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«Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier in Sotschi ein Wolf durch meinen Gang läuft», schrieb die Rodlerin zum kurzen Handy-Film. Video: Youtube/katehansen92

Alles nur Fake

Jetzt aber wirklich: Die Wahrheit zur Lüge vom Wolf in Sotschi

Ein Vierbeiner schleicht durch den Gang und geht damit um die Welt, denn angeblich war der Vorfall in Sotschi. War er aber nicht, eine US-Talkshow hatte die Szene nach- und die Medienwelt blossgestellt.

21.02.14, 10:02 21.02.14, 17:38

Schlagartig verbreitete sich am Donnerstag die Kunde, dass ein Wolf durch die Gänge des olympischen Dorfes schleiche. US-Rodlerin Kate Hansen wollte das Tier gefilmt haben, sie stellte das Handyvideo auf YouTube. Während viele Medien die Meldung für bare Münze nahmen, vertrauten wir dem gesunden Menschenverstand, dass dies nicht sein könne und einem Veterinär, der sagte, es sei ein Husky und kein Wolf. Leider war auch das nicht die ganze Wahrheit.

Diese ist für die Medienwelt bitter: weite Teile sind auf einen Streich des amerikanischen Comedian Jimmy Kimmel hereingefallen. Der Moderator einer populären Late-Night-Show hatte in einem Filmstudio in Los Angeles den Gang des Hauses, in dem Hansen in Sotschi wohnt, nachbauen lassen: «15 Stunden lang zimmerte unser Team daran», berichtete Kimmel und gewährte einen Blick hinter die Kulissen.

Dann wurde «Rugby» freigelassen – ein abgerichteter Timberwolf-Mischling. «Er ist wahrscheinlich zwischen 80 und 95 Prozent ein Wolf», sagte seine Trainerin, die Rugby bei der Aufklärung des Gags begleitete. Kate Hansen war der Lockvogel, der das Video in bester «Verstehen Sie Spass?»-Manier unters Volk brachte.

Comedian Jimmy Kimmel klärt den Streich auf, Kate Hansen erzählt von den Reaktionen in Sotschi. Video: Youtube/Jimmy Kimmel Live

Aufgeregte Security in Sotschi

Die Rodlerin, die wir vergeblich zu kontaktieren versucht hatten, war via Skype in Kimmels Sendung zugeschaltet, in welcher der Streich am Donnerstagabend (US-Zeit) aufgelöst wurde. Der Gag sei gelungen, freute sich Hansen, selbst in Sotschi sei er ein Gesprächsthema gewesen. «Ich hörte, wie andere darüber redeten und die Sicherheitsleute flippten aus, weil sie irgendwo ein Loch im Zaun vermuteten.»

Kimmel gab der 21-jährigen Kalifornierin mit auf den Weg, sich auf die amerikanische Verfassung zu berufen, sollte es für sie in Russland nun Probleme geben. «Wir haben hier ein hübsches kleines Ding namens ‹freie Meinungsäusserung›, wenn sie dich also zu plagen versuchen, verweise einfach auf die Verfassung.»

Sie solle versuchen, einen Bären in die Abschlussfeier zu schmuggeln, scherzte Kimmel weiter und die Rodlerin versprach, ihr Bestes zu geben, «Es gibt viel Wald hier!». Dem Comedian ist es gelungen, der versammelten Medienwelt einen Bären aufzubinden. Gäbe es olympische Medaillen für gelungene Streiche, Gold wäre Scherzkeks Kimmel sicher.

Im Eiskanal zerriss Hansen keine Stricke, sie wurde Zehnte. Bild: AP

Trotzdem sorgte die Rodlerin schon vor dem Streich mit dem Wolf für Aufsehen: als «Dancing Queen», die sich wild tanzend für den Wettkampf aufwärmte.



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