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BENSENVILLE, IL - APRIL 27:  The landing gear of a Swiss International Air Lines jet is down in the air over Bensenville, Illinois, as it prepares to land April 27, 2004 at O'Hare International Airport in Chicago. Swiss International Air Lines wants to join the Oneworld Alliance of Airlines.  (Photo by Tim Boyle/Getty Images)

Swiss-Maschinen fliegen täglich über gefährliche Gebiete. Bild: Getty Images North America

Unsichtbare Gefahr

Diese Risiko-Regionen überfliegt die Swiss Tag für Tag

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt rechnet damit, dass Airlines künftig gewisse Kriegsgebiete ganz umfliegen müssen. Daten von Flightradar24 zeigen: Die Swiss überquert täglich Risiko-Regionen.

22.07.14, 06:06 12.08.14, 08:16

Lorenz Honegger / Aargauer Zeitung

Ein Artikel der

Regelmässige Passagiere der Swiss wissen es: Die Airline fliegt (wie viele ihrer Konkurrentinnen) täglich über Kriegs- und Krisengebiete. Vor weniger als einer Woche, am 16. Juli, überquerte die Swiss letztmals ostukrainischen Luftraum. Es war ein Airbus A343 auf dem Weg von Bangkok nach Zürich. Einen Tag später schossen mutmasslich prorussische Rebellen in der gleichen Region eine Boeing 777 der Malaysia Airlines mit einer Boden-Luft-Rakete vom Himmel. 298 Menschen starben. 

Die Tragödie hat eine neue Debatte über die Sicherheit in der Passagierfliegerei entfacht. Doch wer wissen will, welche Flüge der Swiss weiterhin über Risiko-Regionen verkehren, bekommt von den Verantwortlichen keine Antwort. Die «Aargauer Zeitung» hat nun anhand von Daten des Online-Dienstes Flightradar24.com jene Verbindungen der Airline ermittelt, die laut der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA über potenziell gefährliche Gebiete führen. 

Neuer Umgang mit Kriegsgebieten 

Urs Holderegger. Bild: BAZL

«Eine Verschärfung der internationalen Bestimmungen ist wahrscheinlich.»

Urs Holderegger, Bundesamt für Zivilluftfahrt

Die erwähnten Routen galten bis zum letzten Donnerstag als unproblematisch. Nun mehren sich Zweifel: Denn die Piloten von Flug MH17 hatten die im ostukrainischen Luftraum gültige Mindestflughöhe von 9750 Metern eingehalten und sogar um 300 Meter überschritten. Trotzdem kamen sie und mit ihnen alle Passagiere ums Leben. Niemand rechnete damit, dass eine Rebellengruppe einen modernen Passagierjet auf Reiseflughöhe abschiessen könnte. 

Für das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) im bernischen Ittigen ist klar: Es muss sich etwas ändern. «Die zentrale Frage lautet, wie man künftig mit Kriegsgebieten umgeht», erklärt Kommunikationschef Urs Holderegger. Bis jetzt seien die Airlines davon ausgegangen, dass Passagierflieger ab einer gewissen Höhe sicher seien. Diese Annahme sei nun infrage gestellt. «Eine Verschärfung der internationalen Bestimmungen ist wahrscheinlich. Luftraumbeschränkungen bis zu einer gewissen Höhe dürften bei bestimmten Kriegsgebieten nicht mehr ausreichen.»

Die neuen Sicherheitsempfehlungen sollen in der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) ausgearbeitet werden. Die Schweiz ist laut Holderegger an mehreren Panels der ICAO beteiligt. 

Sofortmassnahmen auf nationaler Ebene lehnt das Bundesamt jedoch ab. Holderegger: «Es macht keinen Sinn, wenn jedes Land auf eigene Faust versucht, etwas zu unternehmen. Es braucht eine internationale Koordination.» 

Swiss-Pilot Hurter berichtet von Überflügen 

Auch der Schaffhauser Swiss-Pilot und Nationalrat Thomas Hurter (SVP) sieht keinen sofortigen Handlungsbedarf für seine Arbeitgeberin. Wenn eine Fluggesellschaft überleben wolle, könne sie bei der Sicherheit ohnehin keine Abstriche machen, geschweige denn ein Unglück in Kauf nehmen. Er räumt freilich ein, dass Flüge über Kriegsgebieten Kapitän und Co-Pilot sehr viel Aufmerksamkeit abverlangen: «In solchen Situationen überlegt man sich natürlich, welche Optionen man hat, wenn technische Probleme auftreten oder ein Passagier wegen gesundheitlicher Probleme so schnell wie möglich in ein Spital muss.» 

