Nordkorea

Inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong-un, Hwang Pyong (links), zusammen mit Südkoreas Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae. Bild: AP/YONHAP

Nordkorea

Kim Jong-un schickt Top-Delegation nach Südkorea

04.10.14, 09:45 04.10.14, 13:19

Nord- und Südkorea haben am Samstag die Wiederaufnahme von Verhandlungen auf Spitzenebene vereinbart. Der seit Februar ausgesetzte Dialog solle wiederaufgenommen werden, teilte das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium in Seoul mit. 

Die Einigung wurde während eines überraschenden Besuches einer hochrangigen nordkoreanischen Delegation anlässlich der Abschlussfeier der Asien-Spiele im südkoreanischen Incheon getroffen. Nordkorea hatte mehrere hochrangige Regime-Vertreter dorthin entsandt. In der Delegation war auch der Leiter des politischen Büros der Volksarmee, Hwang Pyong So. Er wird in Südkorea als inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un angesehen. 

Die Besucher wurden nach ihrer Ankunft am Samstag in Inchon von Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae in einem Hotel begrüsst, wie eine Sprecherin des Ministeriums in Seoul mitteilte. Gespräche der Delegation mit Präsidentin Park Geun Hye waren zunächst nicht geplant. 

Der Besuch gilt als Signal für die Absicht des stalinistischen Regimes in Pjöngjang, die gespannten Beziehungen zu Seoul zu verbessern. Es sind die bisher höchstrangigen Kontakte zwischen Nordkorea und der südkoreanischen Regierung von Park, die seit Februar des vergangenen Jahres im Amt ist. 

Teilnahme an Asien-Spielen

Nordkorea hatte den Angaben zufolge den Süden erst am Freitag davon unterrichtet, eine Delegation zur Abschlussfeier der Asien-Spiele am Samstagabend (Ortszeit) in Inchon schicken zu wollen. Die Besucher würden nach der Feier wieder zurück nach Pjöngjang fliegen, hiess es. Nordkorea hatte eine Mannschaft zu den Spielen in Inchon entsandt. 

Zu der Besuchergruppe gehören auch zwei Sekretäre der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei, Choe Ryon Hae und Kim Yang Gon. Choe wurde erst im September durch Hwang Pyong So als Stellvertreter des Machthabers in der mächtigen Nationalen Verteidigungskommission ersetzt. Der Besuch kommt zu einer Zeit, da Nordkoreas Machthaber schon seit mehreren Wochen in der Öffentlichkeit abwesend ist.

Übergewicht und Gicht

Nordkorea hatte zuletzt eingeräumt, dass Kim Jong-un gesundheitliche Probleme habe. Filmaufnahmen vom Sommer zeigten ihn leicht hinkend und mit Übergewicht. In Südkorea wurde spekuliert, dass Kim, der nach unterschiedlichen Angaben 31 oder 32 Jahre ist, unter anderem an erblich bedingter Gicht leiden könnte. (viw/sda/afp)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • KarltheMarx 04.10.2014 10:37
    Highlight Nordkorea als stalinistisch zu bezeichnen ist einfach nur lächerlich. Das koreanische Juche System hat wenig mit dem von Stalin umgesetzten Marxismus-Leninismus zu tun. Lernt endlich die Unterschiede verschiedener sozialistischer Systeme anstatt alles in einen Topf zu werfen!
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    • maestro meo 04.10.2014 12:54
      Highlight man mag nennen wie man es will: personenkult, pseudo-gewaltenteilung, militärparaden, ausreiseverbot, zwangsarbeit usw. das hat schon stalinistische wurzeln / vorbilder...
      übrigens: das nationalistische element der juche philosophie war schon vor dem kommunismus auf der koreanischen halbinsel historisch bedingt sehr ausgeprägt. geschickt wurde es von kim il sung für seinen machtanspruch instrumentalisiert.
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