, dass ich ihn mir verdient hatte. Vielleicht habe ich aber auch einfach oft genug erwähnt, wie unglaublich toll ich den Ring finde.

Bild: watson

Das Tablett von Danis Tante

«Meine Tante ist jetzt 101, und sie lebt nur noch in Bruchstücken in unserer Welt. Im Sommer 2014 musste sie ihre Wohnung in Genf aufgeben, in der sie mehr als 70 Jahre gewohnt hatte. Meine Geschwister und ich haben dann einige Erinnerungsstücke aussortiert, bevor die Wohnung geräumt wurde. Dieses Tablett hat mir gefallen, weil es so schön bunt ist und weil es mich daran erinnert, was für eine fantastische Gastgeberin meine Tante war.»

bild: watson

Das Nagelset von Angelinas Oma

«Meine Oma war immer sehr gepflegt und feminin. Dieses Nagelset war eines ihrer vielen Pflegeprodukte.»

bild: watson

Bild: watson

Die Schatzkiste von Madeleines Uroma

«Ich war etwa drei, als meine Uroma starb, und ich habe von ihr diese Schatzkiste mit integrierter Spieluhr geerbt. Jedes Mal, wenn ich die Schatulle öffne, erklingt eine Melodie, die mich eben nun für immer an meine Uroma erinnert. Das Design ist jetzt nicht soooo nach meinem Geschmack. Aber das ist egal. Darin versteckt sind übrigens andere Kindheitserinnerungen, wie mein erster Ohrring, ein Ring, eine Polly-Pocket-Figur, und ... ja ähm ... drei Milchzähne von meinem Terrier.»

Bild: watson

Bild: watson

Das Uni-Diplom von Cans Grossonkel

«Das ist das Uni-Diplom von meinem Grossonkel Ali Rıza Külahcıgil (Jahrgang: 1909). Es wurde im Jahr 1927 an der agrartechnologischen Fakultät der anatolischen Berufsuniversität in Konya ausgestellt.

Das Besondere: Es ist eines der letzten Diplome in osmanischer Ausführung (die türkische Sprache in arabischer Schrift) vor der Alphabetisierungsoffensive unter Mustafa Kemal Atatürk bis 1928. Die arabische Schrift wurde zwischen der Gründung der Republik am 29. Oktober 1923 als demokratischer Folgestaat des osmanischen Reichs und 1928 mit dem lateinischen Alphabet ersetzt.»

Bild: watson

Das Schulbuch von Stevens Urgrossmutter

«Dieses Schulbuch habe ich von meiner Urgrossmutter vererbt bekommen. Da stehen ganz lustige Dinge über Evolution etc. drin.»

Werfen wir doch mal einen Blick in das gute Stück:

Der Goldschmuck von Annas Grossmutter

«Ich habe meine Grossmutter leider nie richtig kennengelernt, weil sie bereits bei meiner Geburt an Alzheimer litt. Sie bekam allerdings noch mit, dass meine Mutter ein Mädchen (zwei Buben vor mir) bekommen hat. Und sie freute sie sich sehr darüber, bis sie auch das wieder vergass.

Sie muss ein Tausendsweib gewesen sein. Wenn es in der Beiz meines Grossvaters Schlägereien gab und die Polizei nicht eingriff, hat sie die Beamten beschimpft: ‹Ihr huerä Höseler!› Und dann hat sie die Unruhestifter eigenhändig aus dem Restaurant geschmissen.»

bild: watson

Bild: watson

Das Velo von Sabinas Oma

Das Velo meiner Grossmutter Elsbeth muss an die 80 Jahre alt sein. Es hat drei Gänge, wovon noch zwei funktionieren. Den Sattel, den Dynamo und die Pneus habe ich mal ersetzt, sonst ist alles original aus der Vorkriegszeit. Das Velo hat mich durch mein ganzes Leben begleitet: Damit habe ich überhaupt gelernt, Velo zu fahren und auch heute benutze ich es noch ab und zu.

Meine Grossmutter hatte Jahrgang 1922. Nach der Schule hat sie eine Stelle in Romanshorn am Bodensee angetreten. Ihre Mutter wollte, dass sie sich von ihrem ersten Lohn ein Velo kaufe, damit sie, wenn der Krieg losgehe, sofort nach Hause radeln könne. Man erwartete, dass dann die Züge nicht mehr fahren würden. Als sie es schliesslich gekauft hatte, fuhr sie damit am Wochenende nach Hause: Von Romanshorn nach Trogen sind es doch rund 30 Kilometer Distanz und es gilt, 500 Höhenmeter zu überwinden – und das mit einem Dreigänger.»

