Luftfahrt
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Die Ölspuren sind die einzigen Hinweise auf die verschwundene Boeing.  Bild: Reuters

Absturz eines malaysischen Fliegers

Hat der Pilot vor dem Absturz ein Wendemanöver eingeleitet?

Malaysische Ermittler vermuten, dass das verschollene Flugzeug umgedreht ist und erweitern das Suchgebiet. Ein Mitarbeiter der chinesischen Luftfahrtbehörde teilte mit, dass möglicherweise erste Wrackteile des Fliegers gefunden wurden.  

09.03.14, 04:11 12.03.14, 07:43

Die Umstände beim Verschwinden des malaysischen Flugzeugs mit 239 Menschen an Bord werden immer mysteriöser. Es gebe Anzeichen auf den Radaraufzeichnungen, dass die Maschine vor ihrem Verschwinden umgekehrt sei, berichteten Ermittler am Sonntag vor der Presse in Kuala Lumpur. 

Die Erkenntnis ist überraschend, weil der erfahrene Pilot nach bisherigen Erkenntnissen in den Minuten vor dem Verschwinden über Funk keinerlei Probleme an Bord meldete. Er sendete auch kein Notsignal aus

Der Kontakt zu der Boeing 777-200 der Malaysia Airlines war am frühen Samstagmorgen zwei Stunden nach dem Start in Kuala Lumpur abgebrochen. An Bord waren überwiegend chinesische Passagiere. 

Aufgrund der neuen Informationen sei das Gebiet, in dem nach der Maschine gesucht wird, auch auf die Region näher an der malaysischen Küste ausgeweitet worden, berichteten die Ermittler. Nach vietnamesischen Angaben wird inzwischen ein Meeresgebiet von rund 10'000 Quadratkilometer Grösse durchkämmt. 

Möglicherweise Wrackteile gesichtet

Ein Vertreter der chinesischen zivilen Luftfahrtbehörde, Li Jiaxiang, sagte, im Wasser seien Trümmer entdeckt worden. Ob sie tatsächlich von dem gesuchten Flugzeug stammen, war zunächst unklar. Die Teile wurden rund 100 Kilometer südlich der Insel Tho Chu gesichtet.

Wie das Wall Street Journal schrieb, könnte es sich dabei um ein Teil einer Innentür und das Heck der Boeing handeln. Die Behörden hatten am Sonntag ein Foto der mutmasslichen Wrackteile veröffentlicht. Am Mittag hiess es jedoch, es handle sich um eine Falschmeldung.

Gemäss Reuters könnte das rätselhafte Fehlen der Wrackteile darauf hinweisen, dass die Maschine während des Flugs auseinandergefallen war. «Die Tatsache, dass wir keine Überreste finden können, deutet darauf hin, dass das Flugzeug auf etwa 35'000 Fuss zerfallen ist», zitiert Reuters eine an den Untersuchungen beteiligte Person. Diese hatte sich geäussert, bevor die mutmasslichen Wrackteile gesichtet worden waren.

Wenn das Flugzeug aus jener Höhe auf dem Wasser zerschellt wäre, würde eine einigermassen kompakte Ansammlung von Wrackteilen gefunden werden können, so Reuters.

Zwei gestohlene Pässe und vier Verdächtige

Malaysias Ermittlungsbehörden überprüfen derweil die Namen mehrerer verdächtiger Insassen. Transportminister Hishammuddin Hussein sagte am Sonntag, es würden Hinweise auf vier Verdächtige untersucht. Die Geheimdienste und Antiterroreinheiten des Landes sowie «relevanter» Drittstaaten wie der USA seien eingeschaltet worden. 

Laut Hishammuddin Hussein wurden inzwischen Terrorermittlungen eingeleitet. Auch eine Flugzeugentführung werde grundsätzlich nicht ausgeschlossen. 

Argwohn weckten Berichte, dass zwei Tickets für den Flug offenbar mit gestohlenen Pässen gekauft worden waren. Ein Italiener und ein Österreicher, die auf der Passagierliste standen, waren nicht an Bord. Beide berichteten in ihren Heimatländern, dass ihnen in den vergangenen beiden Jahren die Pässe gestohlen worden waren. 

Eine Angehörige eines Fluggastes in Peking, wo die Maschine hätte landen sollen. Bild: Reuters

Bei den Ermittlungen werde nichts ausgeschlossen, sagten Malaysias Regierungschef Najib Razak und der Direktor der Behörde für Zivilluftfahrt auf Fragen nach einem möglichen Anschlag. Die «New York Times» zitierte dagegen nicht genannten Geheimdienstler mit den Worten: «Die gestohlenen Pässe sind zwar interessant, bedeuten aber nicht zwingend, dass es sich um einen Terroranschlag handelte.» 

Die Bundespolizei FBI schickt nach einem Bericht der «Los Angeles Times» Ermittler sowie technische Experten nach Malaysia. Diese sollten auf dem Flughafen von Kuala Lumpur Videobänder sichten, ob darauf Verdächtige des Terrornetzwerkes Al Kaida beim Start der Unglücksmaschine zu sehen seien. 

An dieser Position verliert sich Flug MH370 auf dem Radarschirm.  

Keine Hinweise auf Terror

Bisher gebe es aber keine Hinweise auf einen Terrorakt, zitiert das Blatt namentlich ungenannte Sicherheitsbeamte. «Was geschah, ist bisher ein Geheimnis», zitiert das Blatt einen Beamten. Das FBI helfe bei den Ermittlungen, weil mindestens drei der vermissten Passagiere Amerikaner seien. 

Ein Sprecher der Airline gibt in einem Hotel in Peking den Medien auskunft. Bild: Reuters

Die Boeing war am frühen Samstag ohne Notruf der Piloten plötzlich vom Radar verschwunden. In der Region war kein Unwetter, und der Pilot war ein erfahrener Mann. 

Das US-Verteidigungsministerium habe Aufnahmen aus einem Überwachungsprogramm geprüft, die weltweit Lichtblitze aufzeichnet, berichtete die «New York Times». In der Region habe es aber zum fraglichen Zeitpunkt keine Anzeichen einer Explosion gegeben. 

Ein malaysischer Sicherheitsexperte zog einen Vergleich zu dem Absturz 1988 von PanAm-Flug 103 über Lockerbie in Schottland. 261 Menschen kamen ums Leben. Die Maschine verschwand damals auch ohne Anzeichen von Problemen vom Radar. Wie sich herausstellte, explodierte eine Bombe an Bord. Malaysias Verkehrsminister warnte aber vor voreiligen Spekulationen. 

«Wir bitten Malaysier und Menschen in aller Welt demütig, für Flug MH370 zu beten», schrieb Malaysia Airlines am Sonntagmorgen auf seiner Webseite. Die Maschine sei noch nicht gefunden worden.

Weiterlesen zum Thema Unglücksflug MH370

(rey/sda)



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