Mexiko
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A man wearing a hood with crosses on it takes part in a demonstration to commemorate the 46th anniversary of a student massacre in Mexico City, and to protest against the disappearance of 43 students from Ayotzinapa Teacher Training College, in Chilpancingo, in the Mexican state of Guerrero, October 2, 2014. Mexican authorities searched the violent western state of Guerrero on Tuesday for the 43 people who have been missing since September 26 after a series of clashes in the southwestern town of Iguala involving students, police, and armed men, and the state governor said photos showed police had taken some of them away.
     REUTERS/Jorge Dan Lopez (MEXICO - Tags: POLITICS CIVIL UNREST EDUCATION SOCIETY TPX IMAGES OF THE DAY)

Vermummter Demonstrant in Chilpancingo – mehrere Tausend Menschen beteiligten sich an den friedlichen Protesten in der Hauptstadt des südmexikanischen Distrikts Guerrero. Bild: JORGE DAN LOPEZ/REUTERS

Protestzug in Mexiko

Keine Spur von den verschwundenen Studenten

Eine Woche nach dem mysteriösen Verschwinden von dutzenden Studenten im Süden Mexikos haben tausende Angehörige und Kommilitonen für ein Einschreiten der Behörden demonstriert. Der Demonstrationszug in Chilpancingo im Staat Guerrero blockierte am Donnerstag eine Strasse nach Acapulco. 

«Sie sind lebendig verschwunden, wir wollen sie zurück», stand auf Bannern der Demonstranten. Angeführt wurde der Demonstrationszug von den Eltern der 43 Vermissten.

A woman helps to hold a banner bearing a black bow during a demonstration to commemorate the 46th anniversary of a student massacre in Mexico City, and to protest against the disappearance of 43 students from Ayotzinapa Teacher Training College, in Chilpancingo, in the Mexican state of Guerrero, October 2, 2014. Mexican authorities searched the violent western state of Guerrero on Tuesday for the 43 people who have been missing since September 26 after a series of clashes in the southwestern town of Iguala involving students, police, and armed men, and the state governor said photos showed police had taken some of them away.
     REUTERS/Jorge Dan Lopez (MEXICO - Tags: CIVIL UNREST EDUCATION CRIME LAW POLITICS)

Eine Angehörige trägt ein Transparent zum Gedenken an das Massaker von 1968: damals wurden in Mexiko City 30 bis 300 Studenten getötet. Bild: JORGE DAN LOPEZ/REUTERS

Die Lehramtsstudenten waren am vergangenen Freitag zum Spendensammeln in Iguala 100 Kilometer nördlich von Chilpancingo unterwegs. Nach ihrer Aktion kaperten sie mehrere öffentliche Busse, um zu ihrer Hochschule zurückzufahren. 

Chilpancingo im Bundesstaat Guerrero google maps

Polizisten aus Iguala eröffneten daraufhin das Feuer. Drei Studenten wurden getötet. Laut Augenzeugen wurden dutzende weitere Studenten in Polizeifahrzeugen fortgebracht. Einige von ihnen, die sich offenbar versteckt hatten, tauchten wieder auf. Von 43 weiteren fehlt jede Spur.

A man blows into a conch shell during a demonstration to commemorate the 46th anniversary of a student massacre in Mexico City, and to protest against the disappearance of 43 students from Ayotzinapa Teacher Training College, in Chilpancingo, in the Mexican state of Guerrero, October 2, 2014. Mexican authorities searched the violent western state of Guerrero on Tuesday for the 43 people who have been missing since September 26 after a series of clashes in the southwestern town of Iguala involving students, police, and armed men, and the state governor said photos showed police had taken some of them away.
     REUTERS/Jorge Dan Lopez (MEXICO - Tags: CIVIL UNREST EDUCATION CRIME LAW POLITICS)

Ein junger Erwachsener bläst in ein Muschelhorn: Mehrere Tausend Demonstrierende versammelten sich gestern in Chilpancingo.  Bild: JORGE DAN LOPEZ/REUTERS

22 Polizisten wurden nach dem Vorfall und einer weiteren Schiesserei in Iguala festgenommen. Darin war offenbar auch eine kriminelle Bande verwickelt. Angehörige fürchten deswegen, die Studenten könnten in der Gewalt der Kriminellen sein. 

Zwar schickte der Staat Soldaten und Bundespolizisten, um sich an der Suche zu beteiligen. «Aber die Suche war eine Schau», sagte Mariano Flores Vázques, einer der Demonstranten. Auch Menschenrechtsorganisationen werfen den Behörden vor, keine ernsthaften Ermittlungen gestartet zu haben.

REFILE - CORRECTING WHAT THE ACTIVISTS ARE ACCUSING THE MAN OF

Activists parade with a man (C) they said was a police officer during a demonstration to commemorate the 46th anniversary of a student massacre in Mexico City, and to protest against the disappearance of 43 students from Ayotzinapa Teacher Training College, in Chilpancingo, in the Mexican state of Guerrero, October 2, 2014. Mexican authorities searched the violent western state of Guerrero on Tuesday for the 43 people who have been missing since September 26 after a series of clashes in the southwestern town of Iguala involving students, police, and armed men, and the state governor said photos showed police had taken some of them away.
     REUTERS/Jorge Dan Lopez (MEXICO - Tags: CIVIL UNREST EDUCATION CRIME LAW POLITICS)

Vermummte führen einen Mann ab – er wird beschuldigt, an der Entführung der Studenten beteiligt gewesen zu sein. Bild: JORGE DAN LOPEZ/REUTERS

«Wir haben genug von Gewalt und Korruption in diesem Staat», sagte Manuel Martínez, dessen 18-jähriger Neffe zu den Vermissten zählt. Seit 2006 sind in Mexiko 80'000 Menschen bei Gewaltverbrechen getötet worden; 22'000 Menschen sind verschwunden. 

Der Demonstrationszug in Chilpancingo erinnerte gleichzeitig an das sogenannte Tlatelolco-Massaker an Studenten am 2. Oktober 1968. Polizisten und Mitglieder von Spezialeinheiten eröffneten damals das Feuer auf einen Protestumzug in Mexiko City. Über die Zahl der getöteten Studenten herrscht nach wie vor Unklarheit, Schätzungen gehen von 30 bis 300 getöteten Zivilisten aus. (wst/sda/afp)



Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Afghane begeht in Nidwalden Suizid – der Fall deckt ein brisantes Problem auf

Ein 22-jähriger vorläufig aufgenommener Afghane beging vergangene Woche im Kanton Nidwalden Suizid. Dass er unter psychischen Problemen litt, wussten die zuständigen Behörden nicht.

Vergangene Woche hat sich ein 22-jähriger Afghane in Buochs, im Kanton Nidwalden, das Leben genommen. Das schreiben die Nidwaldner Behörden in einer Medienmitteilung. Der junge Mann befand sich seit Sommer 2015 in der Schweiz und besass den Status eines vorläufig Aufgenommenen. Das heisst, sein Asylgesuch wurde zwar abgelehnt, eine Ausweisung nach Afghanistan war allerdings nicht zumutbar. 

Der 22-Jährige sei in Nidwalden gut integriert gewesen, habe neben dem obligatorischen …

Artikel lesen
Link to Article