Bild: watson

«Kali The Destroyer» von Olivers Grossmutter

«Ich habe von der Mutter meiner Mutter ein paar Antiquitäten geerbt. Der Grossteil davon reizt mich nicht wirklich, aber den indischen Kram finde ich super. Das hier ist Kali The Destroyer, eine indische Gottheit. Das Bild hat meine Grossmutter in den 50er-Jahren von einer Indienreise mitgebracht – und jetzt hängt es in meiner Wohnung.»

Bild: watson

Der Sekretär von Hansis drei alten Tanten

Weil wir den Schock, dass Hansi watson verlassen hat, noch immer nicht ganz überwunden haben, lebt er in unseren Listicles weiter. Hier in Form seines Erbstücks:

«Das gute Stück ist von meinen drei alten Tanten aus der Ostzone. Als Sekretär gedacht, als Schnapsschrank im Einsatz!»

bild: watson

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • DieRoseInDerHose 03.03.2017 16:48
    Highlight Obwohl der Artikel schon etwas älter ist:

    Ich habe den Ausländer-Ausweis C von meinem Urgrossvater (geb. 1906) geschenkt bekommen von meiner Oma (war ihr Vater). Sein Vater wiederum (mein Ur-Ur-Grossvater) wanderte mit 13 Jahren (ca. 1883) ganz alleine und ohne Eltern/Familie von Italien in die Schweiz aus. Ich weiss bis heute nicht warum.

    Der C-Ausweis muss um ca. 1920 entstanden sein. Der Ausweis hat sich äusserlich im Vergleich zu den heutigen C-Ausweisen auch kaum verändert. War auch schon da gelb. :-)
    1 0 Melden
  • ljc 21.04.2016 19:56
    Highlight finde ich eine ganz schöne idee! :)
    7 0 Melden
  • dommen 21.04.2016 10:37
    Highlight Habt ihrs mal mit diesem durchgestrichen schreiben? Entweder macht ihr eine Aussage oder eben nicht.
    9 50 Melden
    • Littlepage 21.04.2016 16:14
      Highlight You must be fun at parties.
      40 2 Melden
  • Jaing 21.04.2016 10:24
    Highlight Ich habe ein düsteres Bild von einem Ritter auf einem Pferd, der gemeinsam mit einem Pitbull gegen einen Drachen kämpft. Da ich es nicht im Büro habe, kann ich ein Bild erst am Abend liefern.
    15 0 Melden
    • Viktoria 21.04.2016 10:27
      Highlight Ich bin schon gespannt drauf!
      11 1 Melden
    • Jaing 21.04.2016 18:54
      Highlight Ist es nicht toll?
      14 0 Melden
  • TheBean 21.04.2016 09:43
    Highlight Von meinem Grossvater habe ich einen ca. 5 Kilogramm schweren Kristall auf einem Holzsockel geerbt. Er hat diesen für seine Dienstzeit beim Militär erhalten.
    10 0 Melden
    • Viktoria 21.04.2016 09:46
      Highlight Los, zeigen! Du musst unbedingt ein Bild davon hochladen. Wir wollen das Teil doch sehen :)))
      9 0 Melden
    • TheBean 21.04.2016 10:00
      Highlight Bin leider gerade am Arbeiten - heute Abend dann :))
      11 0 Melden
    • Viktoria 21.04.2016 10:07
      Highlight Yey!
      6 0 Melden
  • Mr. Kr 21.04.2016 09:15
    Highlight Mein Grossvater hatte nie viel, er hat auch nie wert darauf gelegt, was er hat oder nicht. Aber was ihm an Materiellem gefehlt hat, hat er mit seinem Herzen weg gemacht. Das einzige was mir von ihm übrig geblieben ist, ist eine Stoff Mütze.
    19 0 Melden
    • Viktoria 21.04.2016 12:49
      Highlight Die würden wir aber schon gerne sehen, die Stoffmütze :)
      8 0 Melden
  • Madison Pierce 21.04.2016 08:47
    Highlight Schöner Artikel! Hatte erst kürzlich die traurige Pflicht, bei der Räumung des Hauses meiner Grosseltern mitzuhelfen. Behalten habe ich eine Ölmalerei (englische Jagdszene). Das Bild hat mir immer schon gefallen und in einem weniger schwülstigen Rahmen macht es sich sehr gut. Zudem erinnert es mich jeden Tag an meine Grosseltern, die ich sehr lieb gehabt habe.

    Daneben noch ein schönes Nachttischchen, eine alte Waage und natürlich den Karabiner. Mit diesem war Grossvater im Aktivdienst an der Grenze. Kann man sich kaum vorstellen, wie das gewesen sein muss.
    14 0 Melden
  • norandy 21.04.2016 08:41
    Highlight hehe, ich habe von meiner Grossmutter die Briefmarkensammlung geerbt und zwei, völlig wertlose, Münzen.... egal, Hauptsache es hat ihr viel bedeutet und dass ich mich so gefreut habe über die "kostbare" Sammlung.
    10 1 Melden

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