Luftfahrt
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A French rescue worker inspects the remains of the Germanwings Airbus A320 at the site of the crash, near Seyne-les-Alpes, French Alps March 29, 2015. The co-pilot suspected of deliberately crashing a passenger plane in the French Alps told his girlfriend he was in psychiatric treatment, and that he was planning a spectacular gesture that everyone would remember, the German daily Bild reported on Saturday.        REUTERS/Gonzalo Fuentes TPX IMAGES OF THE DAY

Der Absturzort liegt in einem äusserst unzugänglichen Gelände. Bild: GONZALO FUENTES/REUTERS

Germanwings-Unglück: Bergungskräfte sichern DNA von mehr als der Hälfte der Opfer

Die Zeit drängt bei der Suche nach den Opfern des Flugzeug-Absturzes. Mittlerweile konnten die Suchtrupps bereits von der Hälfte der Opfer sterbliche Überreste sichern. Der zweite Flugschreiber wurde allerdings noch nicht gefunden.

29.03.15, 21:04 30.03.15, 09:24


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Die Bergung der 150 Toten des Flugzeug-Absturzes in den französischen Alpen hat für die Rettungsteams oberste Priorität. Doch die Arbeit gestaltet sich schwierig: Am Absturzort liegen Trümmerteile und sterbliche Überreste der Opfer in einem unzugänglichen Gelände, das sich über mehrere Hektar erstreckt. Von insgesamt 78 Menschen, also gut der Hälfte der Opfer, haben die Ermittler inzwischen die DNA sichern können.

Diese solle zur Identifizierung der Toten mit Vergleichsproben von Familienangehörigen abgeglichen werden. «Wir haben noch keine Opfer identifiziert, sondern DNA-Spuren», sagte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin. Es war seine Antwort auf die Frage, ob bereits sterbliche Überreste des Co-Piloten der Maschine identifiziert wurden. Bisher seien noch keine gefundenen DNA-Informationen mit denen der Familien verglichen worden.

Bis Montagabend solle ein provisorischer Fahrweg für Geländefahrzeuge zur schwer zugänglichen Unglücksstelle angelegt werden, so der Staatsanwalt. Bislang ist die abgelegene Gegend nur per Hubschrauber oder Fussmarsch erreichbar. Die Strasse soll die Bergung grösserer Trümmerteile erleichtern, die nur schwer per Helikopter transportiert werden können.

Die Bergung der Leichen ist derzeit das Wichtigste

Absoluten Vorrang habe aber die Bergung der verunglückten Menschen, so Robin. Erst wenn die Toten wie erhofft in den kommenden sieben Tagen geborgen würden, wollten die Ermittler in einer zweiten Phase dann Wrackteile sichern, die für die Recherchen nötig seien.

Die Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord war am Dienstag in den französischen Alpen an einer Felswand zerschellt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wurde der Absturz vom Co-Piloten bewusst herbeigeführt. Zum Zeitpunkt des Unglücks war er allein im Cockpit. Der Flugkapitän hatte die Kabine kurz verlassen, um zur Toilette zu gehen. Er kam danach nicht zurück ins Cockpit, weil der Co-Pilot offenbar bewusst die Tür nicht öffnete. Das legten laut Staatsanwaltschaft die Aufnahmen des Stimmrekorders nahe, der bereits in den Trümmern gefunden wurde.

Ein zweiter wichtiger Baustein zur Aufklärung des Falls ist auch sechs Tage nach dem Unglück noch verschollen: Die Bergungskräfte suchen weiterhin den zweiten Flugschreiber im ausgedehnten Trümmerfeld in der Nähe des Örtchens Seyne-les-Alpes. Die Ermittler erhoffen sich von den darauf gespeicherten Flugdaten Aufschluss darüber, was an Bord des Germanwings-Airbus geschah, bevor die Maschine am Dienstag mit 150 Menschen an Bord an einem Bergmassiv nordöstlich von Marseille zerschellte. «Er wurde immer noch nicht gefunden», sagte Staatsanwalt Robin.

Berichte über Sehstörungen wurden bislang nicht bestätigt

So können französische Ermittler nach wie vor auch einen technischen Defekt der Maschine als Ursache nicht ausschliessen. Nach bisherigen Erkenntnissen deutet alles darauf hin, dass der Co-Pilot die Maschine mutwillig zum Absturz brachte. Warum er das getan haben sollte – darauf haben die Ermittler noch keine Antwort geben können. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hatte am Freitag lediglich erklärt, man habe in der Wohnung des 27-Jährigen «zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen» gefunden.

Die Fahnder suchten nach Hinweisen auf ein psychisches Leiden. Sie fanden weder einen Abschiedsbrief noch ein Bekennerschreiben. Für Berichte, wonach der Co-Pilot an starken psychischen Problemen und auch Sehstörungen gelitten haben soll, war bislang keine Bestätigung der Behörden zu erhalten. Frühestens am Montag will die Behörde weitere Ermittlungsergebnisse bekanntgeben.

Am 17. April soll im Kölner Dom mit einem Gottesdienst und einem staatlichen Trauerakt der Opfer gedacht werden. Papst Franziskus erinnerte zum Auftakt der Karwoche an die Opfer der Katastrophe: Er bete für «die Opfer des Flugzeugabsturzes, unter denen auch eine Gruppe deutscher Schüler war», sagte das Oberhaupt der Katholiken beim Angelusgebet am Sonntag in Rom.

Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich

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(juh/AFP/dpa)

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1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sambeat 29.03.2015 22:34
    Highlight Mein Gott, diese armen Schweine.....

    Wohl niemand kann sich richtig vorstellen, was diese Leute derzeit durchleben :(
    Von den 150 Toten und dem psychisch kranken Co-Piloten wird dauernd berichtet, aber die, die aufräumen, werden nebst den Angehörigen der Opfer am meisten Schaden nehmen.
    1 0 Melden

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