NSA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Edward Snowden befindet sich immer noch im Exil in Russland. Bild: EPA/DPA

Edward Snowdens Genugtuung: «Eine Post-Terror-Generation entwickelt sich»

In einem Gastbeitrag für den SPIEGEL lobt Whistleblower Edward Snowden die Geheimdienstreform der USA: Eine «Post-Terror-Generation» entwickle sich.

05.06.15, 09:05 05.06.15, 10:13


Ein Artikel von

Edward Snowden spricht von einem «historischen Sieg für die Rechte eines jeden Bürgers». In einem Beitrag für den SPIEGEL und die «New York Times» zur Einschränkung der Befugnisse der NSA auf US-amerikanischem Boden, äussert er sich anerkennend über die Geheimdienstreform der US-Regierung. Es sei «nur das jüngste Resultat eines Wandels im globalen Bewusstsein», schreibt der Whistleblower.

Der US-Kongress hatte am Mittwoch die von Präsident Barack Obama versprochene Geheimdienstreform angenommen. Der Senat stimmte mit 67 zu 32 Stimmen für den sogenannten USA Freedom Act. Kurz darauf setzte Obama das Gesetz mit seiner Unterschrift in Kraft.

Zwar sei das Recht auf Privatsphäre überall auf dem Globus «weiterhin bedroht», schreibt Snowden. Gleichwohl seien zwei Jahre nach Beginn der NSA-Affäre enorme technische und politische Fortschritte zu beobachten. So würden etwa Verschlüsselungsprogramme, «die einst für esoterisch und unnötig gehalten wurden», nun standardmässig von grossen Firmen aktiviert.

In Europa und andernorts seien etliche Überwachungsmethoden der Geheimdienste für rechtswidrig erklärt worden. «Das Machtgleichgewicht beginnt sich zu verschieben», schreibt der 31-jährige Amerikaner, der nach wie vor im russischen Exil lebt. Eine «Post-Terror-Generation» entwickle sich: «Zum ersten Mal seit den Anschlägen des 11. September sehen wir den Umriss einer Politik, die sich abwendet von Gegenschlag und Angst und sich stattdessen Widerstandsfähigkeit und Vernunft zuwendet.»

Das Gesetz reformiert den nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erlassenen Patriot Act, der den Geheimdiensten im Kampf gegen den Terrorismus weitreichende Möglichkeiten eingeräumt hatte. So sammelte die NSA auf dieser Grundlage in den USA massenhaft Telefonmetadaten. Der Datenzugriff ist dem Geheimdienst auch künftig erlaubt, doch nach einer Übergangszeit von sechs Monaten sollen die Daten bei den Telefonkonzernen verbleiben.

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Di Dago 05.06.2015 12:31
    Highlight So haben nun wenigstens die US Bürger, die Möglichkeit erhalten sich gegen ihren kriminellen Staat zu organisieren. Können sich die US Bürger wehren, kommt es vielleicht doch noch zum Frieden für Alle Menschen!
    1 4 Melden

Fernseh-Tipp «Schlachtfeld Internet»

NSA-Schreck Edward Snowden warnt vor tödlichen Cyberangriffen auf Spitäler und Atomkraftwerke 

Krankenhäuser ohne Strom, ein lahmgelegtes Telefonnetz: In der ARD-Doku «Schlachtfeld Internet» warnt Edward Snowden vor Hackerangriffen auf kritische Infrastruktur – und beschreibt deren drastische Folgen. 

Online-Angriffe können nicht nur Computersysteme, sondern auch Menschenleben in Gefahr bringen. Das ist eine der zentralen Botschaften aus «Schlachtfeld Internet – Wenn das Netz zur Waffe wird», einer 45-minütigen Doku, die Montagabend ausgestrahlt wird. Der Name der Co-Produktion von NDR, dem US-Sender WGBH und dem österreichischen Servus TV passt zum Erzählstil: Viren und Trojaner werden als «Bomben der Neuzeit» bezeichnet, es ist vom «digitalen Kreuzfeuer» und vom «digitalen …

Artikel lesen