Olympia 2016

Für ihn gab ein Trainer eine Dopingprobe ab: 800-Meter-Läufer Ferguson Rotich. Bild: ALY SONG/REUTERS

Geht es noch dreister? Kenianischer Trainer gibt eine Dopingprobe für seinen Athleten ab

Ein Trainer des kenianischen Leichtathletik-Teams hat bei Olympia eine Urin-Probe unter dem Namen eines Läufers abgegeben. Nun muss der Coach Brasilien verlassen, das IOC ermittelt.

12.08.16, 01:37 12.08.16, 07:26

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Nach einem Betrugsversuch bei einer Doping-Kontrolle im Olympischen Dorf von Rio de Janeiro hat Kenia einen Leichtathletik-Trainer nach Hause geschickt. Der frühere Sprinter und heutige Coach, John Anzrah, habe eine Urin-Probe unter dem Namen des 800-Meter-Läufers Ferguson Rotich abgegeben, sagte ein kenianischer Funktionär. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) teilte mit, umgehend eine Disziplinarkommission einzurichten, um den Fall zu untersuchen.

Bulgarin mit EPO erwischt

Die bulgarische Leichtathletin Silvia Danekova fiel in Rio de Janeiro durch eine Dopingkontrolle. Wie die Agentur Reuters berichtet, wurde bei der 33-jährigen Läuferin, die an den Olympischen Spielen über 3000 m Steeple starten wollte, EPO nachgewiesen. Das Ergebnis der B-Probe steht noch aus. Bis dahin bleibt Danekova suspendiert. (sda)

«Er ist zur Doping-Kontrollstation gegangen und hat sich als Ferguson Rotich ausgegeben, die Probe abgegeben und unterschrieben», erklärte Kenias Chef de Mission Stephan Arap Soi. «Er war im Besitz der Akkreditierung des Athleten, der auf der Liste für die Trainingskontrollen der Welt-Anti-Doping-Agentur stand.» Das Vergehen, das Anzrah begangen habe, richte sich gegen das Team Kenia. «Deshalb haben wir ihn nach Hause geschickt», sagte Arap Soi dem Fernsehsender Citizen TV.

Erst vier Tage zuvor war der kenianische Leichtathletik-Delegationschef Michael Rotich von den Spielen abgezogen worden. Er soll gegen Geldzahlungen Sportler seines Landes über anstehende Doping-Tests informiert haben. Medienberichten zufolge soll er bei seiner Rückkehr am Flughafen von Nairobi festgenommen worden sein.

aar/dpa/sid

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 12.08.2016 06:17
    Highlight Schade für ihn, dass er kein Russe ist. Dann hätte er wohl bleiben dürfen...
    24 3 Melden
    • Jaing 12.08.2016 07:28
      Highlight Nein. Kenia gehört in dieselbe Kategorie wie Russland, aber wurde nie dafür sanktioniert.
      2 3 Melden

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