Pakistan
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epa04532135 People offer funeral prayers for the victims of school attack at historic Badshahi Mosque in Lahore, Pakistan, 17 December 2014. Pakistan began three days of mourning on 17 December for the 132 children and nine school staff killed in the deadliest ever attack by the Taliban. Seven Taliban insurgents stormed an army-run school in the north-western city of Peshawar on 16 December and went on an eight-hour killing spree that claimed at least 141 lives. Flags were lowered to half-mast for three days in all official buildings and Pakistani missions abroad.  EPA/RAHAT DAR

Drei Tage wird getrauert. Bild: EPA/KEYSTONE

Staatstrauer in Pakistan

Tausende fordern: «Tod den Terroristen»

Nach dem blutigen Taliban-Angriff auf eine Schule im pakistanischen Peshawar haben tausende Menschen am Anschlagsort der Opfer gedacht. Männer, Frauen und Kinder aus Peshawar und anderen Städten legten am Sonntag Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

Sie forderten zudem ein hartes Vorgehen der Armee gegen die radikalen Islamisten. «Tod den Terroristen», «Lang lebe die pakistanische Armee», «Taliban sind Wilde», riefen die Trauernden an der Schule in Peshawar, wo die Taliban am Dienstag 149 Menschen getötet hatten, die meisten davon Kinder.

«Was für ein Mensch kann ein Kind töten?», fragte Anwohner Imdad Hussain. «Erst griffen sie Moscheen an, dann Märkte und jetzt auch Schulen», sagte eine andere Trauernde. «Wir werden es nicht zulassen, dass unsere Kinder getötet werden», versicherte sie. Eine weitere Frau forderte die öffentliche Hinrichtung der Attentäter.

Pakistani Christian children take part in a prayer for victims killed in last Tuesday's Taliban attack on a military-run school, in Lahore, Pakistan, Sunday, Dec. 21, 2014. The attack in Peshawar shocked the nation and prompted a massive military response in the tribal regions along the Afghan border, longtime strongholds of both foreign and local militants. (AP Photo/K.M. Chaudary)

Blumen und Kerzen für die getöteten Kinder. Bild: K.M. Chaudary/AP/KEYSTONE

Offensive gegen Taliban-Kämpfer

Nach dem Angriff der Taliban auf die von der Armee geführte Schule in Peshawar hatten Regierung und Militär angekündigt, den Kampf gegen die Islamisten zu verstärken. Armeechef Raheel Sharif erklärte, der Angriff habe die Entschlossenheit der Streitkräfte noch verstärkt, die Aufständischen «endgültig zu eliminieren».

Bei Gefechten der Armee und einem US-Drohnenangriff wurden in den Stammesgebieten im Nordwesten des Landes am Samstag mindestens zwölf Taliban-Kämpfer getötet.

Bei einer Razzia in der Stadt Shabqadar etwa 30 Kilometer nördlich von Peshawar wurden am Samstag nach offiziellen Angaben zwei Extremisten getötet. Bei Schusswechseln starben dort demnach auch ein Polizist und ein paramilitärischer Kämpfer.

Fünf weitere Aufständische wurden nach Behördenangaben in der Stadt Matni rund 15 Kilometer südlich von Peshawar getötet. Beim Angriff einer US-Drohne in der Region Nord-Waziristan starben demnach mindestens fünf Taliban-Kämpfer.

epa04535631 People shout slogans during a protest against an attack at the Army-run school, in Karachi, Pakistan, 20 December 2014. Two convicted militants were hanged on 19 December in Pakistan after the government lifted a moratorium on executions following a massacre this week at an army-run school, authorities said. In reponse to the massacre, Pakistani security forces killed 58 militants in airstrikes and ambushes in the Khyber tribal district on the border with Afghanistan and in the south-western province of Balochistan. Some 142 militants have been killed since the Peshawar attack, the military said.  EPA/REHAN KHAN

Proteste gegen das Schulmassaker. Bild: EPA/KEYSTONE

Höchste Alarmstufe

Als Folge des Anschlags in Peshawar wurden auch die landesweiten Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Am Samstag wurde an allen Flughäfen des Landes die höchste Alarmstufe ausgerufen. An Gefängnissen, in denen Extremisten einsitzen, wurden Soldaten postiert. Mehrere Bildungseinrichtungen, darunter die renommierte Quaid-e-Azam-Universität in der Hauptstadt Islamabad, wurden bis auf Weiteres geschlossen.

Als Reaktion auf den Taliban-Angriff auf die Schule hatte Ministerpräsident Nawaz Sharif zudem das Moratorium für die Todesstrafe aufgehoben. Zwei wegen Terroranschlägen verurteilte Extremisten wurden daraufhin am Freitag hingerichtet. Für die kommenden Tage wurden bis zu zehn weitere Hinrichtungen angekündigt.

epa04536069 Pakistani security officials stand guard outside the Kot Lakhpat Central Jail as security has been increased to high alert after government lifted a six-year moratorium on executions, in Lahore, Pakistan, 20 December 2014. Two convicted militants were hanged on 19 December in Pakistan after the government lifted a moratorium on executions following a massacre this week at an army-run school, authorities said. In reponse to the massacre, Pakistani security forces killed 58 militants in airstrikes and ambushes in the Khyber tribal district on the border with Afghanistan and in the south-western province of Balochistan. Some 142 militants have been killed since the Peshawar attack, the military said.  EPA/RAHAT DAR

Die Sicherheitsvorkehrungen wurden verschärft. Bild: RAHAT DAR/EPA/KEYSTONE

«Zynische Reaktion»

Scharfe Kritik daran kam von Menschenrechtsorganisationen. Human Rights Watch erklärte, es handle sich um «eine feige politisierte Reaktion auf die Morde von Peshawar» und forderte die Aussetzung aller geplanten Exekutionen. Amnesty International nannte die Hinrichtungen eine «zynische Reaktion».

Die Rebellenbewegung Tehreek-e-Taliban Pakistan hatte sich zu dem Anschlag auf die Schule bekannt und diesen als Vergeltung für die Militäroffensive in den Stammesgebieten bezeichnet. Nach offiziellen Angaben wurden bei den Armeeeinsätzen gegen die Aufständischen in den Stammesbezirken im Nordwesten Pakistans bislang mehr als 1700 Aufständische und etwa 130 Soldaten getötet. Menschenrechtsaktivisten werfen dem Militär aber vor, eine zu hohe Zahl getöteter Aufständischer anzugeben und Opfer in der Zivilbevölkerung zu verschweigen. (pru/sda/afp)



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