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Das sind die 6 bizarrsten Beerdigungen der Weltgeschichte

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«Du sollst mit deinem Tode zufrieden sein», sagte schon Goethe. Diese sechs Beispiele von Beerdigungen egozentrischer Leute müssen diesem Gedanken entsprungen sein. 

06.04.16, 11:40 21.04.16, 14:30

Chadil Deffy: Hochzeit mit einer Leiche

Amphur Muang, Thailand: Der 28-jährige Chadil Deffy heiratet seine tote Freundin an ihrer Beerdigung, 2012.
bild: via facebook/chadil deffy

Chadil Deffy war zehn Jahre lang mit seiner Freundin Sarinya zusammen, als der Unfall passierte. Ihr Motorradtaxi prallte mit einem anderen Fahrzeug zusammen. Und weil im Spital in Bangkok Chaos herrschte, wurde sie nicht sofort behandelt. Sarinya fiel ins Koma und starb zwei Wochen später im Alter von 29 Jahren. 

Chadil und Sarinya in glücklichen Zeiten.
bild: facebook/chadil deffy

Vier Tage später wurde die buddhistische Beerdigungshochzeit gefeiert. Denn Chadil hatte versprochen, Sarinya zur Frau zu nehmen. Ihre Liebe sei etwas Grosses gewesen, sagte er an der Zeremonie und küsste die leblose Hand seiner Braut.

«Ich habe gar nicht gespürt, dass sie kalt ist. Für mich war es einfach die Frau, die ich liebe.»

Chadil Deffy

Barry Delaney: Ein wahrer Freund im gelben Fummel

Dundee, Schottland, 2009: Barry Delaney in einem unheimlich hässlichen Kleid auf der Beerdigung seines besten Freundes Kevin Elliot.
Bild: Getty Images Europe

Bevor Kevin Elliot zu seinem Einsatz als Infanterist des schottischen Regiments «Black Watch» nach Afgahnistan fliegt, trifft er sich noch einmal mit seinem besten Freund Barry Delaney. Die beiden Männer schliessen einen Pakt: Würde einer von ihnen sterben, müsse der andere mit dem hässlichsten Kleid der Welt an dessen Beerdigung aufkreuzen. 

Kevin fällt. Er ist 24 Jahre alt. Und Barry sitzt im leuchtgelben, fünf Pfund billigen «Primark»-Fummel und seinen rosa Kniestrümpfen auf dem Sofa in seiner Wohnung in Dundee. Vor acht Wochen hockte sein Freund noch neben ihm. Jetzt trinkt er seinen Vodka allein. Dann hört er seinen Fahrer draussen hupen. Es ist Zeit, an die Beerdigung zu gehen. Niemand unter den tausend Trauernden schaute Barry blöd an. 

Versprochen ist versprochen.
bild: getty images

«Alle verstanden unseren Pakt.»

Barry Delaney

Billy Standley: Die Fahrt in den Himmel 

Mechanicsburg, Ohio, 2014: In Lederkluft auf dem Weg ins Jenseits.
gif: watson

Billy Standley liebte seine 1967er Harley-Davidson. Und als er mit 82 Jahren an Krebs starb, war es sein sehnlichster Wunsch, mit ihr in den Himmel zu fahren. Dafür setzte er bereits 18 Jahre davor alles Erdenkliche in Kraft: Er kaufte drei Parzellen neben dem Grab seiner verstorbenen Frau Lorna. Seine Söhne entwarfen derweil den Sarg: Ein Kasten aus Plexiglas, dessen Boden mit Holz und Stahl verstärkt ist. 

Die letzte Ausfahrt Standleys endet im Grab.
Bild: AP/The News-Sun

Als es dann so weit war, balsamierten Mitarbeiter des Bestattungsinstituts die Leiche Standleys ein und legten ihm ein metallenes Stützkorsett an, damit er auf der Fahrt zu seiner letzten Ruhestätte nicht aus dem Sattel fiel. 

Gleich geht's weiter mit den skurrilen Beerdigungen, doch vorher ein kurzer Hinweis:

Für dich da, sogar wenn du tot bist

Irgendwann sterben alle Menschen. Doch bei einigen kommt dieser Moment früher, als sie denken. Zum Glück gibt es den Life Coach der Basler: Er unterstützt deine Liebsten, wenn du es nicht mehr kannst. Der Life Coach begleitet Hinterbliebene bei administrativen, rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen. Damit das Leben weiter geht.

Und nun weiter im Thema.

Jim Gernhart: Der Typ, der 25 Mal seine eigene Beerdigung übte 

Der verschrobene Jim Gernhart und seine Probe-Beerdigungen war dem «Free Lance-Star» am 9. September 1976 eine Meldung wert. 
bild: the free lance-star

99 Jahre hat Jim Gernhart aus der Kleinstadt Burlington, Colorado, schon hinter sich gebracht an diesem 9. September 1976. Und am folgenden Sonntag wird er zum 21. Mal an seiner eigenen Beerdigung teilnehmen. Der eigensinnige Bauer fürchtet nämlich nichts mehr, als dass seine Abschiedszeremonie in einem Desaster enden könnte. Deshalb hat er die letzten 25 Jahre hauptsächlich damit verbracht, seine Beerdigung zu üben. 

«Gernharts Beerdigung ist die grösste Sache, die hier passiert.»

Bürgermeister von Burlington

1951 fing er mit den Probe-Beerdigungen an. 1980 fand dann Gernharts definitiv letzte Beerdigung statt. Er wurde in Goodland, Kansas beigesetzt. 
bild: nathankramer

Wirklich gestorben ist Gernhart erst mit 103. Vier Jahre lang musste seine Beerdigung noch geübt werden bis sich alle, die wollten, endgültig vom berühmtesten Bürger Burlingtons verabschieden konnten. 

