Luzern
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Einheimische und Touristen geniessen das sonnige Herbstwetter am Vierwaldstaettersee in Luzern am 2. November 2014. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Ab Mai feiert sich die Region rund um den Vierwaldstättersee selber. Bild: KEYSTONE

10 Franken pro Stunde: Festival zahlt Dumpinglöhne. Trotz staatlicher Subventionen

Der Grossanlass «Gästival» sucht Mitarbeiter für zehn Franken pro Stunde. Weil dieser Betrag «sehr tief» ist, rät die Luzerner Arbeitslosenkasse Arbeitssuchenden von der Arbeit ab. Das «Gästival» ist mitfinanziert von mehreren Kantonen und dem Bund. 

17.03.15, 07:12 17.03.15, 08:09

Luzern fiebert dem «Gästival» entgegen. Die Vorbereitungen laufen seit Monaten. Ab Mai wird die 200-jährige Tourismusgeschichte der Region gefeiert. Initiiert wurde der Anlass von Luzern Tourismus, wie der Tages-Anzeiger schreibt. 

Für den Event sei ein Betrag von knapp 8 Millionen Franken vorgesehen, wobei sich die Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden sowie der Bund mit knapp 3  Millionen Franken daran beteiligten. 

Laut dem Zeitungsbericht ist das Ziel des Anlasses, ein ausgeglichenes Budget erzielen zu können. Wohl deshalb sind auch die Löhne tief. Das Personal für die Kasse, für den programmlichen Betrieb sowie Hosts und Hostessen verdient zehn Franken pro Stunde. So die Aussagen einer Langzeitarbeitslosen, die sich auf einen solchen Job bewarb. 

Arbeitslosenkasse schaltet sich ein

Doch es kam nie zu einer Anstellung. Grund: Die Arbeitslosenkasse des Kanton Luzern wollte der Frau den Zwischenverdienst nicht erlauben. Sollte sie die Stelle im Bereich der Einlasskontrolle antreten, würde man ihr aber den «berufs- und ortsüblichen» Stundenlohn von 18 bis 25 Franken von ihrer Arbeitslosenentschädigung abziehen. Statt 10 Franken zu verdienen, würde sie also pro Stunde 8 bis 15 Franken drauflegen.

Die Arbeitslosenkasse spricht von «einem Lohn, der sich auf sehr tiefem Niveau bewege.» Der Stundenlohn müsse «mindestens 22 Franken» betragen. Zusammengefasst bedeutet das: Die Luzerner Arbeitslosenkasse stellt fest, dass es sich um Lohndumping handelt.

Umfrage

Für 10 Franken an der Kasse arbeiten: Dumpinglohn oder Ehrenamt?

  • Abstimmen

423 Votes zu: Für 10 Franken an der Kasse arbeiten: Dumpinglohn oder Ehrenamt?

  • 71%Diese 10 Franken sind ein im Ehrenamt getarnter Dumpinglohn.
  • 29%Es ist halt ein Ehrenamt mit Entschädigung.

Die Verantwortlichen des «Gästivals» weisen darauf hin, dass es beim Ganzen nicht um eine Erwerbs- sondern um eine ehrenamtliche Tätigkeit gehe. Und Philipp Berger, Kommunikationsbeauftragter des Kantons Luzern sagt zum «Tages-Anzeiger»: «Das Gästival sucht Helfer, bietet also eine temporäre Freiwilligenarbeit mit Umtriebsentschädigung an – keine festen Anstellungen.» Der Kanton habe zudem zwar eine pauschale Leistungsvereinbarung über das Gesamtprojekt «Gästival» abgeschlossen. Auf die Höhe der Entschädigungen habe man aber keinen Einfluss. 



Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nick Name 17.03.2015 09:26
    Highlight Mir scheint's ziemlich scheuklappig oder tunnelblickig, das Ganze so enthüllermässig gross anzureissen. Nehmt irgend einen grösseren Anlass, bei so gut wie jedem gäb's eine vergleichbare Story. Viel skandalöser finde ich z.B. Weltcup-Skirennen: An diesen hochkommerziellen Partys beteiligt sich der Bund via Bevölkerungsschutz (!) mit hunderten Leuten (Einsatz NICHT fakultativ), die schliesslich einen Bruchteil von 10 Fr./Stunde in die Hand gedrückt bekommen. Und dafür teils hochfahrlässig gefähliche Arbeit machen müssen (selbst erlebt). Bevölkerungsschutz?...
    20 0 Melden

Typisch Schweiz :) Ehrlicher Finder bringt Handtasche mit über 4000 Franken zur Polizei

Ein Finder hat am Sonntag bei der Polizei eine Damenhandtasche mit Inhalt im Wert von über 4000 Franken abgegeben. Der 23-Jährige hatte sie bei einer Bushaltestelle gefunden. Nun erhält er rund 400 Franken Finderlohn.

Der junge Mann fand die Tasche gegen 18 Uhr bei einer Haltestelle in der Stadt Luzern. In der Tasche befand sich nebst Ausweisen und anderen Briefschaften ein Bargeldbetrag von über 4000 Franken, wie die Luzerner Polizei am Dienstag mitteilte.

Die Besitzerin wurde informiert. Sie …

Artikel lesen