Panorama
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Makaber und hintersinnig

Diese «tragischen» Fotos wecken Ihre Lebensgeister

Der Zuschauer muss kein Sherlock Holmes sein, um die Szene zu deuten. watson erst Recht nicht! Der Fall ist klar: Die Bananenschale hängt am Netz, das Bein der Frau ist auch darin verheddert, der Schläger steckt in der Schlagader. Der Mann wollte wohl zu Hilfe eilen, bevor er fiel und auf dem Tennisplatz seine Gliedmassen in alle Himmelsrichtungen schlug. Game, Set, Match. Für immer.

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Bild: Sandro Giordano

Das Spiel mit dem Tod beim Tennis hat sich Sandro Giordano ausgedacht: Es gehört zur der Reihe «In Extremis – Körper ohne Reue», in der der Italiener seine Sujets gleich reihenweise über die Klinge springen lässt. Seine Menschen sind am Ende, es erwischt sie beim Gassi gehen, beim Orangen pflücken, vor der Fleischtheke oder sie beissen auf einer grünen Wiese ins Gras.

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Bild: Sandro Giordano

«Meine Fotografien sind ‹Kurzgeschichten› über eine Welt im Fall», erklärt Giordano. «Jedes erzählt von gehetzten Figuren, die – als hätte es einen plötzlichen Blackout von Körper und Geist gegeben – sich selbst fallen liessen. Sie versuchten nicht einmal, sich zu retten – wegen der Müdigkeit durch das tägliche ‹Repräsentieren› des Lebens, getrieben vom ‹Aussehen›, anstatt einfach nur zu ‹existieren›.»

Die Gesellschaft sei imagehörig, oberflächlich, markt- und marketinggläubig, kritisiert der Italiener. Deshalb lasse er seine Sujets fallen: Wenn sie am Boden ankommen, erreichen sie bei ihm ihr Limit und ein Level, auf dem nichts mehr verfälscht wird. Seine Opfer retten jeweils ein Objekt, ein Symbol des Falschen, vor dem Fall. Die Schauspieler, mit denen arbeitet, halten es in der Hand. 

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Bild: Sandro Giordano

Doch ganz todernst sollen seine Bilder auch nicht sein.

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Bild: Sandro Giordano

«Seit meiner Kindheit liebe ich Filme von Charlie Chaplin sowie Laurel und Hardy, weil sie mich immer zum Lachen bringen. In ihren Filmen sehen wir oft, dass den Figuren schreckliche Dinge passieren. Ernste Unfälle, sie fallen... Instinktiv reagieren wir mit Fassungslosigkeit und Verlegenheit auf ihr Unglück, aber dann wird genau aus dieser Verlegenheit ein befreiendes Lachen. Diesen Effekt will ich mit meinen Fotografien nachahmen: eine Tragödie durch Ironie erzählen.»

Sein Bilder vom Tod macht man sich gerne: Sie sind ein bisschen wie ein Wimmelbild – und eine lustige Erleichterung. Komisch nur, dass so wenig Männer dabei draufgehen.

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Bild: Sandro Giordano

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Bild: Sandro Giordano

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Bild: Sandro Giordano

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Bild: Sandro Giordano

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Bild: Sandro Giordano



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