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • henk 22.07.2014 11:59
    Highlight Die Frage ist, wie man überhaupt von Zürich nach Dubai kommt, ohne ein Krisengebiet zu überfliegen...
    2 1 Melden
  • Adiii 22.07.2014 10:49
    Highlight Eine Bodenrakete aus Afghanistan kann theoretisch auch ein Flugzeug, dass gerade über der Schweiz fliegt abschiessen...

    Das Amerikanische Airlines nicht über ein Land fliegen, mit dem sie gerade auf Kriegsfuss stehen ist ja auch klar.
    0 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.07.2014 09:23
    Highlight @Marcel Bührig
    Fliegen ist in den letzten Jahren so billig geworden, da spielt ein Mehrpreis keine Rolle. Wenn ich dafür mehr Chancen habe zu überleben!
    2 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.07.2014 08:27
    Highlight Ich denke die Sicherheit der Passagiere ist wichtiger als der Zeitgewinn durch Ueberfliegen eines Kriegsgebiets.
    Wenn ich in den Flieger steige, will ich heil ankommen, ob 2-3h früher oder später spielt keine Rolle.
    6 3 Melden
    • Marcel Bührig (1) 22.07.2014 08:47
      Highlight Wenn sie den höheren Flugpreis zahlen, kann man das gerne machen.
      9 2 Melden
    • JuanValdez 22.07.2014 12:09
      Highlight Es gibt eine Vielzahl an Destinationen, welche ohne ein Überfliegen einer Krisenregion nur durch grössere Umwege oder gar nicht erreichbar wären. Die Entwicklungen in diesen Regionen werden täglich von den Airlines in Zusammenarbeit mit den relevanten Behörden beobachtet. Seit Jahrzehnten überfliegen tausende von Flieger Krisengebiete (Irak, Syrien, Afghanistan, Pakistan, Nordafrika, etc.).
      2 2 Melden
  • Der Tom 22.07.2014 07:57
    Highlight Diese Airlines sollten "gegroundet" und das Management schwer bestraft werden. Für mich ist ganz klar die Airline schuld wenn eines ihrer Flugzeuge über Kriegsgebiet abgeschossen wird.
    3 11 Melden
    • Marcel Bührig (1) 22.07.2014 08:46
      Highlight Herzlichen Glückwunsch Tom,

      Du hast gerade alle Fluggesellschaften der Welt gegroundet, oder zumindest 99%, den praktisch alle fliegen über Krisengebiet.

      Du kannst jederzeit gerne aus deiner Traumwelt aufwachen, wir hier in der Realität warten auf dich.
      16 3 Melden
    • Der Tom 22.07.2014 10:18
      Highlight Bin aufgewacht... Ja ich war in diesem Pukt wirklich naiv. Also wenn es alle anderen auch machen ist das in Ordnung für sie?
      1 3 Melden
  • LubiM 22.07.2014 07:51
    Highlight Das ICAO Kürzel ist offiziell A343, von dem her kann man dies schon gebrauchen.
    Zudem; Eine Sperrung des Irakischen Luftraums wäre ein extremes Problem für viele Airlines. Das ist einer der dichtesten Lufträume der Welt, jeder kann sich auf der genannten Website ein Bild davon machen wieviele Flugzeuge jede Stunde durchdiesen Korridor fliegen.
    Wenn man in Zukunft jedes Kriesengebiet umfliegen muss hat man schnell 20h nach Asien.
    6 1 Melden
  • MediaEye 22.07.2014 07:34
    Highlight Es gibt keinen Airbus A343, sondern die Bezeichnung lautet A340-300
    4 7 Melden
    • ghawdex 22.07.2014 08:21
      Highlight A343 ist Kürzel. Der Abkürzungscode der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO für einen A340-300 ist A343. Ein A380-800 zB ist A388. Eine Boeing B747-400 ist B744. etc
      http://www.airlinecodes.co.uk/arctypes.asp
      7 1 Melden
  • Ipmah 22.07.2014 06:58
    Highlight Noch schlimmer: Mit reisserischen Artikel riskiert Watson.ch täglich die Volksverdummung!
    Echt jetzt: Es gibt klare internationale Regulationen und Vorschriften im Flugverkehr! Die Swiss hat in diesem Fall nichts falsch gemacht. Bringt lieber was zu den jämmerlichen Anstellungsbedingungen der Cabin Cree Members!
    9 8 Melden
    • Der Tom 22.07.2014 10:37
      Highlight Wie meinen sie das jetzt? Die Crew sollte je nach Route Risikozulagen erhalten? Was ist verdummung? ohne zu denken Vorschriften und Regulationen befolgen? Nur weil sie aus finanzieller Sicht passen?
      0 1 Melden

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