Musig im Pflegidach
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Sofia Ribeiro bei «Musig im Pflegidach», Muri

Sofia Ribeiro bei «Musig im Pflegidach», Muri bild: christoph biegel

Sofia Ribeiro – Musik als universelle Sprache

Mit viel Hingabe und Authentizität verzückte die portugiesische Sängerin Sofia Ribeiro mit ihrem Quartett am letzten Sonntag die Zuhörer im «Pflegidach» in Muri und läutete damit die 16. Saison von «Musig im Pflegidach» ein.

Céline Dubach*



* Die Autorin ist Schülerin an der Kanti Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen die Schüler auch Konzertberichte, die in die Note einfliessen.

Mit einem strahlenden Lächeln und viel Selbstbewusstsein bediente sich die portugiesische Sängerin Sofia Ribeiro ihres breit gefächerten Repertoires, das von hohen, zarten Tönen bis hin zur Imitation einer Trompete mit dem Mund reichte.

Sofia Ribeiro Quartet: «Lunga»

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Das Sofia Ribeiro Quartet spielt «Lunga» bei «Musig im Pflegidach» Video: YouTube/Stephan Diethelm

Die südländischen Wurzeln von Sofia wurden schon in der ersten Minute, in der sie mit ihren Bandmitgliedern mit dem Lied «Bom dia» einstieg, deutlich spürbar. Der schnelle, rhythmische Gesang erfüllte die Luft mit einer vibrierenden Energie. Der Bassist Petros Klampanis legte dabei einen intensiven Start an den Tag. Die Klänge, die er seinem Kontrabass entlockte, gemischt mit dem Gesang von Sofia, liessen einen auf einmal einen Sommer spüren, wie man ihn noch nie erlebt hat. Eine Meeresbrise schien durch den Saal zu streichen und es war, als würde man das Salz der See auf den Lippen spüren.

Der Abend war von Leidenschaft für die Musik und vor allem auch von der Vielfältigkeit der verschiedenen Stücke geprägt. Es war ein fliessender Übergang von kurzen emotionalen Liedern über die eigene Heimat, die von Melancholie und Schwermut geprägt waren, bis hin zu einem temperamentvollen, schnellen Song, der das «Geheimnis des Glücks» offenbarte.

Musik als ultimative Verbindung

Die besonders sentimentalen Momente wurden immer wieder durch Witze der Musiker und ihre A-cappella Einsätze aufgelockert. Überwiegend blühte dabei der Pianist Juan Adrés Ospina auf, der mit seiner tiefen Stimme die perfekte Basis für jene Lieder bot, die keine Instrumente brauchten. Er sorgte dabei mit seinen Grimassen und absichtlich übertriebenen Gesten immer wieder für Lacher bei den Zuhörern.

Die Texte waren bis auf eine Ausnahme ausschliesslich auf Portugiesisch. Das änderte jedoch am Hörvergnügen überhaupt nichts. Sofia erläuterte kurz vor jedem Stück dessen Inhalt und überliess es somit jedem Einzelnen sich in die Musik hineinzuversetzen und von der eigenen Vorstellung Gebrauch zu machen. «Genau das ist das Schöne daran: Dass sich jeder selber etwas vorstellen kann. Musik heisst Verbindung. Es ist etwas Universales, das Zusammenhalt schafft, auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht.»

Wie besonders die Musik als einzigartige Verbindung zwischen Mensch fungieren kann, wurde durch das Lied «Menina de olhos verdes» deutlich. Dort forderte Ribeiro die Zuhörer nämlich auf, in ihren Song einzustimmen. Gezögert wurde nicht. Der Pflegidachsaal wurde erfüllt mit melodischem Gesang, der kräftig von dem Schlagzeug, welches mit Marcelo Woloski besetzt war, unterstützt wurde.

Heiter Atmosphäre, verspielte Lieder

Dabei tanzte Sofia in geschmeidigen Bewegungen sorglos vor sich hin, als hätte die Musik sie in ihren eigenen Bann gezogen. Die Augen geschlossen, dirigierte sie die Besucher des Pflegidachs.

Der kräftige Applaus, der auch nach dem letzten Stück «Maria das mercedes» folgte, liess die vier Musiker strahlen. Gerade bei den A-cappella-Einsätzen hatten sie vollends auf die Unterstützung der Zuhörer vertraut. Ein somit gelungener Abend, der vor allem durch die kräftige Stimme Sofias, das lebhafte Zusammenspiel der Musiker, die heitere Atmosphäre und die verspielten Lieder überzeugte.

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