Nordamerika
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Polizisten untersuchen das Auto des Attentäters – der mutmassliche Dschihadist wurde nach einer Verfolgungsjagd erschossen.  Bild: CHRISTINNE MUSCHI/REUTERS

Terrorverdacht in Kanada

Zwei Tote nach Auto-Attacke auf Soldaten – handelte es sich um einen Terroranschlag?

Ein junger Mann hat in Kanada zwei Soldaten angefahren, einer erlag seinen Verletzungen. Der Täter gilt als Islamist, Polizisten haben ihn nach einer Verfolgungsjagd erschossen. 

21.10.14, 15:32

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War es ein Terroranschlag? Jedenfalls beschreibt die kanadische Polizei den Täter als einen Mann, der «den Bundesbehörden bekannt war» und bei dem man davon ausging, «dass er radikalisiert worden ist». Der 25-jährige Martin Couture Rouleau hatte am Montag zwei Soldaten auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrum in der Nähe der Provinz-Hauptstadt Montreal angefahren, nun wurde bekannt: einer der beiden ist inzwischen verstorben. 

Rouleau kam ebenfalls ums Leben: Nach der Attacke auf die Soldaten hatte es eine Verfolgungsjagd mit der Polizei gegeben, in deren Verlauf der Mann die Kontrolle über sein Auto verlor und im Strassengraben landete. Anschliessend wurde er nach Angaben der Polizei von einem Beamten erschossen. Rouleau soll mit einem Messer bewaffnet gewesen sein. 

Zwei Polizisten am Tatort in Saint-Jean-sur-Richelieu, nahe Montreal. Die Behörden gehen von einer politisch motivierten Tat aus. Bild: CHRISTINNE MUSCHI/REUTERS

Ob die Soldaten absichtlich von dem Mann ins Visier genommen wurden, ist noch unklar. Ein Anschlag kann jedenfalls nicht ausgeschlossen werden. Kanada ist an den Luftangriffen gegen die Miliz des Islamischen Staats im Irak und in Syrien mit mehreren Kampfjets beteiligt. 

Ein Nachbar berichtete, dass Rouleau sich äusserlich stark verändert habe: Demzufolge trug er zuletzt Gewänder. Ein anderer Nachbar sagte, Rouleau sei vor etwa einem Jahr zum Islam übergetreten

Sogenannte Small-Scale-Attacken

Radikalislamisten, die im Westen einen Anschlag verüben wollen, greifen inzwischen häufig zu simplen Mitteln, die einfach zu beschaffen sind und den Geheimdiensten nicht auffallen. In Australien wollte vor kurzem ein Radikalislamist einen wahllos ausgesuchten Passanten mit einem Küchenmesser köpfen. 2013 wurde ein englischer Soldat von zwei Radikalislamisten in London mit einem Beil und Küchenmessern auf offener Strasse umgebracht. 

Auch Autos können von Radikalisierten als Waffe eingesetzt werden. In Israel, wo die Geheimdienste genau überwachen, dass kein Sprengstoff ins Land geschmuggelt wird, hat es bereits mehrere Attacken mit Fahrzeugen gegeben: 2008 fuhr ein arabischer Israeli seinen BMW in eine Gruppe Soldaten und verwundete 19 von ihnen, bevor er erschossen wurde. 

Israels Behörden bezeichneten den Fall als terroristischen Anschlag. Im selben Jahr überfuhr ein arabischer Israeli mehrere Passanten mit einer Planierraupe und rief dabei «Allahu Akbar», Gott ist grösser, auf Arabisch. Rund 30 Menschen wurden verletzt; vier kamen ums Leben. Der Attentäter wurde erschossen. (flo/ras/AP)



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