Migration
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Displaced Iraqi children sit inside a UNHCR tent at a temporary camp set up to shelter people fleeing violence in northern Iraq on June 17, 2014 in Aski kalak, 40 kms west of the Kurdish autonomous region's capital Arbil. Militants pushed a weeklong offensive that has overrun swathes of Iraq to within 60 kilometres (37 miles) of Baghdad, as the UN warned the country's very existence was under threat. AFP PHOTO/KARIM SAHIB

Kinder in einem irakischen UNHCR-Lager. Bild: AFP

Mütter im Flüchtlingselend 

Sexuell ausgebeutet, arm und ausgestossen: Syrerinnen mit Familie leiden besonders unter Flucht

Die Verantwortung für die Versorgung von Flüchtlingsfamilien aus Syrien liegt oft allein bei den Frauen. Jede vierte Flüchtlingsfamilie in Ägypten, Libanon, Jordanien und im Irak wird alleine von Frauen durchgebracht.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), die am Dienstag in Genf vorgestellt wurde. Damit gehörten Armut, Not und Angst zum Alltag von 145'000 Syrerinnen, die vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat geflohen sind und ihre Familien ohne Hilfe ihres Mannes versorgen müssen.

«Sie haben alles verloren, werden täglich bedroht und als Ausgestossene behandelt, nur weil sie ihre Männer in einem brutalen Krieg verloren haben.»

UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres

Die Flucht aus ihrem Heimatland sei für diese Frauen erst der Beginn des Elends gewesen, sagte der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. «Sie haben alles verloren, werden täglich bedroht und als Ausgestossene behandelt, nur weil sie ihre Männer in einem brutalen Krieg verloren haben.»

epa04266610 Afghan refugees pose for a photograph as they wait to leave for Afghanistan, at United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) registration center on the eve of the World Refugee Day in Chamkani, on the outskirts of Peshawar, Pakistan, 19 June 2014. Under a UNHCR voluntary repatriation program started in March 2002, millions of Afghans have gone back home, but there are more than 1.7 million still residing in Pakistan, a majority of whom have lived in this neighboring country for decades.  EPA/ARSHAD ARBAB

Zwei Kinder im UNHCR-Flüchtlingslager. Bild: ARSHAD ARBAB/EPA/KEYSTONE

Armut und sexuelle Übergriffe

Armut stellt demnach das grösste Problem der alleinerziehenden Mütter dar. Nur jede fünfte der befragten Frauen war in der Lage, Arbeit zu finden. Oft müssten Kinder arbeiten, anstatt zur Schule zu gehen. Die meisten Frauen seien von privater Hilfe in den Aufnahmeländern abhängig.

«Eine Frau, die alleine ist, gilt in Ägypten allen Männern als Beute»

UNHCR-Studie

Viele Frauen klagen ausserdem über eine Häufung von sexuellen Übergriffen. «Eine Frau, die alleine ist, gilt in Ägypten allen Männern als Beute», zitieren die Autoren der Studie eine Syrerin in Alexandria. Der Bericht basiert auf persönlichen Gesprächen mit 135 alleinstehenden syrischen Frauen, die über drei Monate hinweg in ihren Exilländern Ägypten, Libanon, Irak und Jordanien begleitet wurden.

Mehr Geld für Familien nötig

Guterres forderte Geberländer auf, mehr Geld für die betroffenen Familien bereitzustellen. Die bisherigen Mittel reichten bei weitem nicht aus. Ausserdem müsse der Nachzug von Angehörigen erleichtert werden.

Die UNHCR-Sonderbeauftragte und Schauspielerin Angelina Jolie hob die zentrale Rolle der syrischen Flüchtlingsfrauen im Überlebenskampf der Familien fern der Heimat hervor: «Syrische Flüchtlingsfrauen sind das Bindeglied einer zerbrochenen Gesellschaft. Ihre Stärke ist aussergewöhnlich, aber sie sind allein in ihrem Kampf. Ihre Stimmen sind ein Hilfsappell, der nicht ignoriert werden darf.»

Vor dem Bürgerkrieg in Syrien sind nach UNO-Angaben mehr als 2,8 Millionen Menschen auf der Flucht. (pma/sda/dpa/apa)



Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Gestrandet im Terminal – diese Kurden leben seit 49 Tagen im Transit des Flughafens Zürich

Vier kurdische Familien wollen in der Schweiz Asyl beantragen. Unbemerkt von der Öffentlichkeit stecken sie in der Transitzone des Flughafens Zürich fest – teilweise seit sieben Wochen. watson hat sie vor Ort besucht.

«I am going home» – «Ich gehe nach Hause», sagt Tom Hanks in seiner Rolle als Viktor Navorski am Ende des Hollywood-Blockbusters  «Terminal» von Steven Spielberg. Er spielt einen im New Yorker Flughafen JFK gestrandeten Touristen aus Osteuropa. Als in seiner Heimat ein Bürgerkrieg ausbricht, wird Navorskis Pass ungültig. Er harrt neun Monate im Transitbereich aus, bevor er endlich wieder nach Hause darf.

Die Realität der acht kurdischen Kinder und Jugendlichen, vier Frauen und acht Männer, …

Artikel lesen
Link zum Artikel