Pakistan

Pakistan

Pakistans Regierung verkündet Stopp der Luftangriffe auf Taliban

02.03.14, 21:26

Pakistans Regierung hat am Sonntag die Einstellung der Luftangriffe auf die radikalislamischen Taliban (TTP) verkündet. Sie reagierte damit auf die Ankündigung der Taliban, ihrerseits eine einmonatige Waffenruhe einzulegen, um den Weg für Friedensgespräche freizumachen. Innenminister Nisar Ali Khan begrüsste diesen Schritt, betonte aber, im Fall neuer Gewalt werde man sofort reagieren.

Zuvor hatte neue Gewalt das Land erschüttert. Einen Tag nachdem bei Anschlägen auf Impfhelfer mindestens elf Polizisten getötet wurden, tötete die Armee am Sonntag in den Stammesgebieten im Nordwesten des Landes fünf Extremisten. Das Militär habe dabei Kampfhelikopter eingesetzt und in der Region Bara auch ein Versteck eines Anführers attackiert, sagte ein Beamter am Sonntag in der Hauptstadt Islamabad.

Polio-Impftrupp angegriffen

Pakistans Premierminister Nawaz Sharif hatte im Januar angekündigt, das Blutvergiessen in seinem Land durch Gespräche beenden zu wollen. Der Friedensprozess wurde aber nach einer Serie von Anschlägen der Taliban gestoppt.

Am Samstag kamen bei Anschlägen und Gefechten zwischen pakistanischen Regierungstruppen und Extremisten fast 20 Menschen ums Leben. Wie mehrfach in der Vergangenheit wurde auch wieder ein Polio-Impftrupp angegriffen.

Radikale Islamisten haben in der Vergangenheit immer wieder Impfhelfer angegriffen. Sie behaupten, die Mitarbeiter des Impfprogramms seien Spione der USA, und mit den Polio-Schutzimpfungen sollten muslimische Kinder sterilisiert werden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Pakistan das einzige Land der Welt, in dem die Zahl der neuen Polio-Fälle 2013 zugenommen hat. (sda/dpa)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Hilfe für entstellte Frauen

Promi-Chirurg operiert Säure-Opfer in Pakistan und bezahlt aus eigener Tasche

Weil sie aufdringliche Männer zurückwiesen, wurden mehrere junge Frauen in Pakistan durch Säureangriffe grässlich entstellt. Ein britischer Chirurg hat sie nun operiert – gratis.

Normalerweise verhilft Asim Shahmalak in seiner Crown Clinic in Manchester Promis für viel Geld zu neuer Haarpracht. Doch seine letzten Operationen führte der britische Chirurg an mittellosen und verzweifelten Frauen durch.

50’000 Pfund (umgerechnet 75’000 Franken) hat er aus der eigenen Tasche aufgewendet, um sechs Frauen in Pakistan zu helfen. Einige von ihnen waren durch Säure-Attacken grässlich entstellt worden.  

Unter den Opfern ist die 24-jährige Kanwal Ashar, der ein Mann Säure ins …

Artikel lesen