Luftfahrt
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Germanwings-Absturz: Polizei setzt hundertköpfige Sonderkommission «Alpen» ein



Mehr als hundert Polizisten sollen die Lebensumstände des Germanwings-Co-Piloten Andreas Lubitz durchleuchten und bei der Identifizierung der Opfer helfen. Die Lufthansa fürchtet, dass die zweite Blackbox unauffindbar bleibt. 

30.03.15, 06:20 30.03.15, 08:32

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Die Düsseldorfer Polizei spricht von einem der grössten Ermittlungseinsätze der vergangenen Jahrzehnte. Mehr als hundert Beamte sollen in der neugebildeten Sonderkommission «Alpen» die Umstände des Germanwings-Absturzes vom vergangenen Dienstag klären.

Die Ermittler sollen die Lebensumstände des Co-Piloten untersuchen, der dringend verdächtig ist, den Airbus mit 150 Menschen an Bord absichtlich in den Sinkflug gesteuert und so zum Absturz gebracht zu haben. Die Sonderkommission soll zudem in ganz Deutschland Indizien sammeln, um die mehr als 70 deutschen Opfer des Unglücks zu identifizieren. «Die Kollegen sind extrem gefordert», sagte Polizeisprecher Andreas Czogalla der «Rheinischen Post».

Polizisten besuchen meistens gemeinsam mit Seelsorgern oder Psychologen die Angehörigen der Opfer und deren Wohnungen, um nach persönlichen Erkennungszeichen wie Tätowierungen oder Zahnersatz zu fragen und gleichzeitig in Haarbürsten oder anderswo nach genetischen Spuren zu suchen. «Wir suchen Haut- und Haarpartikel», sagte ein Ermittler, «von denen kann das Bundeskriminalamt dann den genetischen Code bestimmen und diese Daten den französischen Kollegen zum Abgleich schicken.»

Die Ermittler erhoffen sich weitere Informationen zum Absturz vom Flugdatenschreiber, der im Gegensatz zum Cockpit-Stimmrekorder bisher noch nicht gefunden wurde – und möglicherweise nie gefunden wird. Lufthansa-Manager Kay Kratky verwies in der ARD-Talkshow «Günther Jauch» darauf, dass das Flugzeug mit Tempo 800 und damit mit unvorstellbarer Wucht an dem Bergmassiv nordöstlich von Marseille zerschellte. «Es könnte sein, dass die Belastung hier zu gross war und er keine Signale sendet», sagte Kray über den Flugdatenschreiber.

CDU-Politiker fordert Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht

Am Montag wollen die Bergungskräfte in dem Absturzgebiet die Suche nach Opfern und dem Flugdatenschreiber fortsetzen. Bis zum Abend wollen sie eine Behelfsstrasse in dem unwegsamen Gelände errichten, um schwereres Bergungsgerät in die Region zu bringen. Bisher werden Ermittler und Bergungskräfte tagsüber mit Hubschraubern in das unwegsame Gebiet gebracht.

Bislang haben die Ermittler von insgesamt 78 Menschen, also gut der Hälfte der Opfer, die DNA sichern können. Die Spuren sollen zur Identifizierung der Toten mit Vergleichsproben von Familienangehörigen abgeglichen werden. «Wir haben noch keine Opfer identifiziert, sondern DNA-Spuren», sagte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin.

Derweil hat der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht für sensible Berufe angeregt. Piloten müssten «zu Ärzten gehen, die vom Arbeitgeber vorgegeben werden», zitierte die «Rheinische Post» den Politiker. Diese Ärzte müssten «gegenüber dem Arbeitgeber und dem Luftfahrtbundesamt von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden sein», forderte Fischer.

Sein Düsseldorfer CDU-Kollege Thomas Jarzombek schlug die Einrichtung einer Expertenkommission vor. Diese solle klären, wie mit ärztlichen Diagnosen bei Menschen in besonders verantwortungsvollen Berufen wie Piloten umgegangen werden müsse. Der Co-Pilot soll an psychischen Problemen gelitten haben, diese hatte er vor seinem Arbeitgeber aber offenbar verheimlicht.

(syd/AFP/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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