Hannah Beswick: Die Mumie in der Standuhr

Gemälde von Antoine Wiertz «Die vorzeitige Beerdigung», 1854. Im 18. Jahrhundert fürchteten viele Menschen diesen Albtraum. 
bild: wikimedia

Die vermögende Hannah Beswick lebte von 1688 bis 1758 im nordwestlichen England, in Manchester. Sie hatte grosse Angst davor, lebendig begraben zu werden. Denn in diesen düsteren Zeiten konnten sich die Menschen nicht auf klare Zeichen des Todes verlassen. Ärzte schlugen eine Reihe von Tests vor, um die Leblosigkeit eines Körpers eindeutig feststellen zu können. Die sanfte Methode bestand darin, Essig oder Pfeffer in den Mund der Leiche zu geben. Und manch einer bekam einen glühenden Schürhaken ins Rektum gerammt. 

Mrs. Beswicks verfügte in ihrem Testament: Man möge sie nach ihrem Tode einbalsamieren und ihren Körper keinesfalls unter die Erde bringen. Damit man ihn auch regelmässig auf allfällige Lebenszeichen untersuchen könne. 

Der Mumien-Macher Dr. Charles White.
bild: wikimedia

Mrs. Beswicks Mumie wurde aufrecht in einer alten Standuhr im Hause ihres Schöpfers verstaut, dem Familienarzt Dr. White. Da war aber kein Zifferblatt mehr, nur ihr totes Gesicht, das aus der Uhr starrte.

Erst am 22. Juli 1868 – 101 Jahre nach ihrem eigentlichen Ableben –wurde Hanna Beswick auf dem Harpurhey Friedhof in Manchester beigesetzt. 

Wilhelm der Eroberer: Wenn der gewaltige Eiterbauch platzt

Ein (schlankes) Porträt von Wilhelm dem Eroberer, ca. 1620.
bild: hoocher

Der normannische Herzog Wilhelm, der als «The Conqueror» und König von England in die Geschichte einging, war von mächtiger Leibesfülle. Eines schönen Tages im Jahre 1087 scheute sein Pferd und der eiserne Knauf seines Sattels bohrte sich tief in seine Eingeweide. Sein ohnehin schon mächtiger Wanst begann sich zu entzünden und in der sommerlichen Hitze in solch grotesker Weise aufzublähen, dass Wilhelm nach seinem Tod nicht mehr in seinen steinernen Sarkophag passte. 

Man versuchte ihn also während der Beisetzung in der Klosterkirche Saint-Étienne in Caen in seine letzte Ruhestätte hineinzupressen:

«Die geschwollenen Gedärme platzten auf und ein unerträglicher Gestank drang in die Nasenlöcher der Trauernden.» 

Chronist Odericus Vitalis, «Historia Ecclesiastica»

Und während der königliche Eiter aus Wilhelms Wunden spritze, flüchtete die Trauergemeinde eiligst aus der Kirche. 

Passend dazu: Diese Grab-Inschriften sind zum Totlachen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 18.04.2016 21:28
    Highlight Mein Epitath soll lauten: 'Hier liegen meine Gebeine ich wünschte es wären deine'
    18 1 Melden
  • Spi 06.04.2016 14:41
    Highlight Bin selber Bierbrauer und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man daran sterben kann.
    7 9 Melden
  • Luca Brasi 06.04.2016 14:39
    Highlight Für mich ist die Nummer eins der Egozentriker bei der eigenen Beerdigung immer noch Chinas erster Kaiser Qin Shihuangdi 秦始皇帝.
    Hier etwas zu seinem Mausoleum:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mausoleum_Qin_Shihuangdis

    Und hier noch seine Vorstellung zu Religiosität und im zweiten Punkt zu seinem Tod:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Qin_Shihuangdi#Religiosit.C3.A4t_und_Angst_vor_dem_Tod
    17 0 Melden
  • Human 06.04.2016 14:38
    Highlight "Und manch einer bekam einen glühenden Schürhaken ins Rektum gerammt. " Dann lieber direkt begraben :O
    62 0 Melden
  • Human 06.04.2016 14:17
    Highlight Ich will auch mal so einen lustigen Spruch auf meinem Grabstein :D
    36 0 Melden
    • Pokus 06.04.2016 15:01
      Highlight Hier könnte Ihre Werbung stehen.
      58 3 Melden
    • Human 06.04.2016 15:17
      Highlight Ich denke gerade darüber nach ob ich die Werbung die künftig auf meinem Grabstein stehen könnte bereits jetzt zu Geld machen kann...
      43 1 Melden
    • Nameless Hero 18.04.2016 19:52
      Highlight Auf meinem wird stehen: "Lueg ned so blöd, ich bin ned freiwillig do."
      28 0 Melden
    • Sauraus 19.04.2016 23:19
      Highlight Zum Beispiel Werbung von der Basler Versicherung.
      13 0 Melden
  • JoJodeli 06.04.2016 12:57
    Highlight uuuh, Nummer 5, wenn die Standuhr dann im Wohnzimmer, steht... nett.. :-/
    29 0 Melden
    • Neuromancer 06.04.2016 15:46
      Highlight Und stell dir vor, zu jeder vollen Stunde ertönt ein "Kuckuck". Bis dir irgendwann wieder einfällt dass da gar keine Mechanik und Holzvögelchen mehr drin steckt...
      81 0 Melden
    • JoJodeli 06.04.2016 16:14
      Highlight Herrlich!! Made my day!
      21 1 Melden

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