Olympia 2016

Polizeieinsatz in Rio de Janeiro: Bei einem Raubversuch auf ein Auto wird ein Angreifer getötet.
Bild: BARBARA WALTON/EPA/KEYSTONE

Mit dem Falschen angelegt – Mann tötet Räuber in Rio de Janeiro und gibt sich als Diplomat aus

05.08.16, 01:52 05.08.16, 07:48

Bei einem Überfall auf sein Auto hat ein Mann in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro den Angreifer getötet. Von Polizei und Medien wurde der 60-Jährige als russischer Vize-Konsul identifiziert. Der russische Konsul dementiert.

Beim Angriff am Donnerstag (Ortszeit) sei es zu einem Handgemenge gekommen, wobei der Angreifer mit dessen eigener Waffe getroffen wurde. Der Mann sei noch auf der Unfallstelle seinen Verletzungen erlegen, meldete die Polizei in Rio. Unklar blieb zunächst, ob die Schüsse gezielt abgefeuert wurden oder sich versehentlich lösten.

Der Vorfall ereignete sich auf der Avenida das Americas in Barra da Tijuca im Westen Rios, wo sich auch das Olympische Dorf befindet. Kurz zuvor war dort die Olympische Fackel vorbeigetragen worden.

Laut Medienberichten hatten zwei Personen auf Motorrädern das Auto des Diplomaten angegriffen, als dieses im Stau steckengeblieben war und anhalten musste. Auch die Frau und die Tochter des Mannes sassen im Fahrzeug.

Jiu-jitsu-Technik

Einer der Angreifer schlug eine Autoscheibe ein um den Fahrer zu attackieren, als er vom Diplomaten, der offenbar Jiu-jitsu-Techniken beherrscht, ins Innere des Wagens gezerrt wurde. Der zweite Angreifer ergriff die Flucht.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Tass sagte der russische Generalkonsul Vladimir Tokmakow, die Medienberichte entsprächen nicht der Wahrheit: «Alle russischen Diplomaten und auch die Mitarbeiter der russischen Auslandsvertretungen in Rio de Janeiro, sind am Leben, gesund und haben mit den Vorfällen nichts zu tun.» Es sei aber nicht auszuschliessen, dass sich der Angegriffene als Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats ausgegeben habe.

Angriffe im Strassenverkehr sind in Brasilien keine Seltenheit. Die Polizei rät Autofahrern, Scheiben geschlossen und Türen verriegelt zu lassen und sich im Angriffsfall nicht zur Wehr zu setzen. Der neuerliche Vorfall machte abermals die angespannte Sicherheitslage in der Stadt kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele deutlich. (kad)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • PuRpLE_KusH 05.08.2016 11:31
    Highlight Für mich immer noch unglaublich dass man so ein Land Olympia austragen lässt. Bevor die Millionen in so ne Veranstaltung stecken, sollten sie das Geld lieber in die Lösung ihrer Probleme investieren.
    26 4 Melden
    • Bluetooth 05.08.2016 13:45
      Highlight Deiner Meinung nach sollte die Olympia nur in Länder stattfinden, die aus Sicht des Westen keine Probleme haben, sprich nur im Abendland. Dann kann man gleich 2 1/2 der Olympische Ringe streichen.
      Als existiere ein Land ohne Probleme. Eine EM in Frankreich wurde wegen ihren Probleme mit dem Terror und Proteste gegen den Arbeitsgesetz auch nicht hinterfragt. Diese Besserwisserei vom Abendland nervt.
      12 25 Melden
    • PuRpLE_KusH 05.08.2016 14:20
      Highlight Es geht hier nicht um Probleme ja/nein, sondern was für Probleme ein Land hat.

      Wenn in einem Land ein grosser Teil der Bevölkerung in extremster Armut lebt, finde ich es mehr als daneben.
      24 3 Melden
    • Bluetooth 05.08.2016 15:37
      Highlight grosser Teil in extreme Armut? Brasilien ist ein Schwellenland. Die Form Armut, die du in Brasilien findest, ist die relative Armut, sowie in Europa, einfach in einem etwas grösseren Ausmass. Extreme Armut ist dort kaum noch ein grösseres Problem. In Rio wirst du nicht mehr Obdachlosen sehen als in New York. Das grösste Problem in dieser Hinsicht, welches Brasilien hat, ist die Kriminalität.
      Mit der Olympia und WM, war Brasilien erstmals wirklich gezwungen sich um dieses Problem (wenn auch nur kurzfristig) zu kümmern.
      Die Vorstellung keine Olympia hätte Brasilien mehr geholfen, ist unsinnig.
      9 13 Melden
    • PuRpLE_KusH 05.08.2016 16:39
      Highlight dann ersetze eben "extreme Armut" mit "leben an der Grenze des Existenzminimums"
      6 3 Melden
  • pamayer 05.08.2016 10:05
    Highlight Jiu jitsu müast man können. Offensichtlich effektiver als geschlossene autoscheiben.
    16 1 Melden
  • Froggr 05.08.2016 09:54
    Highlight Bei unserem Rechtssystem wäre er jetzt verhaftet und hinter Gitter gebracht worden. Toll.
    19 10 Melden
  • URSS 05.08.2016 06:13
    Highlight Er zieht ihn ins Innere des Autos, dann knallts. Die Russen sind hart drauf. Aber er sendet eine klare Message zu den Strassenräubern.
    66 2 Melden

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